Titelkampf heute in Quakenbrück: Ilyas Can Kali vs. Nicolas Jara

Wird einen der Hauptkämpfe in Quakenbrück bestreiten: Ilyas Can Kali.

In der Artland Arena finden heute zahlreiche Profiboxtitelkämpfe statt, aber auch zwei Influencer-Duelle sind live auf Fight24 zu sehen.

Am heutigen Samstag lädt Kali Box-Promotion in Kooperation mit Handelstein Promotion zum nächsten Kampfabend ein. In der Artland Arena in Quakenbrück, die im Alltag hochklassiges Basketball präsentiert, werden Körbe durch wuchtige Volltreffer im Ring ausgetauscht. Über zehn Profikämpfe sind geplant, wobei im Zentrum des Abends der Bielefelder Ilyas Can Kali (14-0-1) steht. Das ungeschlagene Weltergewicht konnte sich zuletzt im September in einem harten und ausgeglichenen Kampf knapp den WBA-Continental-Titel gegen den Mexikaner Eduardo Leonel Rodriguez (14-5-2) sichern. Nun wartet eine Titelverteidigung auf Kali, und es steht der nächste heißblütige Latino an.

Kurzfristiger Gegner mit der Problematik des Southpaws

WBA-Titelkampf zwischen Ilyas Can Kali und Nicolas Ezequiel Jara.

Zwar stand der Kampf schon länger im Raum, doch die Gegnerfindung stellte sich für eine Titelverteidigung als nicht einfach dar. Entweder waren die Forderungen zu hoch, oder die WBA lehnte zahlreiche Gegnervorschläge ab. Am Ende stand die Titelpaarung sogar auf der Kippe, doch man konnte noch kurzfristig den Argentinier Nicolas Ezequiel Jara (16-8) verpflichten. Jara ist ein erfahrener Mann, der in 24 Profikämpfen trotz zahlreicher hochkarätiger Kontrahenten noch nie vorzeitig gestoppt wurde.

„Er ist ein starker Gegner, kommt aus dem Kickboxen und Muay Thai. Er macht irgendwie alles und ist ein zäher Bursche, ist noch nie zuvor in seinem Leben KO gegangen. Seine Niederlagen waren gegen sehr starke Leute, selbst da ist er nie KO gegangen“, schätzt Ilyas Can Kali seinen kommenden Gegner auf Boxen1-Nachfrage ein.

Bemerkenswert ist zudem, dass Jara der erste Southpaw-Gegner in Kalis Karriere sein wird. Ein Umstand, der nicht ungefährlich erscheint, da man sich auf deutscher Seite nicht speziell auf einen Southpaw eingestellt hat. Insgesamt führt das dazu, dass der Kampf durchaus anspruchsvoll werden könnte. Dennoch möchte Kali unbedingt mit einer erfolgreichen Titelverteidigung in die Top 10 der WBA vorstoßen, was seinen Wert als momentaner Free Agent nochmals steigern würde.

„Für mich ist das kein Problem, weil ich ein Switch-Hitter bin, ich beherrsche die Links- und Rechtsauslage. Ich verstehe deshalb die Winkel auch gut, wie ein Southpaw arbeitet“

Mit einem neuen Ernährungscoach zum Erfolg

Jara kommt mit einigem Aufwind nach Deutschland und sicherte sich drei starke Siege in Folge. Zuletzt sah man den Argentinier auf der „Noche de Leyendas“-Veranstaltung im Rahmenprogramm von Ex-Weltmeister Sergio Martinez, wo er im April in einem modifizierten Boxkampf mit MMA-Handschuhen einen vorzeitigen Sieg in Runde zwei feierte.

Dennoch glaubt Kali fest an seine Qualitäten und ist davon überzeugt, heute seine beste Performance zeigen zu können. Hierfür hat er sich nochmals verändert aufgestellt und einen neuen Ernährungsberater hinzugezogen, der auch Tyson Fury betreut. Dadurch soll das Gewichtsmanagement optimiert und mehr Reserven für den Kampf freigesetzt werden.

„Ich habe meine Ernährung umgestellt und arbeite nun mit dem Ernährungsberater von Tyson Fury und Billy Joe Saunders zusammen. Er hat mich durch die Vorbereitung begleitet. Es war bislang mein bestes Trainingscamp. Das sage nicht ich, das sagt mein Trainer, der eigentlich immer kritisch ist.“

Serhat Parlak möchte wieder angreifen

Serhat Parlak möchte im Mittelgewicht zur Weltspitze gehören.

Im Mittelgewicht möchte auch Serhat Parlak (7-1) wieder für Furore sorgen. Der Mann vom Ugro-Boxteam blickt auf eine fundierte Amateurlaufbahn zurück und konnte sich auch bei den Profis bereits den Deutschen Meistertitel (BDB) sichern. Anfang des Jahres sollte ein größerer internationaler WBC-Titelkampf in der Ukraine stattfinden – auch ein Duell auf der Undercard von Kabayel vs. Knyba in Oberhausen war im Gespräch. Beides zerschlug sich, und Parlak blieb nun unerwartet ein Dreivierteljahr ohne Kampf.

