Titelkampf am Samstag in Berlin: Jan Meiser vs. Armend Hasani

Fightposter: KUC Boxing – Ringside Dinner Night Vol. 9

Im Titanic Chaussee-Hotel findet die KUC Boxing Ringside Dinner Night Vol. 9 statt, die eine starke Fightcard garantiert – live auf Fight24.

Am kommenden Samstag erhält die Hauptstadt wieder einmal eine interessante Veranstaltung, wenn KUC Boxing Promotion zur inzwischen 9. internationalen Box-Gala bittet. Nach einigen vielversprechenden Events in Falkensee findet nun endlich wieder ein Event im Herzen der pulsierenden Metropole statt. Geplant ist ein exklusives Ringside-Dinner-Event im Titanic Chaussee-Hotel in Berlin-Mitte.

Vor überschaubarer Kulisse im edlen Ambiente sind Plätze mit bester Sicht garantiert. Neben zahlreichen mundenden Speisen beim Abenddinner bekommen die Boxsportfreunde zusätzlich zehn Profikämpfe serviert, die alle Geschmäcker treffen sollen. Eine Übertragung erfolgt live auf Fight24.

Jan Meiser verteidigt die Internationale Deutsche Meisterschaft gegen Armend Hasani

Boxen: KUC Box-Promotion, Falkensee, 18.10.2025
BDB International Titel: Jan Meiser (GER) – Aleksander Kallashi (ALB)
© Torsten Helmke

Im Hauptkampf steht der amtierende Internationale Deutsche Meister (BDB) im Superweltergewicht, Jan Meiser (19-2-1), der seinen Gürtel verteidigen möchte. Meiser gewann den Titel im vergangenen Mai und konnte ihn zuletzt im Oktober überzeugend gegen den Deutsch-Albaner Aleksander Kallashi (12-4) verteidigen. Es war eine starke und reife Leistung von Meiser, der seine Qualität im Rückwärtsgang ausspielte und seinen Kontrahenten taktisch diszipliniert ausboxte.

Nun wartet mit Armend Hasani (9-2) der nächste Deutsch-Albaner auf Meiser, der eine ähnliche Marschroute wie Kallashi verspricht. Hasani gilt als kompromissloser Offensivfighter und lieferte sich im Juni 2024 eine packende Schlacht um die Deutsche Meisterschaft im Mittelgewicht gegen Besir Ay, die er nur knapp nach Punkten verlor. Nun erhofft er sich, eine Gewichtsklasse tiefer boxend, den Titelsieg, der ein echtes Karrierehighlight darstellen würde.

Doch wie gelingt es Hasani, es diesmal entscheidend anders zu machen als sein Landsmann Kallashi? Hierfür hat er sich intensiv mit Trainer Sebastian Tkacz vorbereitet und insbesondere an der effektiven Druckausübung gearbeitet.

„Sein Stil ist mir bekannt. Für mich wird es nichts Neues sein, gegen jemanden zu boxen, der nur versucht, über die Runden zu kommen. Den Gegner unter Druck zu setzen, gehört zu meinen Stärken“, beschreibt Hasani die Herausforderung gegenüber Boxen1.

Berlin darf sich auf einen technisch anspruchsvollen und intensiven Titelkampf gefasst machen, wobei sich Hasani seines Sieges sicher ist.

„Ich werde der neue Titelträger, weil ich hart trainiert habe, mein Ziel konsequent verfolgt habe und immer mein Bestes im Ring gebe!“, so der hungrige Herausforderer.

Fanliebling Justin Schmager kämpft gegen Yaser Yüksel

Justin Schmager vs. Yaser Yüksel

Intensiv dürfte es auch im Co-Mainevent zugehen, in dem der Köpenicker Fanliebling Justin Schmager (6-2-1) auf den unerschrockenen Selfmade-Boxer Yaser Yüksel (16-11-1) trifft. Schmager boxte im Mai des vergangenen Jahres bereits im Hauptkampf einer KUC-Boxing-Veranstaltung in Potsdam, wo er sich nach Punkten im Kampf um die Deutsche Meisterschaft geschlagen geben musste. Besonders imponierend war dabei jedoch sein Anhang: Gefühlt reisten allein 500 lautstarke Fans ausschließlich für Schmager an. Dies beeindruckte auch Promoter Almin Kuc, der nur allzu gerne auf die Dienste des zuschauerstarken Fanlieblings setzt.

