Startschuss für Zuffa Boxing am Freitag in Las Vegas

Maincard für das erste Zuffa Boxing-Event am Freitag in Las Vegas mit Walsh vs. Ocampo.

UFC-Präsident Dana White und Turki Al-Sheikh gründen ihre eigene Box-Liga. Was vom Vorhaben und dem Debütevent zu erwarten ist.

Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass UFC-Präsident Dana White auch ins Boxbusiness einsteigen möchte und dies in Partnerschaft mit Turki Al-Sheikh tut. Gegründet wurde Zuffa Boxing, die am kommenden Freitag tatsächlich ihre Debütveranstaltung in Las Vegas präsentieren wird.

Die Resonanz auf dieses Vorhaben ist durchaus unterschiedlich. Zum einen gibt es viele Interessenten, die gespannt darauf blicken, welche Auswirkungen Zuffa Boxing auf den Markt haben wird. Nichts anderes als eine „Revolution“ wurde angekündigt – ob sich dies tatsächlich bewahrheitet, bleibt abzuwarten. Neben positiven Aspekten überwiegen jedoch auch kritische Stimmen, die dem Projekt mit Sorge begegnen.

Umgehung des Ali Act als reale Gefahr für die Boxer

Das Traumszenario von Dana White lautet, eine eigene starke Box-Liga zu gründen, in der die besten Athleten gegeneinander kämpfen und das Matchmaking zentral gesteuert wird. Auch die zahlreichen Weltverbände, die das Boxen verschachteln und zerstückeln, sollen entwertet werden. Das könnte zu besseren sportlichen Paarungen sowie zu höherem Potenzial für Storytelling und Vermarktbarkeit führen, hat jedoch auch seine Tücken.

Eine eigene Box-Liga könnte unter Umständen zu einer Monopolstellung führen, die im Widerspruch zum verpflichtenden Ali Act steht. Der Muhammad Ali Boxing Reform Act wurde im Mai 2000 auf den Weg gebracht und sieht vor, dass Promoter nicht zugleich als Manager fungieren dürfen. Zudem sollen sie ihre Schützlinge nicht mit langen Knebelverträgen an sich binden, und die Summen müssen gegenüber den Boxern transparent offengelegt werden.

Wenn Zuffa Boxing jedoch zugleich Promoter, Manager, Matchmaker und Vermarkter in einer Person darstellt, erhöht dies die Gefahr, dass Boxer ausgebeutet werden. Auch könnte die Zersplitterung des Boxens weiter vorangetrieben werden, indem Boxer exklusiv an einen Promoter gebunden sind und auf anderen Veranstaltungen nicht mehr auftreten dürfen. Womöglich etabliert sich neben den zahlreichen Weltverbänden ein weiterer Graben, der dem Markt langfristig mehr schadet als nützt.

Callum Walsh vs. Carlos Ocampo lautet der erste Headliner

Gesamte Card für das erste Zuffa Boxing-Event in Las Vegas.

Welche Folgen Zuffa Boxing auf das Profiboxen haben wird, bleibt abzuwarten. Ob der Boxsport dadurch maßgeblich geprägt und verändert wird oder ob das Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist, muss die Zeit zeigen. Entsprechend lohnt sich ein sportlicher Blick auf die Debütveranstaltung. Mit was versucht Zuffa Boxing, die Boxsportfreunde zu überzeugen?

In der Nacht von Freitag auf Samstag ab 3 Uhr wird die Maincard übertragen. Austragungsort ist keine große Halle oder edle Location, sondern das hauseigene Apex in Las Vegas – ein kleiner Veranstaltungsort, der in der UFC-Welt häufig kritisch betrachtet wird, da es dort kaum Zuschauer gibt. Ein durchaus enttäuschender Rahmen, allerdings auch kein abwegiger, da Dana White über diese Produktionsstätte verfügt und die Veranstaltung dort kostengünstig in gewohnter Umgebung durchführen kann.

Mit Callum Walsh wird ein interessantes irisches Prospect den Headliner im Mittelgewicht bestreiten. Er trifft auf den ehemaligen mexikanischen WM-Contender Carlos Ocampo (38-3), der ein solider Gegner mit Schlagkraft ist. Insgesamt kein besonders hochklassiges Duell, stilistisch jedoch actionreich und gut zu vermarkten.

Ebenfalls im Mittelgewicht trifft der Terence-Crawford-Trainingspartner Misael Rodríguez Olivas (15-0) auf Austin Deanda (17-0). Die Maincard wird im Superleichtgewicht mit Julian Rodriguez (24-1) gegen Cain Sandoval (17-0) eröffnet, was vermutlich den spannendsten Kampf des Abends darstellt. Der Ticketverkauf für das Event am Freitag begann immerhin bereits gestern. Die günstigsten Tickets lagen bei 278 $.

Paramount+ überträgt in den Staaten – auch in der DACH-Region?

Ab 0 Uhr erfolgen zudem die Prelims, bei denen unter anderem Omar Trinidad (19-0-2) im Federgewicht auf Max Ornelas (17-2-1) trifft. Insgesamt sind fünf Kämpfe auf den Prelims angesetzt.

Zur Übertragung ist anzumerken, dass Paramount+ der neue UFC-Partner in den USA ist und Zuffa Boxing dort ebenfalls exklusiv zu sehen sein wird. Ob dies automatisch bedeutet, dass die Veranstaltung auch in der DACH-Region über Paramount+ verfügbar ist, bleibt fraglich. Möglicherweise könnte auch der UFC Fight Pass eine Rolle spielen, eine verlässliche Bestätigung dazu gibt es bislang jedoch nicht.

Auch Informationen zu weiteren Events sind rar. Der 30. Januar wurde als möglicher Termin für das zweite Event gehandelt, der 13. Februar für das dritte mit Ajagba vs. Martin als Headliner. Ob diese Termine tatsächlich stattfinden werden, ist derzeit nicht bekannt.

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