
Vor großer Kulisse auf einer türkischen DAZN-Veranstaltung gewann Altay gleich drei Titel und träumt von großen Kämpfen.
Am Samstag fand eine DAZN-Veranstaltung in Seydikemer statt. In der türkischen Ägäisregion veranstaltete Hauptkämpfer Sükrü Altay (18-4) in Kooperation mit Serdar Avci Promotion, Dream Boxing, Tekin Group und Rainer Gottwald einen großen Boxabend. Bis zu 3000 Zuschauer kamen, sodass weiterer Einlass verwehrt werden musste, da die Kapazitätsgrenze erreicht war.
Altay, der sich durch zwei Kämpfe mit Felix Sturm einen Namen gemacht hat, boxte gleich um drei Titel. Neben einem nationalen Gürtel standen noch zwei kleinere WBC-Titel auf dem Spiel, die er gegen Albi Sorra (11-3) im Halbschwergewicht gewinnen wollte. Für den Einmarsch in den Ring scheute man keine Kosten und Mühen und präsentierte so einiges. Altay lief mit traditionellen türkischen Ringern ein, die ihn prachtvoll begleiteten. Neben lautstarker Musik und tosendem Applaus folgten Lichteffekte sowie Pyrotechnik. Hätte man es nicht besser gewusst, hätte man denken können, dass hier ein mehrfacher Weltmeister in den Ring stolziert. Es war ein starker Anblick.
Considering that the 41-year-old Şükrü Altay is ranked only 658th on BoxRec, the elaborate ring walk in Seydikemer 🇹🇷 is all the more fascinating. pic.twitter.com/ui91IU3nPl
— Permante (@PermantexG) January 19, 2026
Altay siegt vorzeitig nach Aufgabe des Gegners
Der Titelkampf begann und Altay wurde lautstark unterstützt. Zunächst setzte jedoch eher Sorra die Akzente. Der Albaner bewegte sich gut im Ring und wirkte flink, während Altay nur schwer in die richtige Distanz fand und vieles zu kurz schlug. Ab der zweiten Runde wurde Altay dann jedoch stärker und machte fortan den Kampf. Zwar hatte Sorra seine Momente, doch die prägnanten Aktionen kamen überwiegend von Altay. Insbesondere die Körpertreffer wirkten wuchtig und laut. Sorra mangelte es im Kampf an Powerpunches, die er zu selten schlug.
In der vierten Runde schlug Sorra einmal eine harte Hand und schien sich dabei vermutlich an der Schulter etwas zugezogen zu haben. Er boxte fortan nur noch mit der Führungshand und gab schließlich in der Pause zur sechsten Runde auf. Dadurch sicherte sich Altay neben einem nationalen Meistertitel auch den WBC Middle East- sowie den WBC Greater Turan-Titel im Halbschwergewicht und träumt nun von weiteren großen Kämpfen.
Im Nachgang dankte Altay dem Publikum vor Ort und ließ es sich nicht nehmen, auch Worte an die deutschen Unterstützer zu richten:
„Viele Grüße nach Deutschland, ich habe es geschafft, endlich mal den WBC-Titel zu haben. Ich bin echt froh und kann nichts mehr sagen. Ich danke allen, die mich unterstützt haben!“, so ein sichtlich bewegter Altay nach dem Kampf.
Jeder Kampf auf der Undercard ging über die Runden
Auf der Undercard waren zuvor noch fünf Kämpfe zu sehen, die allesamt über die Runden gingen. Dies ist durchaus ein Qualitätsmerkmal dafür, dass das Matchmaking nicht verkehrt war und alle b-sides auch wirklich etwas zeigen wollten.
So ging beispielsweise im Co-Mainevent Ibo Diallo Maier (15-1) im Halbschwergewicht über die volle Distanz mit Martin Pakozdi (4-2). Auch Marco Papi Martinez (4-0) konnte im Weltergewicht seinen unorthodoxen, beweglichen Kontrahenten Norbert Ivanyi (5-10) nicht entscheidend unter Bedrängnis bringen und tat sich etwas schwer. Es folgten jeweilig dennoch einstimmige Punktsiege.
Generalprobe geglückt – nun soll das große Event im Sommer steigen

Neben den Boxkämpfen gab es auch immer wieder Showeinlagen, die das Publikum entzückten, darunter ein traditioneller Volkstanz, der von Frauen vorgetragen wurde.
Am Ende war es ein stimmungsvoller und gelungener Abend, den man in der Türkei präsentierte. Das sah auch Rainer Gottwald so, der beim Event involviert war und zudem als Co-Kommentator auf DAZN fungierte. Gegenüber Boxen1 bewertete er die Veranstaltung als gelungene Generalprobe für mehr:
„Wir haben aus allen Fehlern gelernt und wissen nun, was wir verbessern müssen. Beim nächsten Mal wird das Ambiente und die Kämpfe noch besser“, so Gottwald.
Neben Fragen des Ablaufs war das Event auch als kulturelle Brücke gedacht, die Begegnungen ermöglicht, auch auf wirtschaftlicher und politischer Ebene.
„Die Show zuletzt bei Sükrü hat das Volk einfach mitgerissen. Unser Ziel war es, die Umgebung für das Boxen etwas zu begeistern – und wir haben es wirklich geschafft, die lokale sowie regionale Politik mit einzubeziehen. Nach dem Motto: Sport verbindet Menschen. Das war einfach super“, resümierte ein sichtlich zufriedener Gottwald abschließend das Vorhaben.