Mit Yüksel wartet nun ebenfalls ein physischer Offensivboxer, der gerne im Infight austeilt. Yüksel kommt aus einer schwierigen Phase, in der es neben ausbleibenden sportlichen Erfolgen zuletzt auch im privaten Umfeld nicht leicht für ihn war. Doch Aufgeben ist für ihn keine Option. Er erträgt alles und möchte daraus sogar Motivation und Energie ziehen, um weiterzukämpfen und erfolgreich zu sein.

Zwar gilt Yüksel als Underdog im Kampf, doch rein boxerisch muss er sich vor Schmager vermutlich nicht verstecken, der tendenziell über die Physis punktet.

„Schmager geht nach vorne, ist physisch stark, das respektiere ich. Aber nach vorne gehen allein gewinnt keine Kämpfe. Wenn er eine Schlacht will, bekommt er sie. Wenn er boxen will, boxen wir. Ich bin auf alles vorbereitet, und genau das macht mich gefährlich“, so ein angriffslustiger Yüksel vor dem Kampf gegenüber Boxen1.

Melvin Kahrimanovic stellt sich Omar Garcia

Boxen: KUC Box-Promotion, Falkensee, 18.10.2025
Melvin Kahrimanovic (GER) – Ervin Dzinic (BIH)
© Torsten Helmke

Das Berliner Cruisergewicht Melvin Kahrimanovic (3-0) ist zudem eine große Zukunftshoffnung bei KUC Boxing Promotion. Der ehemalige Bundesligaboxer von Traktor Schwerin bestreitet am Samstag seinen vierten Profikampf und sollte ursprünglich gegen einen brandgefährlichen kolumbianischen Boxer mit internationalem Renommee antreten. Leider ist dieser Hochkaräter aufgrund eines Motorradunfalls ausgefallen.

Dennoch wird Kahrimanovic in Berlin boxen. Als Ersatzgegner wurde Omar Garcia (19-13) verpflichtet. Dieser ist gewiss kein ungefährlicher Mann, der auf seine Momente lauert und dann brandgefährlich werden kann. Das musste im Januar 2024 auch der kroatische Olympiateilnehmer Hrvoje Šep (13-2-1) leidvoll erfahren, der überraschend klar nach Punkten gegen Garcia verlor.

„Ich habe mir viel von Omar Garcia angeschaut. Er ist sehr explosiv und wartet viel ab. Es wirkt so, als würde er versuchen, den Gegner zu locken, um dann zu explodieren, sobald die Distanz stimmt. Was ich mir bei Garcia auf keinen Fall erlauben darf, ist ein offener Schlagabtausch“, schildert Kahrimanovic seinen Ersatzgegner gegenüber Boxen1.

Kahrimanovic war in seinem letzten Kampf bereits in der ersten Runde hart am Boden, weshalb es naheliegend erscheint, dass er gegen den nicht ungefährlichen Garcia auf Nummer sicher gehen wird. Schön lang bleiben, die Führhand konsequent einsetzen und Garcia humorlos mit 60:54 auspunkten – das wäre zwar nicht der spektakulärste Kampf für den neutralen Zuschauer, aber eine taktisch sehr smarte Herangehensweise für das Berliner Prospect.

Insgesamt muss man die Gegnerwahl bei Kahrimanovic positiv hervorheben, der von Beginn an gute Gegner sucht, um an ihnen zu wachsen. Das ist im Profigeschäft keineswegs selbstverständlich.

„Ich war sehr lange im olympischen Boxsport unterwegs. Dabei habe ich im Profibusiness vieles gesehen, was mir überhaupt nicht gefallen hat: Gegner, die nur anreisen, um Gagen abzuholen, und dann umfallen, wenn man ihnen auf den Ellenbogen schlägt. Das war nie mein Ansatz und ist für mich die größte Voraussetzung, solche Leute niemals zu boxen. Ich möchte irgendwann die Besten boxen. Auf dem Weg dorthin brauche ich echte Härtetests und keinen Busfahrer, der sich zum ersten Mal die Handschuhe bindet“, so Kahrimanovic.

