Universum Boxing Night 16: José Larduet und Ben Fresh siegreich

Boxen: Universum Boxing Night #16, Hamburg, 15.11.2025
Jose Larduet (CUB) – Edwin Mosquera (COL)
© Torsten Helmke

Bei der Universum Boxing Night 16 gab es im hauseigenen Gym Siege für die Lokalmatadoren, die sich für größere Aufgaben empfahlen.

Am Samstag lud Ismail Özen zur Universum Boxing Night 16 in Hamburg ein. Zwar war keine große Veranstaltung in einer edlen Location angedacht, dafür gab es intensiven und hautnahen Profiboxsport im hauseigenen neuen Universum Gym zu sehen. Auf dem Plan standen acht Profikämpfe, wovon sieben kostenlos auf YouTube übertragen wurden.

José Larduet siegt im Hauptkampf vorzeitig

Boxen: Universum Boxing Night #16, Hamburg, 15.11.2025
Jose Larduet (CUB) – Edwin Mosquera (COL)
© Torsten Helmke

Im Hauptkampf stand das kubanische Schwergewicht José Larduet (15-1), der seit inzwischen sechs Jahren bei Universum in Deutschland unter Vertrag steht. Nach einer langen und erfolgreichen Amateurkarriere galt er als Hoffnungsträger des finanzstarken Stalls, kam jedoch im Profibereich nie wirklich aus der Aufbauphase heraus. Zugespitzt hatte sich die Situation durch die erste Profiniederlage im vergangenen Jahr, wodurch Larduet etwas mit dem Rücken zur Wand stand.

Nun wollte er sich gegen das kolumbianische Cruisergewicht Edwin Mosquera (14-8-2) wieder für größere Aufgaben empfehlen und erschien körperlich durchaus solide in Form, wog weniger als in den vorherigen Kämpfen. Mit Mosquera hatte der physisch überlegene Larduet keinerlei Probleme und stoppte ihn per Körpertreffer in der zweiten Runde.

Die Hoffnung bleibt bei Larduet, dass er auf seine älteren Tage noch ein großes internationales Angebot erhält und sich auf großer Bühne präsentieren kann. Weitere Kämpfe im Gym können nicht seine Zukunft sein.

Lokalheld Eddy Demaj gewinnt einen harten Kampf

Boxen: Universum Boxing Night #16, Hamburg, 15.11.2025
Edison Demaj (ALB) – Frank Rojas (VEN)
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Besonders viele Fans konnte Edison Demaj (15-5-1) im Universum Gym mobilisieren. Der albanische Unternehmer und Familienvater wurde frenetisch bejubelt und sollte im ungewohnten Cruisergewicht auf Frank Rojas (25-21-1) treffen. Rojas war ein Gegner über Umwege – ursprünglich war ein dänischer Kontrahent geplant, der jedoch absagte. Das förderte die Motivation von Demaj nicht, dennoch bekam er einen knackigen Gegner serviert.

Der Kampf begann rassig, beide suchten die Nahdistanz und luden harte Haken. Demaj zeigte dabei eine kompakte und saubere Doppeldeckung, die Kopf und Körper gut schützte. Dadurch hatte Rojas zwar gewisse Erfolge, erschien im Schlagabtausch jedoch meist weniger effektiv.

Dennoch hatte Rojas seine Momente und gewann sicher ein bis zwei Runden, ohne jedoch den Kampf drehen zu können. Zudem machten sich konditionelle Probleme bemerkbar, weshalb es zum Ende hin unsauberer wurde und beide Boxer die Pausen dankbar nutzten. Demaj gewann die unangenehme Aufgabe schließlich verdient mit 2× 58-56 und 60-54 einstimmig.

Elvir Sendro stoppt Alpay Yaman krachend

Boxen: Universum Boxing Night #16, Hamburg, 15.11.2025
Elvir Sendro (BIH) – Alpay Yaman (GER)
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Einen sehenswerten Kampf gab es ebenfalls im Cruisergewicht, wo sich Elvir Sendro (17-0) und Alpay Yaman (17-5) gegenüberstanden. Sendro kam ungeschlagen und mit einer 100%igen KO-Quote, entsprechend war er klarer Favorit. Dennoch entpuppte sich der leidenschaftlich boxende Yaman als unangenehmer und beherzter Gegner, der stets seine Chance suchte.

