
Der Hauptkampf des Abends wurde zwischen IBO Intercontinental Champ Slawa Spomer, und dem WBF Intercontinental Champ Viktor Ionascu, um die Europameisterschaft der WBO im Super-Weltergewicht ausgetragen.
Gemächlicher Auftakt
Auftakt des Abends macht jedoch Aro Schwartz gegen Giorgi Abramishvili über 4 Runden im Super-Mittelgewicht. Schwartz, der mit einer Glanzleistung in seinem letzten Kampf überzeugen konnte, braucht dieses Mal die voll Distanz, ließ aber dennoch nichts anbrennen. Sieg Schwartz nach Punkten.

In den Showactpausen trafen wir Slawa Spomer zu einem kurzen Interview vor dem Kampf. Mindset, 80%, und von denen hatte Spomer 100%. Zwar war Spomer voller Vorfreude, aber sein Gegner war in seinen Kopf gekommen, nachdem der ihm beim Wiegen etwas zu nahe gekommen war. Spomer kündigt uns zwei Stunden vor Kampfbeginn an, dass die volle Zeit heute nicht gebraucht wird. Dass Ionascu in Spomers‘ Kopf ist, war für Ionascu ein Teil des Gameplans. Ionascu selbst war auf sich und sein Team fokussiert, wie beim anschließenden Gespräch in seiner Kabine ersichtlich wurde. Doch zurück in den Ring.
Tosun schlägt die Funken, Tahiri entzündet das Feuer

Der folgende Kampf zwischen Andranik Hakobyan und Adnan Zilic war zwar auf 8 Runden angesetzt, dauerte aber nicht mal die Hälfte der vorhergesehenen Zeit. Gute und harte Körpertreffer von Hakobyan nahmen Zilic die Luft aus den Flügeln. Endstation Runde 3, Sieg Hakobyan.

Der Weg zum Mainevent
Die Halle ist inzwischen da, und sie ist laut. Nebelwerfer sind inzwischen auf Hochbetrieb und der Abend nähert sich dem Mainevent. Tahiris Anhänger tragen die Energie direkt weiter zum nächsten Kampf zwischen einem weiteren Lokalmatador in Ali Hetemi und Michael Klempert. Technische Finesse war nun definitiv nicht das Aushängeschild dieses Kampfes, es wurde roh und wild. Der „Knockout-King“ Hetemi setzte alles daran um seinem Namen gerecht zu werden, doch Klempert zeigte sich unbeeindruckt und drückte stetig dagegen. Klempert hatte sichtlich Spaß an den sechs Runden im Seilquadrat, auch wenn der Sieg am Ende an Hetemi ging.
Mainevent. Spomer vs. Ionascu
Es war langsam Zeit für den Mainevent und irgendwie konnte man in der ganzen Halle spüren dass es ernst wurde. IBO Intercontinental Champ Slawa Spomer wusste bestimmt was ihn erwartet, auch wenn der Gegner erst wenige Wochen vor dem Kampf feststand. Ionascu sollte eigentlich in den Vorkämpfen der Heilbronner Boxnacht seinen WBF Titel verteidigen, doch ein Ausfall von Spomers ursprünglichen Gegner bot eine riesige Möglichkeit für Ionascu. Spomer sollte eigentlich ursprünglich auch seinen Intercontinental Titel der IBO verteidigen, bis die WBO die Möglichkeit für die Europameisterschaft ermöglichte. Das führte dazu dass weder IBO noch WBF Intercontinental Titel auf dem Spiel standen. Auf Grund der vielen Wechsel der Verbände und den Informationen die über Social Media von verschiedenen Seiten vor dem Kampf kamen, und denen die im Laufe des Abends kommuniziert wurden, kam es zu ein paar Missverständnissen – wie man auch in den Interviews mitbekommt. Doch an diesem Abend ging es nun schlussendlich LEDIGLICH um die WBO Europameisterschaft – keinen Intercontinental Titel. Auch für einen Reporter musste das Mindset an diesem Abend stimmen.
Endlich war es Zeit für die Einläufe der Kämpfer. Ionascu hatte von Anfang an mit einer komischen Stimmung von Seiten des Publikums zu kämpfen. „Buhs“ und Sticheleien aus den VIP Reihen, als auch den Rängen musste der junge Moldawe aus dem Karlsruher Home of Champions Boxclub über sich entgehen lassen.
Hometown-Hero Spomer wurde natürlich hingegen mit Trompeten und Posaunen empfangen. Die Halle feierte und sorgte für einen Rockkonzert-Lautstärkepegel. Spomer war ready und ließ seinen Augen keine Sekunde von Ionascu, während der Ansprache, der Nationalhymne und den letzten Instruktionen, war Spomer wie besessen.
Ring frei Runde 1. Spomer prophezeite uns vor dem Kampf dass er die volle Distanz nicht brauchen wird. Nach dem Kampf erklärte er uns dass er Ionascu in der ersten Runde schon einen heftigen Treffer mitgeben wollte. Doch was in den ersten 90 Sekunden passiert ist, hat niemand in der Arena erwartet.
Ionascu trifft den ersten langen Jab und rollt weit zur linken Seite aus. Das hat der Gameplan sein MÜSSEN. Halt Spomer lang und beweg ihn. Doch in der kreisenden Bewegung verfolgt Ionascu ein Haken von Spomer und trifft ihn direkt auf der Schläfe. An Ionascus‘ Beinen erkannt man erstmals Nervosität. Spomer setzt nach, erster Knockdown. Ionascu springt sofort wieder auf die Beine und ist bereit weiter zu machen. Doch Spomer ist locked in. Wieder trifft Spomer direkt aufs Kinn. Dieses mal deutlich härter. Die Halle eskaliert, Spomer macht kurzen Porzess und packt mit dem dritten Schlag eine Bombe aus, die den Kampf beendet. K.O. in Runde 1. Schade, denn Ionascu hätte das Potential gehabt den Kampf interessant zu machen, doch der Moment war zu groß für den jungen Moldawen und Spomers‘ Mindset war besser. Hochkonzentriert und voller Energie. Momentum war noch nie so greifbar zu verstehen, wie in dieser ersten Runde.















