
Der strauchelnde französische Olympiasieger schließt sich Frank Warren an – dessen Schwergewichtsimperium wächst weiter.
Einst galt der Olympiasieger von 2016 im Superschwergewicht als eine der ganz großen Hoffnungen im Profiboxen. Tony Yoka (14-3) wechselte mit vielen Vorschusslorbeeren ins Profigeschäft und unterschrieb prompt einen millionenschweren Exklusivvertrag bei Canal+ in Frankreich. In der Aufbauphase ließ er sein Können und seine Schlagkraft mehrfach aufblitzen und sicherte sich zahlreiche vorzeitige Siege gegen solide Gegner. Viele Experten sahen in ihm einen zukünftigen Weltmeister – doch sie sollten sich irren.
Im Mai 2022 verlor Yoka überraschend klar gegen Martin Bakole (21-2-1) – ein echtes Upset zu jener Zeit. Ein einmaliger Ausrutscher? Wohl kaum, denn es folgten weitere Punktniederlagen: gegen den alternden Carlos Takam (40-8-1) sowie gegen Cruisergewichtler Ryad Merhy (34-3). Vor allem die Niederlage gegen Merhy war verheerend und ließ selbst die größten Optimisten zweifeln, ob Yoka noch einmal zur Weltspitze zurückfinden kann.
Neustart bei Frank Warren und Queensberry Promotions

Nach dem Rückschlag gegen Merhy musste sich der 33-Jährige neu erfinden. Er bestritt zwei kleinere Aufbaukämpfe in Großbritannien, um Selbstvertrauen zu tanken. Im vergangenen Mai gelang ihm ein knapper, aber wichtiger Punktsieg über den zuvor ungeschlagenen Arslan Yallyev (16-1) in Paris. Auffällig war dabei, dass Yoka an Physis zugelegt hatte – ganze 7 kg mehr als im Merhy-Kampf.
Der 33-Jährige träumt nun, nach dem Erfolg gegen Yallyev, von einer späten Weltkarriere im Profiboxen. Zwar wirkt er aufgrund der schwachen Leistungen und Niederlagen der letzten Jahre angeschlagen, doch mit der Unterschrift bei Queensberry Promotions unter der Leitung von Frank Warren erhofft er sich einen letzten großen Anlauf.
Ob Warren tatsächlich das passende Umfeld für Yoka darstellt, bleibt abzuwarten. Fest steht: Queensberry verfügt aktuell über das stärkste Schwergewichts-Aufgebot weltweit. Namen wie Daniel Dubois (22-3), Agit Kabayel (26-0), Joseph Parker (36-3) oder Supertalent Moses Itauma (12-0) sprechen für sich. Damit ist wahrscheinlich, dass Yoka künftig eher in stallinternen Duellen zum Einsatz kommt – an sportlich hochklassigen Kämpfen wird es ihm jedoch nicht mangeln.