Yaman übte viel Druck aus, drängte Sendro in den Rückwärtsgang und wollte den Kampf diktieren. Das gelang jedoch nur in Teilen, da ihm oft die Effektivität fehlte. Seine Angriffe wurden zu selten vorbereitet, Kombinationen waren Mangelware. Sendro sah die meisten Aktionen kommen und konnte ausweichen.

Der bosnische Puncher punktete im Rückwärtsgang mit dem Jab und verschärfte immer mal wieder wieder das Tempo im Vorwärtsgang. Zwar dürfte die dritte Runde an Yaman gegangen sein, insgesamt war Sendro jedoch klar der erfolgreichere Mann und beendete den Kampf in Runde 5 krachend durch einen Uppercut.

Ein weiterer vorzeitiger Sieg und die KO-Serie bleibt bestehen. Yaman kann trotz Niederlage zufrieden sein – er investierte viel und zeigte gute Momente, auch wenn es am Ende nicht gegen einen sehr starken Gegner reichte.

Yusuf Atmis empfiehlt sich für mehr

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Yusuf Atmis (GER) – Robin Zamora (NIC)
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Im Supermittelgewicht stand zudem Yusuf Atmis (9-0) im Ring. Der ehemals renommierte Amateurboxer möchte auch im Profibereich durchstarten und erhielt nach einigen Aufbaukämpfen mit Robin Zamora (22-45) zumindest seine erste kleinere Standortbestimmung.

Zamora gilt durchaus als giftiger Pressure-Fighter, der schwächelnde Gegner stark unter Druck setzen kann. Gegen den technisch fundierten Atmis war jedoch nichts zu holen. Zwar versuchte Zamora einiges, doch das meiste landete auf der stabilen Deckung von Atmis. Dieser zeigte sich deutlich variabler, punktete technisch sauber und attackierte vermehrt den Körper. In Runde 4 musste Zamora kurz zu Boden, der Treffer wirkte jedoch nicht besonders dramatisch.

Am Ende gewann Atmis souverän. Alle drei Punktrichter werteten folgerichtig 3× 60-53. Damit empfahl er sich für größere Aufgaben und sollte im neuen Jahr hoffentlich die Gelegenheit bekommen, sich auf größerer Bühne gegen ambitioniertere Gegner zu beweisen.

Ben Fresh ist zurück mit einem vorzeitigen Sieg

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Ben „Fresh“ Adwubi (GER) – Josip Pehar (CRO)
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Eine der Storys des Abends war das Comeback von Ben Adwubi (6-0), bekannt als „Ben Fresh“. Das Hamburger Schwergewicht gilt als erfahrener Kampfsportler und charismatische Persönlichkeit, die auch außerhalb des Rings Entertainment bietet. Nach einigen vielversprechenden Aufbaukämpfen war es ruhig um Adwubi geworden, doch nach 2,5 Jahren kehrte er nun in den Ring zurück.

In dieser Konstellation war kein allzu starker Gegner zu erwarten – entsprechend stand ihm der Kroate Josip Pehar (9-8) gegenüber, ein Cruisergewicht, das physisch klar unterlegen erschien. Pehar erkannte früh seine Chancenlosigkeit und versuchte hauptsächlich, Treffern zu entgehen. Adwubi jagte seinen sichtlich überforderten Gegner durch den Ring und stoppte ihn nach zwei Niederschlägen in Runde 2 mit Körpertreffern vorzeitig.

Es war kein glanzvoller Kampf – dafür war der Gegner nicht prädestiniert. Dennoch ist es erfreulich, dass Adwubi zurück im Profiboxen ist und hoffentlich im neuen Jahr mit besseren Ansetzungen wieder voll angreifen kann. Der Grundstein dafür wurde am Samstag gelegt.

„Ben Adwubi ist ein interessantes neues Projekt, weil er in erster Linie den Willen und die Bereitschaft zeigt, sich steigern zu wollen und täglich wirklich hart im Gym arbeitet. Dadurch, dass er ein „Quereinsteiger“ im Boxen ist, gilt es nun, das Niveau der Gegner zunächst behutsam zu steigern. Ben ist vom Mindset her grundsätzlich bereit, gegen jeden zu boxen, und möchte sich unbedingt schnell einen Namen in der echten Welt des Boxens machen und endlich das TikTok-Boxer-Image ablegen.“ beschreibt Matchmaker Marlon Esteban der weiteren Weg.