„Es ist alles ausgefallen, Vorbereitung für Vorbereitung. Dann habe ich eine lange Pause gemacht und mich komplett erholt“, schilderte Parlak auf Boxen1-Nachfrage.

Nach den Enttäuschungen zu Beginn des Jahres erscheint Parlak nun umso motivierter, endlich wieder sein Können im Ring unter Beweis zu stellen. Dafür hat er sich entsprechend lange vorbereitet: „Ich habe mich für diesen Kampf insgesamt zehn Wochen vorbereitet“, so Parlak weiter, der sich ins Sparringcamp nach Frankreich begab.

Ein Sieg würde Parlak in Richtung der Top 100 bringen

Er trifft am Samstag nun auf den Tansanier Ramadhan Mkwakwate (12-3-1), der in den Rankings vor Parlak gelistet ist und entsprechende Sprünge ermöglichen würde. Damit Quakenbrück einen wirklich sehenswerten Kampf über acht Runden verfolgen kann, hat man Mkwakwate sogar eine längere Vorbereitungszeit eingeräumt – was im Profiboxen keineswegs Standard ist, da viele Kämpfe erst kurzfristig fixiert werden.

„Wir haben ihn schon zwei Monate vorher kontaktiert und ihm Trainingszeit gegeben. Er ist 30 Plätze vor mir gerankt, mit einem Sieg wäre ich mit meinem neunten Kampf schon knapp an den Top 100 dran.“

Neben dem Sparring in Frankreich begab sich Parlak auch regelmäßig in den Fightclub Bergheim, wo er sich mit Trainer Chaouki Harnafi intensiv vorbereitete, der auch Ilyas Can Kali betreut. Weitere Sparringseinheiten absolvierte er zudem mit dem starken Serkay Cömert (10-0), der kürzlich in Frankfurt sein Comeback erfolgreich feierte. Zum kommenden Gegner hat Parlak eine klare Einschätzung und warnt:

„Ich schätze meinen Gegner als hungrig ein. Er kommt nicht aus Afrika, um einfach etwas Geld zu kassieren – nein, er will hier ein Statement setzen, damit er weitere Kämpfe bekommt. Ich denke, dass er mich unterschätzen wird wegen meiner offiziell mangelnden Erfahrung, was aber natürlich nicht stimmt.“

Der inoffizielle Hauptkampf des Abends

Serhat Parlak und Ramadhan Mkwakwate.

Parlak wechselte nach seiner ersten Profiniederlage gegen Tyron Zeuge die Gewichtsklasse und bestreitet nun seinen zweiten Kampf im Mittelgewicht, wo er seitdem insbesondere physisch zugelegt hat – was er am Samstag unter Beweis stellen möchte.

„Ich bin definitiv nicht mehr derselbe wie im Tyron- oder Zamora-Kampf, sondern habe ein paar Schippen draufgelegt – vor allem physisch, aber auch in Sachen Explosivität und Beweglichkeit. Am Samstag werde ich inoffiziell eigentlich den Hauptkampf der Veranstaltung machen. Wenn man sich die Rankings anschaut, kann man erwarten, dass es der beste Kampf des Abends wird“, so Parlak abschließend.

Starkes Rematch mit Emre Sayili + zwei Showkämpfe

Zahlreiche weitere Profikämpfe werden stattfinden, darunter das mit Spannung erwartete Rematch im Superleichtgewicht zwischen Emre Sayili (6-1) und Flecher Silva (19-7). Sayili musste sich im Mai 2025 vorzeitig geschlagen geben und möchte es nun im zweiten Anlauf besser machen – gelingt dies?

Im Halbschwergewicht ist zudem Kambis Rahmani (15-2-1) zu sehen, der um den WBC-Asian-Titel antreten wird, und zwar gegen Branislav Malinovic (20-10-2), sowie vieles mehr.

Neben den Profiboxkämpfen werden auch noch zwei Showkämpfe stattfinden. Ursprünglich war geplant, dass das Rematch zwischen Sinan G und Brian Keller stattfindet – kurzfristig wurde dieser Kampf jedoch abgesagt. Sinan G erhält nun einen Ersatzgegner aus Lateinamerika. Ebenso ist der Musiker Manuellsen wieder aktiv, der ebenfalls mit einem Latino den Ring teilen wird. Die Erwartungshaltung sollte jeweils nicht zu hoch sein.

Fight24 überträgt heute im PPV

Fight24 überträgt den Kampfabend live aus Quakenbrück.

Die Veranstaltung in der Artland Arena in Quakenbrück ist nahezu vollständig ausverkauft, einige Resttickets sind jedoch noch über Reservix erhältlich.

Zudem wird der Übertragungspartner Fight24 das Event heute live ab 18 Uhr im PPV übertragen.

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