Vor Kampf gegen Liebenberg: Nick Hannig exklusiv im Interview

Am 6. Juli trifft der Königs Wusterhausener Nick Hannig in der BRITA Arena in Wiesbaden auf den starken Südafrikaner Ryno Liebenberg. Nachdem Hannig im Februar in Berlin als Hauptkämpfer Ryan Ford schlagen und sich somit den WBC International Titel im Halbschwergewicht sichern konnte, steht damit nun die nächste Prüfung für den 32-Jährigen bevor. Wer ist der sympathische „Jungprofi“, der im 8. Kampf erneut auf einen starken Mann trifft und sich nicht mit Aufbaugegnern begnügen will? Abgeklärter Blick im Ring, knackiger linker Haken – doch wer ist der Mensch hinter den Handschuhen? Das folgende Interview gewährt einen Einblick darüber.

Der Mann hinter den Handschuhen – Nick Hannig im Interview

Nick, wann du bist das erste Mal mit dem Boxen in Berührung gekommen und warum?

Nick Hannig: Das erste Mal im Atlantis Fitness Studio in Königs Wusterhausen. Dort gab es auch Boxkurse, wo ich schnell Gefallen gefunden hatte und der Trainer dort mein Talent gesehen hat.  Vorher habe ich Judo, Leichtathletik und Fußball ausprobiert. Beim Boxen hatte ich aber den meisten Gefallen und Ehrgeiz.

Foto: Konstantinos Sarigiannidis

Als Amateur warst du lange Zeit sehr erfolgreich, der Wechsel zu den Profis folgte erst spät. Warum bist du nicht eher zu den Berufsboxern gewechselt?

Nick Hannig: Das war eher ein Zufall. Wichtiger war es mir, meinem Vater und damaligen Trainer Jörg Schneider, meine 100 Kämpfe bei den Amateuren zu erreichen. Das zog sich durch meine Selbständigkeit 4 Jahre hin. Auf dem Weg dorthin besiegte ich im Hin -und Rückkampf Ammar Abbas Abduljabar, wo ich merkte, dass ich noch vorne mitmischen kann. Durch ein Sparring mit meinem Freund Stefan Härtel, kam der Kontakt zu Manager Dennis Lindner und die Idee, mal einen Profikampf zu bestreiten. Bei einem ist es aber bekanntlich nicht geblieben (lacht).

Wie sieht dein Alltag als WBC International Champion aus? Erkennen dich die Leute auf der Straße?

Nick Hannig: Der Alltag hat sich leicht verändert. Man trainiert nun öfter und professioneller und das Zeitmanagement muss noch besser mit Familie, Arbeit und Sport geregelt werden. Und klar: nach dem Sieg erkennen einen die Leute. Das ist ein schönes Gefühl!

Als Familienvater und Unternehmer trägt du viel Verantwortung, außerdem hast du noch einen eigenen Boxverein. Wie lässt sich das alles unter einen Hut bringen?

Nick Hannig: Wie schon erwähnt ist es nicht immer einfach, aber man kommt super klar, weil alle zusammenhalten – sei es meine ganze Familie oder mein Boxverein oder meine Freunde und Mitarbeiter.

Foto: Konstantinos Sarigiannidis

Wenn du mal nicht boxt und im Gym bist, wie sieht dann dein Tag aus?

Nick Hannig: Entweder telefoniere ich gefühlt den ganzen Tag oder ich sitze am PC im Büro. Selbst und ständig halt, wie man so schön sagt.

Du bist bekennender Oldtimer-Fan – wurde dir auch dieses Hobby in die Wiege gelegt?

Nick Hannig: Kann man so sagen! Mein Vater hat schon immer coole Fahrzeuge gehabt, egal ob Motorräder oder Autos. Ich hab‘ daran dann auch schnell Gefallen gefunden. Wie der Vater so der Sohn also.

Als du in Berlin deinen ersten Titel bei den Profis geholt hast, war dein Opa im Ring stolz wie Bolle. Ist er dein größter Fan?

Nick Hannig: Auf jeden Fall! Ich glaube mein Opa hat jeden meiner Kämpfe live gesehen und ist mir selbst mit dem Auto nach Litauen zur EM gefolgt.

Welchen Einfluss hat dein Opa in deiner Karriere als Boxer genommen?

Nick Hannig: Im Boxen selbst vielleicht nicht so viel, aber dafür hat er mir immer in allen anderen Angelegenheiten, wie zum Beispiel dem Job oder auch der Familie, den Rücken freigehalten. Er hat viele organisatorische Dinge, wie Papierkram, erledigt und Telefonate, Beantragungen und so weiter für mich übernommen. Ich konnte mich dadurch besser auf das Boxen konzentrieren, das hat mir wirklich viel geholfen.

Mit deinem Vater Andreas hast du eine ganz besondere Verbindung, denn er ist nicht nur dein Trainer, sondern auch dein Trainingspartner. Ist das Vater-Sohn-Gespann das Erfolgsrezept?

Nick Hannig: Ja auf jeden Fall, wir können uns pushen und motivieren. Wir brauchen bloß neben die Garage gehen und in unserem eigenen kleinen Gym trainieren. Ich bin sehr froh darüber, denn das können nicht viele. Das Erfolgsrezept liegt aber darin, dass ich meinem Vater am meisten vertrauen kann – so wie keinem anderen. Wenn es mal nicht laufen sollte im Wettkampf, würde er es mir sagen und umgekehrt ist es genauso. Er weiß was ich kann und was nicht. Er ist Berater, Trainer, Freund und Vater und darüber bin ich sehr froh.

Gibt es etwas, was du deinen Fans noch sagen willst, ehe du am Samstag gegen Ryno Liebenberg in der BRITA Arena in Wiesbaden in den Ring steigst?

Nick Hannig: Meine Fans haben mich bisher total gepusht und dafür gesorgt, dass ich weitermache. Sie folgen mir überall hin, egal wo ich boxe. Das ist echt der Wahnsinn. Ich freue mich sehr auf lautstarke Unterstützung am Samstag und über jeden Einzelnen, der nach Wiesbaden kommt.

Der Kampfabend wird am 6. Juli live und kostenlos ab 21 Uhr auf fight24.tv übertragen. Tickets für die Petko´s FIGHT NIGHT in Wiesbaden sind erhältlich an allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter www.eventim.de, sowie unter der Petko‘s Ticket-Hotline unter Tel. +49 176 30 36 26 08.

Vor Kampf gegen Liebenberg: Nick Hannig exklusiv im Interview
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