
Im Ebertbad findet das nächste UGRO-Event statt. Serhat Parlak bestreitet den Hauptkampf, MMA-Star Khurshed Kakhorov feiert sein Debüt.
Am Samstag ist es wieder so weit: Das UGRO Boxteam lädt zur nächsten großen Profiboxgala ins Ebertbad nach Oberhausen ein. Wie immer ist dabei eine volle Fightcard mit starken Boxern aus NRW geplant. Ob junge Talente oder gestandene Kampfsportgrößen – sie alle werden in den Ring steigen und sich von ihrer besten Seite präsentieren wollen.
Die Fightcard hält zudem zwei echte Highlights bereit. Zum einen wird im Hauptkampf ein spannendes Gewichtsklassendebüt erfolgen, zum anderen gibt auf der Undercard ein echter Kampfsportstar sein Profiboxdebüt.
Serhat Parlak bestreitet den Hauptkampf

Den Hauptkampf des Abends wird Serhat Parlak (6-1) bestreiten, einer der Aushängeschilder des UGRO Boxteams. Parlak war zu Amateurzeiten äußerst erfolgreich, gewann die nationale U22-Meisterschaft und wurde Deutscher Hochschulmeister. Seit 2022 arbeitet er akribisch an seiner Profikarriere und hat sich dabei die Unterstützung des UGRO Boxteams gesichert, mit dem er gemeinsam den Weg nach oben gehen will.
Dass diese Partnerschaft mehr ist als nur ein loser Zusammenschluss auf Zeit, zeigt auch die gemeinsame Vergangenheit. Parlak war einst beim Boxclub Ringfrei 1921 Oberhausen aktiv, wo er seine boxerischen Anfänge machte. Jahre später erfolgte mit dem UGRO Boxteam der Profibox-Ableger – und beide Seiten fanden wieder zusammen.
Mit Erfolg: Im März wurde feierlich das UGRO Box Gym in Duisburg eröffnet, ein echtes Herzensprojekt von Parlak. Es soll in einer strukturschwachen Region Kinder und Jugendliche von der Straße holen und ihnen Disziplin und Werte vermitteln – Grundlagen, die maßgeblich dazu beitragen können, dass junge Menschen nicht auf die schiefe Bahn geraten.
Eine Niederlage als Chance zur Verbesserung
Im vergangenen Januar musste Parlak jedoch eine sportliche Niederlage hinnehmen. In einem sehenswerten Kampf unterlag er dem Ex-Weltmeister Tyron Zeuge (29-2-1) knapp nach Punkten bei einer German Boxing Series-Veranstaltung in Köln. Ein Rückschlag für den ambitionierten Duisburger, aus dem er jedoch Stärke ziehen möchte. Anstatt Ausflüchte zu suchen oder sich demotiviert zu zeigen, arbeitet Parlak die Niederlage akribisch auf und sucht nach Verbesserungen, damit es künftig noch erfolgreicher läuft.
Ein zentraler Baustein dabei ist der Wechsel der Gewichtsklasse: Der 1,87 m große Parlak steigt vom Supermittelgewicht ins Mittelgewicht ab. Ein ambitioniertes Ziel, von dem er sich physische Vorteile und eine bessere Reichweite erhofft.
„Ich gehe jetzt in die Gewichtsklasse, in die ich gehöre. Und dann mal sehen, was für ein physisches Monster ich werde. Denn ich bin auch ein sehr physischer Kämpfer – neben der ganzen Technik. Für die großen Kämpfe muss ich den Gewichtsvorteil definitiv nutzen und darf keinen Nachteil haben“, sagte Parlak auf Boxen1-Nachfrage.
Sein Debüt im Mittelgewicht gibt er nun in Oberhausen, wo er auf einen aggressiven Kontrahenten treffen wird.
Robin Zamora – besser als der Kampfrekord vermuten lässt

