Team Deutschland im letztem WSB-Vorrundenkampf beim 0:5 gegen Ukraine chancenlos

Volle Konzentration gilt nun Viertelfinal-Begegnung gegen Kasachstan am 29. März

Ulrich Bittner, Prsident WSB Deutschland: Ukraine fr mich der Top-Favorit auf den WSB-Gesamtsieg

DBV-Cheftrainer Dr. Bastian: Mssen anders agieren in der WSB. Wir mssen mehr handeln, kampfbestimmender sein, das fehlt noch einigen Athleten/Boxring Hanau siegt im Vorprogramm in 1. Bundesliga mit 9:8 gegen Nordhausen

Im letzten Vorrundenkampf in der World Series of Boxing (WSB) der Gruppe A war Team Deutschland gegen die Ukraine chancenlos: Mit 5:0 gewann die mit Olympia- und WM-Teilnehmern gespickte Gäste-Staffel in Frankfurt. So schmerzlich die Niederlage war – für das Team Deutschland ist sie zu ertragen, weil bereits vor Kampfbeginn der dritte Tabellenplatz und damit die Qualifikation für das WSB-Viertelfinale geschafft war. Beim dritten Start einer deutschen Staffel in der WSB die bislang beste Tabellen-Platzierung. Gegner im Viertelfinale am 29. März wird Kasachstan sein. Ulrich Bittner, Präsident WSB Deutschland: „Die Ukraine ist für mich der Top-Favorit auf den WSB-Gesamtsieg. Die schätze ich noch stärker ein als Kuba. Jetzt gilt unsere volle Konzentration der Viertelfinal-Begegnung gegen Kasachstan. Wir werden unsere stärkste Mannschaft aufbieten und alles dafür tun, das Halbfinale zu erreichen.“

Der Kampfabend in dem in einem Seitenbereich im obersten Stockwerk zur Box-Arena umgestalteten Frankfurter Einkaufszentrum My Zeil begann in der Klasse bis 49 Kg mit dem Kampf Serge Neumann gegen Vadym Kudryakov. Dieser belegte bei der EM 2013 den fünften Platz. Der Ukrainer bestimmte das Tempo, hielt Neumann auf Distanz und gewann sicher.

Edgar Walth traf auf den WM-Bronzemedaillengewinner Mykola Butsenko. Der Ukrainer war von Beginn an Chef im Ring gegen den trotzdem offensiv agierenden Walth. Zu Beginn der zweiten Runde lief Walth voll in einen linken Konter-Haken von Butsenko. Der Kampf war vorzeitig beendet – und die Ukraine führte 2:0.

Jetzt (64 Kg) musste der hochmotivierte Artem Harutyunyan gegen Denys Berinchyk schon gewinnen, um den vorzeitigen Sieg der Ukraine zu verhindern. Beide Boxer, obwohl technisch stark, taktierten nicht, sondern gingen mit einem unglaublichen Tempo in die Offensive, standen sich mitunter sekundenlang ohne Deckung, mit ausgestreckten Armen, schlagend, gegenüber. Berinchyk, Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele 2012, agierte dabei facettenreicher und setzte klarere Treffer als Harutyunyan, der aufgrund seiner enormen Physis immer wieder aus bedrohlichen Situationen zurückkam und anzugreifen versuchte. Die Kampfrichter werteten einstimmig für Berinchyk, aber beide Kämpfer bekamen viel Applaus für ihre rasante Darbietung.

Damit war der Ukraine der Sieg nicht mehr zu nehmen. Aber bekanntlich erhält laut WSB-Regeln auch der Verlierer noch einen Punkt, wenn es mit 2:3 zum knappsten Ergebnis bei fünf Kämpfen kommt.

Josef Attanjaoui kämpfte ambitioniert und weitgehend ausgeglichen gegen Dmytro Mytrofanov, der erst ab der dritten Runde leichte Vorteile verbuchen konnte und sich schließlich durchsetzte.

Zum Abschluss trat im Schwergewicht Artur Mann gegen den bisher in seinen gesamten WSB-Kämpfen unbesiegten Siarkei Karneyen an. Mann agierte überwiegend defensiv, stand in der Deckung stabil und versuchte durch Konter Akzente zu setzen. Karneyen konnte Mann kaum treffen, war aber aktiver, boxte ausdauernd und physisch stark mit hohem Tempo. Die Kampfrichter belohnten den Ukrainer für seinen Fleiß mit einem einstimmigen Punktsieg.

DBV-Cheftrainer Dr. Michel Bastian: „Die Ukraine stellte ein mit Weltklasseathleten besetztes Team. In allen fünf Gewichtsklassen waren Spitzenkräfte am Werk. Hier war von vorneherein mit dieser Niederlage zu rechnen. Der Gegner bestand aus Vize-Olympiasiegern und ungeschlagenen WSB-Kämpfern, das hatte schon Qualität. Das haben wir noch nicht zu bieten, vor allem nicht in der Breite. Einige unserer Athleten waren nahe dran, andere weiter weg. Das war also keine Überraschung. Wir müssen lernen, dass wir anders agieren müssen in der WSB. Wir müssen mehr handeln, kampfbestimmender sein, das fehlt noch unsere Athleten.”

Bundestrainer Valentin Silaghi: „Wir haben gehofft, dass wir einen Kampf gewinnen können. Doch die Ukrainer waren zu stark, die waren spitze. Wir haben tollen Sport gesehen, der Bessere hat gewonnen. Wir sind das erste Mal mit einem dritten Platz in die Play Offs gekommen, wir sind daher stolz auf das Team, dass so weit gekommen ist.“

Bundesliga im Vorprogramm

Auf den WSB-Kampfabend stimmten zwei Begegnungen vom Boxring Hanau ein.

In der 2. Bundesliga gab es ein 11:11 zwischen Hanau und Chemnitz, das allerdings mit einem 2:0 für Chemnitz gewertet wurde, da Hanau nicht vollständig angetreten war.

In der 1. Bundesliga gewann der Boxring Hanau mit 9:8 gegen Nordhausen und festigte den für einen Aufsteiger hervorragenden zweiten Platz.

Bewerten Sie diesen Beitrag