Trotz Ausfällen zum Auftakt: NSV-Boxer wollen zählbares mitnehmen

NSV-Cheftrainer Andreas Dietrich-Scherfling / Foto: Christoph Keil
NSV-Cheftrainer Andreas Dietrich-Scherfling / Foto: Christoph Keil

Mit einem Auswärtskampf beim bayerischen Boxclub Straubing starten die Bundesliga-Boxer der Nordhäuser SV am kommenden Samstag in die neue Saison 2016/17.

Saisonvorbericht BC Straubing – Nordhäuser SV

Autor: Johann Reinhardt / Fotos: Christoph Keil

Trotz der schwierigen Auftakthürde visiert das Team von Cheftrainer Andreas Dietrich-Scherfling erste Punkte im Kampf um den Staffelsieg und den Einzug in das große Finale um den Meistertitel an. „Minimalziel ist ein Unentschieden, wenn es optimal läuft der Sieg. Natürlich ist es auswärts schwieriger als zuhause, aber wir haben das Potential bestehen zu können“, so Dietrich-Scherfling.

Mit guten Erinnerungen treten die Nordthüringer die Reise nach Bayern an. Im Vorjahr verzichteten die Straubinger zwar auf eine Bundesliga-Teilnahme, in der Meistersaison 2014/15 gelang allerdings ein 11:8 Erfolg beim Team von Trainer Hans Buchmeier. Sollte es diesmal ähnlich gut laufen, wären die NSV-Verantwortlichen sicher zufrieden, denn ganz verschont von den üblichen Abstellungssorgen blieben sie erneut nicht. Zudem hat der Straubinger BC mit dem Deutschen Meister Edgar Walth, Vize-Meister Granit Shala, Olympiateilnehmer Hamza Touba sowie dem Niederländer Max van der Pas einige Hochkaräter im Kader. Insbesondere nach dem Sieg der Chemnitzer zum Saisonauftakt der Staffel Süd in Hannover am vergangenen Wochenende wäre ein Punktgewinn in der Donaustadt umso wichtiger. „Das war schon überraschend, aber wer auswärts gewinnt, ist bei nur sechs Kämpfen auf jedem Fall ein ernstzunehmender Gegner um den Staffelsieg“, warnt der Nordhäuser Mannschaftsleiter Michael Döring vor dem BC Chemnitz, letztjähriger Meister der 2. Bundesliga.

Balázs Bacskai (blaues Dress) / Foto: Christoph Keil
Balázs Bacskai (blaues Dress) / Foto: Christoph Keil

Beim Nordhäuser SV fällt im Halbschwergewicht Ibragim Bazuev aus, Superschwergewichler Max Keller fehlt aufgrund eines internationalen Turnieres in Russland und auch das Thüringer Eigengewächs Silvio Schierle muss passen. Der Saalfelder befindet sich aktuell auf dem Bundeswehr-Grundlehrgang und wird erst im ersten Heimkampf gegen Chemnitz seine Premiere feiern. „Das schwächt uns natürlich schon, denn sie alle wären absolute Leistungsträger wenn sie verfügbar sind“, erklärt Dietrich-Scherfling. Erschwerend hinzu kommen in diesem Jahr die neuen Regeln: Maximal zwei über 21-jährige ausländische Sportler dürfen in den Ring steigen und auch die Zahl der deutschen Kadersportler ist auf zwei limitiert. Ein Platz ist an Leistungsträger Balázs Bacskai vergeben, der vergangenes Wochenende seinen ungarischen Meistertitel verteidigte und seine gute Form nachgewiesen hat. Um den zweiten Platz streiten sich Bacskais Landsmann und Neuzugang Roland Galos sowie Halbschwergewichtler Peter Mullenberg aus den Niederlanden: „Hier werden wir noch abschließend entscheiden, wer von den beiden in den Ring steigt.“

Mit Schwergewichtler Roman Gorst vertraut Dietrich-Scherfling zum Auftakt auf einen langjährigen Straubinger, denn noch vor zwei Jahren stand er in der Bundesliga für die Bayern im Ring. „Roman kennt natürlich viele seiner früheren Teamkollegen und kann dazu möglicherweise im Vorfeld noch ein paar Tipps geben. Außerdem wird er gegen seinen früheren Verein besonders motiviert sein“, hofft Dietrich-Scherfling. Ebenfalls einen kurzen Anreiseweg hat Bantamgewichtler Ramon Sharafa, der in Nürnberg lebt und trainiert. Das NSV-Oktett vervollständigen die Jungspunde Wladislaw Baryshnik (Halb-Weltergewicht), Stephan Nikitin (Mittelgewicht) und Simon Brocilo (Superschwergewicht) – das Trio zählt zu der hoffnungsvollen jungen Garde, die in diesem Jahr ihr Bundesliga-Debüt feiert und von Dietrich-Scherfling und Döring das Vertrauen erhält. „Sie können in Straubing zu den Matchwinnern werden und überraschen. Das Potential dazu haben sie auf jeden Fall“, so Döring.