
Oleksandr Usyk stand bei „Glory in Giza“ überraschend dicht vor einer Niederlage. Gegen Kickbox-Superstar Rico Verhoeven musste der Ukrainer über weite Strecken einem Rückstand hinterherlaufen, ehe er den Kampf in der elften Runde doch noch spektakulär drehte.
Verhoeven bringt Usyk an den Rand der Niederlage
Was auf dem Papier wie eine klare Angelegenheit für den erfahrenen Schwergewichts-Champion wirkte, entwickelte sich in Giza zu einer echten Bewährungsprobe für Oleksandr Usyk.
Von Beginn an zeigte Rico Verhoeven keinerlei Furcht. Der Niederländer agierte mit ungewohnter, teils unorthodoxer Deckungsarbeit, hielt den Kopf tief und suchte immer wieder aktiv den Vorwärtsgang. Während Usyk in der ersten Runde noch mit seiner gewohnten Beinarbeit und dem Jab den Rhythmus kontrollieren wollte, brachte Verhoeven bereits die ersten klaren Hände zum Kopf sowie harte Treffer zum Körper ins Ziel.

Auch in Runde zwei blieb der Kickbox-Champion aggressiv. Verhoeven versuchte, Usyk unter Druck zu setzen, ihn in die Ecken zu drängen und dessen Beweglichkeit einzuschränken. Der Ukrainer entkam vielen dieser Situationen zwar mit seiner Routine, doch die klareren Aktionen schienen zunächst beim Niederländer zu liegen.
In der dritten Runde setzte sich dieses Bild fort. Verhoeven zwang Usyk mehrfach in den Rückwärtsgang und überraschte mit seiner Präsenz im Ring. Erst jetzt fand Usyk vermehrt Konter zum Kopf und setzte erste sichtbare Akzente.
Usyk findet lange keine Antworten
Zur Kampfmitte übernahm Usyk phasenweise mehr Initiative. In Runde vier drehte der Ukrainer auf und brachte eine Serie sauberer Treffer ins Ziel, nachdem Verhoeven zunächst viel über die Führungshand gearbeitet hatte.
Doch Verhoeven blieb auch danach erstaunlich beweglich. Selbst in Runde fünf stand der Niederländer weiter auf schnellen Beinen und präsentierte sich physisch in bemerkenswerter Verfassung.
Usyk arbeitete in Runde sechs verstärkt mit dem Jab und suchte seine Chancen im Konter, doch ein echter Bruch im Kampfverlauf war nicht zu erkennen. Stattdessen wurde spätestens in Runde sieben deutlich, wie unangenehm dieser Stil für den Champion war. Usyk wirkte ungewohnt unsicher und fand gegen den erst in seinem zweiten Profiboxkampf stehenden Verhoeven nur selten zu seinem typischen Rhythmus.
Auch in Runde acht und neun blieb der Außenseiter konkurrenzfähig. Zwar landete Usyk gegen Ende der achten Runde einige starke Treffer mit langen Händen und Aufwärtshaken zum Kopf, doch insgesamt blieb der Eindruck bestehen, dass Verhoeven den Favoriten massiv forderte.

In Runde zehn schien das Momentum sogar klar beim Niederländer. Verhoeven arbeitete erfolgreich zum Körper, drängte Usyk immer wieder an die Seile und ließ vom Ring-IQ des Ukrainers über weite Strecken wenig erkennen. Erst in den Schlusssekunden meldete sich Usyk mit schweren Treffern zurück und brachte Verhoeven erstmals sichtbar in Schwierigkeiten.
Dramatisches Finish in Runde elf
Damit war klar: Usyk brauchte dringend die Entscheidung. Der Champion eröffnete die elfte Runde mit maximalem Risiko und warf alles nach vorne. Mehrere harte Treffer zum Kopf zeigten sofort Wirkung. Schließlich schlug ein linker Uppercut ein, der Verhoeven in der Ecke zu Boden zwang.
Der Ringrichter ließ den Niederländer zunächst weitermachen, doch Usyk setzte sofort entschlossen nach. Eine weitere Schlagserie zum Kopf zwang den Referee schließlich zum Abbruch bei 2:59 min!
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
Oleksandr Usyk verteidigte damit seinen WBC-Schwergewichtstitel in letzter Minute, nachdem er nach Punkten mutmaßlich deutlich zurückgelegen hatte. Bemerkenswert ist dabei auch der Umstand, dass nur der WBC den Kampf als WM-Duell sanktionierte, während IBF und WBA diesen Status nicht mittrugen.
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
Unabhängig vom Ergebnis bleibt Rico Verhoevens Leistung die eigentliche Überraschung des Abends. Der Niederländer, der erst seinen zweiten Profiboxkampf bestritt, brachte einen der besten Schwergewichtsboxer seiner Generation an den Rand einer Niederlage. Über viele Runden wirkte Verhoeven nicht wie ein Außenseiter, sondern wie der Mann, der den Kampf diktierte.
Selbst wenn am Ende die Erfahrung und die Klasse Usyks den Unterschied machten, war das ein Auftritt, der im Boxsport für Gesprächsstoff sorgen und in Erinnerung bleiben dürfte.
Nach dem Fight forderte Agit Kabayel Usyk im Ring heraus, endlich um den WBC-Titel boxen zu dürfen. Turki Alalshikh versuchte dem ganzen einen Strich durch die Rechnung zu machen und deutete an, ein Rematch zwischen Usyk und Verhoeven in den Niederlanden machen zu wollen.















Für mich wurde die letzte Gelegenheit genutzt, die „Panne“ noch abzuwenden. Verhoeven hatte die Arme noch oben und war nicht verteidigungsunfähig. Das wäre in den nächsten zehn Sekunden womöglich noch passiert, doch wir waren ja bereits bei 2:59. Ich mache mir den Spaß und punkte ab und zu mal mit und für mich hat Usyk Runde 4 und 5 geholt, alle anderen hatte ich bei Verhoeven, mit dessen Stil Usyk überhaupt nicht zurechtkam. Für mich hätte selbst eine erneute 10:8 – Wertung in Runde 12 nicht die Wende gebracht. Und dass der Referee hier so unnötig abbrach, bestätigt mich in meiner Annahme.
Dieser Abbruch war einfach nur ein Frechheit und fast schon ein Skandal…. ehrlich.
Ich bin wirklich ein großer Usyk Fan….aber hier hätte wenn die 12 Runde….und ein echter Ko den Sieg.gebracht…..ansonsten lag Usyk klar hinten….man kann sich als Box und Kampfsport Fan nur bei Rico entschuldigen…..
.