Actionfighter Alen Rahimic eröffnet die PPV-Maincard

Alen Rahimic trifft Atilla Kayabasi.
MSSP-sportphoto

Die letzten vier Kämpfe der Veranstaltung sind kostenpflichtig, und es könnte kaum einen besseren Kaufgrund geben als den Maincard-Opener mit Alen Rahimic (3-0). Das Superfedergewicht aus dem renommierten Spitfire Gym blickt auf eine starke Amateurlaufbahn zurück und boxte sich mit seinen drei Profikämpfen direkt in die Herzen der Boxfans. Sein Kampfstil ist von hohem Tempo geprägt: Mit krachenden Kombinationen deckt er seine Gegner förmlich ein und bearbeitet sie hart. Kämpfe im Superfedergewicht sind in Deutschland eher selten zu sehen, wodurch es umso reizvoller erscheint, die Intensität und Geschwindigkeit dieser talentierten Athleten zu bestaunen.

Nun wartet im vierten Profikampf mit dem Spanier Fernando Morillo (2-2) ein 19-jähriges Prospect, das eine echte Wundertüte darstellt. Von Morillo existieren keine Videoaufzeichnungen, weshalb eine Einschätzung nur schwer möglich ist. Grundsätzlich ist die Auswahl in Europa im Superfedergewicht nicht besonders groß, sodass man mitunter auch Risiken eingehen muss.

„Ich habe nicht viel vom Gegner gesehen, nehme aber jeden ernst. Meine Vorbereitung lief super“, so Rahimic gegenüber Boxen1.

Rein vom Kampfrekord her erscheint Morillo nicht ungefährlich und ist beispielsweise auch besser als Rahimic auf BoxRec gerankt. Es ist davon auszugehen, dass der Spanier verbissen den Vorwärtsgang suchen wird. Rahimic blickt jedoch auf viel Amateurerfahrung zurück und dürfte über die technischen Fähigkeiten verfügen, um auch einen giftigen Gegner in Schach zu halten.

Bedanken wollte sich Rahimic zudem bei Promoter und Trainer, die ihm für solche Herausforderungen den Rücken stärken.

„Almin macht super Veranstaltungen, und mein Freund und Boxer Denis Radovan bereitet mich top bei den Profis vor“, so Rahimic.

Sechs Kämpfe auf den kostenlosen Prelims inklusive Emilio Antonio Alvarez

Boxen: KUC Box-Promotion, Falkensee, 18.10.2025
Emilio Antonio Alvarez (GER) – Alex Knet (SVK)
© Torsten Helmke

Neben den vier kostenpflichtigen Hauptkämpfen auf der Maincard finden zuvor sechs kostenlose Duelle auf den Prelims statt.

Emilio Antonio Alvarez (3-0) #511 vs. Bojan Cestic (4-15) #797, Cruisergewicht:
Der Berliner Alvarez ist ebenfalls ein Schützling von Trainer Denis Radovan. Der Modellathlet befindet sich noch in der Aufbauphase und stellt sich nun einem nicht gänzlich ungefährlichen bosnischen Kämpfer. Zwar weist Cestic zahlreiche Niederlagen auf, konnte in Deutschland jedoch bereits zwei krachende Upsets per Knockout landen. So schlug er im September 2023 überraschend Faton Tolaj, zuvor musste sich bereits der bekannte Reality-Boxer Danny Heidrich geschlagen geben. Entsprechend sollte Alvarez gewarnt sein, nicht in eine harte Einzelhand zu laufen.

Eyman Chamdid (4-0) #486 vs. Jakub Sosinski (8-12-1) #694, Schwergewicht:
Chamdid ist ein junges Schwergewichtstalent aus Berlin und musste nach drei Erstrunden-Knockouts zuletzt erstmals über die volle Distanz von vier Runden gehen. Nun wartet mit dem erfahrenen Polen Sosinski eine weitere Steigerung, der Kampf ist auf sechs Runden angesetzt. Sosinski verlor zuletzt seine Kämpfe zwar konstant, gilt jedoch als unangenehmer Gegner und ging unter anderem über acht Runden mit Peter Kadiru. Chamdid muss hier seine Reichweite ausspielen und beweglich bleiben – gelingt ihm das nicht, könnte es ungemütlich werden.

