Upset in Kanada! Ramadan Hiseni bezwingt Alexandre Gaumont

Der Schweizer Ramadan Hiseni gewinnt den Hauptkampf in Kanada einstimmig nach Punkten.

Beim Kampfabend in Gatineau siegt der Schweizer verdient nach Punkten im Hauptkampf. Adam Deines verliert hingegen vorzeitig.

Am Donnerstag veranstaltete die größte kanadische Promotion, Eye of the Tiger, einen Kampfabend im Lac-Leamy-Casino in Gatineau. Die Besonderheit bestand darin, dass in beiden Hauptkämpfen deutschsprachige Kämpfer platziert waren – etwas, das man bei einer großen internationalen Boxveranstaltung nur selten sieht.

Im Hauptkampf wollte ein Schweizer abermals beweisen, dass er für große internationale Boxabende geschaffen ist. Das Match-up war auf dem Papier sehr ausgeglichen, dennoch galt der Schweizer überraschenderweise als klarer Underdog.

Ramadan Hiseni schickt seinen Kontrahenten im Hauptkampf zu Boden

Ramadan Hiseni trifft Alexandre Gaumont.
Foto: Eye of the Tiger

Im Hauptkampf absolvierte der Schweizer Ramadan Hiseni (22-2-2) seinen zweiten Kampf in Kanada. Das Mittelgewicht hatte bereits im vergangenen Jahr positive Erfahrungen in Nordamerika gesammelt, als er ein starkes Unentschieden erkämpfte, und wollte im zweiten Anlauf nun sogar den Sieg eintüten. Ihm gegenüber stand der ungeschlagene Lokalmatador Alexandre Gaumont (13-1), der im Vorfeld überraschend deutlich favorisiert wurde.

Der Kampf begann sehr druckvoll. Hiseni versuchte von Beginn an, die Ringmitte zu übernehmen und das Geschehen zu kontrollieren. Es folgten gute Schlagabtausche, das Publikum bekam einiges geboten. Insgesamt erschien Hiseni jedoch aktiver und auch etwas effektiver. Zudem stellte er es taktisch clever an und drehte insbesondere in den letzten 30 Sekunden der Runden nochmals für die Punktrichter auf.

Gaumont hatte allerdings stets auch seine Momente und konnte vor allem in der Mitte des Kampfes zeitweise die Oberhand gewinnen. Das lag primär daran, dass er boxerisch variabler agierte und seinen Jab zunehmend besser einsetzte, wodurch Hiseni in dieser Phase ausgepunktet wurde. Die entscheidende Szene sollte jedoch in Runde 9 folgen, als Hiseni mit einer satten Rechten den Favoriten hart zu Boden schlug und damit einen klaren Momentumwechsel im Kampf herbeiführte.

Trotz Auswärtskampfes ein verdientes und faires Punkturteil

Der Niederschlag stellte ein wichtiges Ereignis dar, da Gaumont zuvor durchaus gute Akzente gesetzt hatte. Hiseni versuchte im Anschluss sofort, den Kampf noch in Runde 9 vorzeitig zu beenden, fand das Finish jedoch nicht mehr. In der Schlussphase wirkte der Schweizer konditionell stärker und konnte auch die letzte Runde für sich entscheiden, da von Gaumont – abgesehen vom Clinchen – nicht mehr viel kam.

Beim Schlussgong riss Hiseni die Arme hoch und zeigte sich seines Sieges ziemlich sicher. Aus neutraler Perspektive war diese Einschätzung absolut nachvollziehbar, doch Neutralität ist bei Auswärtskämpfen bekanntlich selten. Ein Blick auf deutsche Veranstaltungen zeigt dies Woche für Woche eindrucksvoll. Umso positiver muss man hier die kanadischen Punktrichter hervorheben, die Hiseni den verdienten Sieg einstimmig mit 3 × 96:93 zusprachen – ein absolut korrektes Urteil.

Adam Deines unterliegt dem starken Imam Khataev vorzeitig

Imam Khataev stoppt Adam Deines in Runde 3.

Mit Spannung wurde auch das Co-Mainevent des Abends erwartet. Dort wollte sich der ehemalige WM-Contender Adam Deines (24-4-1) mit einem Erfolg auf internationaler Bühne wieder in der erweiterten Weltspitze zurückmelden. Ihn erwartete jedoch mit dem starken Imam Khataev (11-1) eine maximal schwierige Aufgabe. Khataev gewann Bronze bei den Olympischen Spielen in Tokio und bewies auch im Profibereich, dass er zu den besten Halbschwergewichten zählt. Seinen letzten Kampf verlor er zwar äußerst knapp nach Punkten gegen David Morrell (12-1), das Urteil gilt allerdings als höchst umstritten.

Im Kampf selbst versteckte sich Deines nicht, suchte konsequent seine Kontermöglichkeiten und fand diese auch regelmäßig. Nach einem guten Beginn musste der Deutsche jedoch bereits in der ersten Runde kurz zu Boden. Auch die zweite Runde verlief durchaus ordentlich für Deines, der sich viel bewegte und Khataev immer wieder mit der linken Schlaghand timte, während dieser wie gewohnt nach vorne marschierte und hohen Druck ausübte.

Der Kampf endete jedoch abrupt zu Beginn der dritten Runde, als Deines mit einem Körpertreffer erwischt wurde und sich etwas überraschend auszählen ließ. Offenbar ging der Schlag in Richtung Solarplexus, sodass sich Deines nicht mehr erholen konnte.

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