Naomi Mannes beweist ihre internationale Klasse

Boxen: Universum Boxing Night #16, Hamburg, 15.11.2025
Naomi Mannes (GER) – Patricia Martin Cabrera (ESP)
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Im Superweltergewicht kämpfte die Frankfurterin Naomi Mannes (8-3-1), die international bereits beachtliche Erfolge erzielt hat. So stand sie unter anderem in England im Kampf um die EBU-Europameisterschaft und bezwang anschließend die renommierte WM-Contenderin Hannah Rankin.

Nun traf sie auf die Spanierin Patricia Martin Cabrera (3-3), die über solide Amateurerfahrung verfügt. Cabrera suchte den Kampf und investierte viel, doch Mannes bewies internationale Klasse. Die Rechtsauslegerin bewegte sich geschickt, ließ Cabrera ins Leere laufen und setzte immer wieder blitzsaubere eigene Aktionen. Für eine Athletin in dieser hohen Gewichtsklasse wirkte ihre Performance beeindruckend explosiv und technisch klar überlegen.

Die Punktrichter sahen es genauso und werteten verdient einstimmig zugunsten von Mannes: 80-73, 79-74 und 78-74.

Mustafa Isa und Carlos Josue Angeles Toledo ebenfalls siegreich

Boxen: Universum Boxing Night #16, Hamburg, 15.11.2025
Mustafa Isa (GER) – Marko Petrivec (BIH)
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Im Schwergewicht gelang dem syrischen Cruisergewichtler Mustafa Isa (2-0), der als Flüchtling nach Deutschland kam, sein zweiter Profisieg. Der Boxer mit kurdischen Wurzeln möchte im Profibereich weiter Fuß fassen und hatte gegen den dankbaren Aufbaugegner Marko Petricevic (1-31) keine Probleme. Isa stoppte ihn bereits in der ersten Runde.

Zuvor erzielte im Superweltergewicht Carlos Josue Angeles Toledo (10-1) einen vorzeitigen KO-Sieg in Runde 2 über Pedro Verdu (29-34-4). Der Kampf wurde jedoch nicht übertragen.

Fertigung des neuen Universum-Gyms und hohe Aktivität im neuen Jahr

Boxen: Universum Boxing Night #16, Hamburg, 15.11.2025
Erläutert seine Visionen: Ismail Özen
© Torsten Helmke

Grundsätzlich hat man bei Universum Boxpromotion alle Hände voll zu tun. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht weiterhin die Fertigstellung des neuen Universum-Gyms in der Lagerstraße 11, das zu einem Hotspot für den Boxsport in der Millionenmetropole werden soll. Ob international angesehene Profiboxer oder lokale Boxneulinge – sie alle sollen dort ein Zuhause finden. Aktuell befindet man sich noch mitten in der Renovierungsphase, doch Ismail Özen ließ es sich nicht nehmen, das Jahr 2025 mit einer provisorischen Veranstaltung im neuen Gym zu beenden.

„Auch wenn wir Ende vergangenen Jahres noch die große internationale WBC-Convention und damit einige Stars des Boxgeschäfts nach Hamburg in den Universum-Boxstall locken konnten, ist das darauffolgende Jahr 2025 leider nicht so erfolgreich verlaufen. Neben der Umstrukturierung im Mitarbeiterteam gibt uns die Fertigstellung des neuen Gyms im Herzen der Stadt große Motivation, das ruhige Jahr 2025 als vergessen anzusehen und im neuen Jahr 2026 wieder voll durchzustarten. Das bedeutet: Alle können sich sicher sein, dass Universum im Jahr 2026 große und auch internationale Kampfabende liefern wird.“ so Marlon Esteban.

Auch der sportliche Aufbau der Profiboxer ist ein zentrales Ziel. Ben Fresh soll weiter aufgebaut werden; große nationale Kämpfe sind im neuen Jahr denkbar. Yusuf Atmis bereitet ebenfalls große Freude und entwickelt sich prächtig unter den Fittichen des ehemaligen Weltmeisters Artur Grigorian. Für ihn dürfte im neuen Jahr die Zeit gekommen sein, weiter oben anzugreifen. Auch bei José Larduet werden im kommenden Jahr hohe Erwartungen gestellt. Das massige Schwergewicht benötigt internationale Kämpfe und muss diese nun endlich erhalten. Man darf gespannt sein.

„Bei José kann es nur einen Plan geben: schwitzen, fit werden und in Form kommen. Den Rückkampf gegen den Ukrainer anvisieren, weil dieser für ihn persönlich ist. Gleichzeitig arbeiten wir hart daran, ihm eine Möglichkeit für einen Kampf im Ausland gegen einen großen Namen zu ermöglichen.“ erörtert Marlon Esteban die Aussicht.

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