Chamseddine Lemjid (12-0) #113 vs. Islam Teffahi (22-15-2), Halbschwergewicht:
Mit Lemjid steht ein Fides-Sports-Schützling im Ring, der von Jonny Orban gemanagt wird. Im vergangenen Jahr erhielt Lemjid nur wenige Kampfmöglichkeiten, weshalb das Jahr sportlich enttäuschend verlief. 2026 soll es wieder aufwärtsgehen, und man meldet sich mit einem Stay-busy-Kampf gegen Teffahi zurück. Dieser ist grundsätzlich kein schlechter Boxer, jedoch eher im Mittelgewicht beheimatet und dürfte es hier physisch schwer haben.

Darian Strehse (2-0) #1885 vs. Pavel Herman (2-48-1) #1480, Leichtgewicht:
Mit Strehse steht ein 17-jähriges Prospect im Ring, das noch ganz am Anfang seiner Profikarriere steht. Trainiert wird er von Michel Trabant, der das junge Talent formen soll. Bislang absolvierte Strehse zwei sehr einfache Aufbaukämpfe, und auch Herman erscheint äußerst schlagbar. Er bringt jedoch Erfahrung mit und war bislang meist in höheren Gewichtsklassen aktiv. Interessant wird daher sein, ob er das Gewichtslimit tatsächlich erbringt.

Kanan Huseynaliyev (11-0) #187 vs. Jaba Memishishi (8-30) #1286, Federgewicht:
Ein stilistisch unterhaltsames Duell verspricht diese Begegnung zu werden. Huseynaliyev ist ein vielversprechender Boxer aus Aserbaidschan mit einer guten Amateurlaufbahn. Seit 2023 boxt er in Deutschland und bestreitet nun seinen vierten Profikampf in Folge hierzulande. Er trifft auf den Georgier Memishishi, der trotz seiner schwachen Bilanz als jemand gilt, der wirklich zum Kämpfen kommt. Zuletzt zeigte er sich beispielsweise gegen Jimmy Lee sehr willensstark, ehe er nach zahlreichen Körpertreffern gestoppt wurde. Für eine B-Side im Journeyman-Bereich ist Memishishi eine gelungene Matchmaking-Wahl.

Marleen Münch (1-0) #115 vs. Sonja Pilipovic (0-15), Superfedergewicht:
Im Opener der Veranstaltung steht ein klassischer Aufbaukampf an. Münch bestreitet ihren zweiten Profikampf und dürfte auch durch den Einsatz von Justin Schmager auf die Card gelangt sein. Sie trifft auf die dankbare bosnische Aufbaugegnerin Pilipovic, was zu Beginn einer Profikarriere nichts Ungewöhnliches ist.

Großartiges Broadcast-Team garantiert einen gelungenen Abend

Broadcast-Team für die KUC Boxing Ringside Dinner Night Vol. 9

Insgesamt muss man konstatieren, dass – abgesehen von ein paar etwas einseitigen Aufbaukämpfen – die Mehrzahl der Duelle vielversprechend und sehenswert erscheint. Abgerundet wird der sportliche Abend durch ein hochkarätiges Broadcast-Team, das in Berlin im Einsatz sein wird. So kommentieren Tobias Drews und Mark Bergmann das Geschehen fachkundig, während Axel Schulz ebenfalls seine Sicht der Dinge schildert. Mit Caroline Labes ist zudem eine sympathische Moderatorin im Einsatz. Vielversprechende Aussichten für einen hoffentlich packenden Boxabend.

Tickets sind auf Eventim noch verfügbar – Fight24 überträgt den Kampfabend

Wer sich vor Ort einen Eindruck von der Veranstaltung verschaffen möchte, kann weiterhin Tickets über Eventim erwerben. Der Beginn der Veranstaltung ist für Samstag um 18 Uhr im Titanic Chaussee-Hotel in Berlin-Mitte vorgesehen.

Zudem sei erwähnt, dass Fight24 den Kampfabend live übertragen wird. Die ersten sechs Prelim-Kämpfe sind kostenlos zu sehen, ab 21 Uhr folgen dann die vier Hauptkämpfe auf der PPV-Maincard.

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