Younes Zarraa (GER) – Robin Zamora (NIC)
© Torsten Helmke
Ursprünglich war ein starker Argentinier als Gegner für das Mittelgewichtsdebüt von Parlak im Gespräch, doch daraus wurde leider nichts. Nach Oberhausen wird stattdessen der erfahrene Nicaraguaner Robin Zamora (22-40) reisen – ein Boxer, der deutlich besser ist, als es sein Kampfrekord vermuten lässt.
Zamora hat zwar bereits 40 Niederlagen auf dem Konto, viele Punktentscheidungen waren jedoch äußerst umstritten. So etwa im vergangenen Mai bei seiner Niederlage in Slowenien gegen Andrej Bakovic (18-1), wo er das Geschehen klar bestimmte, aber dennoch per geteilter Punktentscheidung verlor. In seinem letzten Kampf in Spanien konnte der gefährliche Zamora hingegen einen vorzeitigen Sieg über Alvaro Godoy (7-4) feiern – diesmal ohne die Punktrichter bemühen zu müssen.
„Er ist ein tougher Mann. Er hätte viele Kämpfe gewinnen müssen, die in seiner Bilanz als Niederlage stehen.“
Zamora gilt als enorm aggressiver Boxer, der ständig den Vorwärtsgang sucht und für seine Gegner äußerst unbequem ist. Technisch wirkt das nicht immer sauber, mitunter auch etwas unfair, wenn er mit dem Kopf voran stürmt. In jedem Fall ist er nur schwer zu kontrollieren. Parlak verfügt allerdings über die nötigen Reichweitenvorteile und boxerischen Grundlagen, um Zamora den Zahn zu ziehen. Dennoch wird es spannend zu sehen sein, wie sich der Duisburger physisch in der neuen Gewichtsklasse präsentieren wird.
„Ich bin auf alles vorbereitet. Wenn es über die volle Distanz geht, bin ich vorbereitet – und auch, wenn ich ihn anklingle, um den Sack vorher zuzumachen. Zudem werde ich in diesem Kampf Dinge zeigen, die ich bisher noch nicht gemacht habe – als kleine Überraschung!“, kündigte Parlak an.
MMA-Star Khurshed Kakhorov gibt sein Profiboxdebüt

Auch die Undercard hat einiges zu bieten – darunter das Profiboxdebüt von Khurshed Kakhorov im Mittelgewicht. Kakhorov ist in der Kampfsportszene eine echte Größe und feierte internationale Erfolge im MMA. So gewann er etwa das PFL Europe-Turnier 2023 im Bantamgewicht. Zuvor stand er auch beim mittlerweile eingestellten Bellator-Format unter Vertrag.
Anstatt sich weiterhin mit den weltbesten MMA-Fightern zu messen, wagt Kakhorov nun den Schritt in den Boxring – und folgt damit seiner populären Ehefrau Mandy Böhm (4-1). Böhm war selbst eine Weltklasse-Kampfsportlerin und vertrat Deutschland sogar in der UFC. Statt im Ausland für große Organisationen zu kämpfen, entschied sich die Gelsenkirchenerin bewusst für die Rückkehr nach Deutschland. Gemeinsam mit ihrem Ehemann gründete sie die Kampfsportschule Monster Academy und möchte ihren Lebensmittelpunkt künftig in NRW verankern – ebenso wie ihre weitere Profikarriere.
„Ich kann es kaum erwarten. Ich liebe den Boxsport und freue mich sehr, dass sich endlich die Gelegenheit ergeben hat, aktiv ins Boxgeschehen einzusteigen“, sagte Kakhorov auf Boxen1-Nachfrage. „Ich bin Kämpfer durch und durch und bereit, mich jederzeit auch im Boxsport zu messen. Wir werden sehen, welche Chancen sich eröffnen und was die Zeit bringt.“
Neben Ehemann Kakhorov wird auch Böhm in Oberhausen in den Ring steigen. Sie fordert im Superleichtgewicht eine erfahrene Boxerin aus Tansania heraus, die bereits 17 Profisiege aufweist.
Wenige Tickets sind noch verfügbar
Auch zahlreiche weitere Boxer werden im Ebertbad zu sehen sein. Unter anderem Hamza Salahudin (15-0), dem eine große boxerische Zukunft nachgesagt wird. Das ungeschlagene Halbschwergewicht war zuletzt auch erfolgreich bei der Ringlife Combat Series aktiv und bestreitet in Oberhausen nun seinen 16. Profikampf.
Ebenfalls im Einsatz: Samuel Adefolabi (1-0). Der Bundesliga-Kämpfer feierte im April sein Profidebüt und strebt nun seinen zweiten Sieg im Cruisergewicht an.
Zurück in die Erfolgsspur will zudem Granit Stein (18-1-1) finden. Stein gab im Dezember sein US-Debüt im Halbschwergewicht, das er umstritten nach Punkten verlor. Nun startet in Oberhausen die Mission Wiedergutmachung.
Die Kämpfe im Ebertbad in Oberhausen beginnen am Samstag um 19 Uhr. Eine kostenlose Übertragung findet auf den sozialen Kanälen statt. Resttickets sind noch telefonisch oder schriftlich unter den bekannten Kontaktdaten verfügbar.
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