Split Decision! Errol Spence bezwingt Shawn Porter nach enger Schlacht!

Foto: Jayne Kamin-Oncea

Im Staples Center von Los Angeles hatte IBF-Weltmeister Errol Spence nach 36 harten Minuten das bessere Ende für sich. Er konnte sich zusätzlich Shawn Porters WM-Gürtel nach Version des WBC sichern. 

Non-Stop Action

Man kann nicht sagen, dass die Fans im 21.000 Zuschauer fassenden Staples Center ihr Geld zum Fester rausgeworfen haben – die Titelvereinigung im Weltergewicht zwischen Errol Spence Jr. (26-0-0, 21 KOs) und Shawn Porter (30-3-1, 17 KOs) hielt was es versprach. Zwei Weltklasse-Boxer auf der Höhe ihres Könnens, nicht bereit einen Millimeter zurückzuweichen. Auch der für die amerikanischen Zuschauer durchaus happige PPV-Preis von 74,99 $ schien anhand der Bilder am Ende kein völliges Fehl-Investment zu sein. 

Foto: Jayne Kamin-Oncea

Der Favorit in diesem Kampf – IBF-Champion Spence – hatte im ersten Viertel des Kampfes leichte Vorteile. Vor allem seine Hände zum Körper saßen schon früh, auch wenn der ein oder andere Treffer doch deutlich unter der Gürtellinie seines Gegners einschlug. Etwas, was auch restlichen Kampf vermehrt vorkam, aber leider kaum vom Ringrichter wahrgenommen wurde. In der vierten Runde kam dann aber auch Porter gut rein ins Geschehen und timte die Körperattacken von Spence mit kurzen Haken oder der Rechten über die Führhand seines Gegenübers. So konnte er diesen in dem Durchgang ordentlich durchrütteln. 

Porter hatte nun Blut geleckt und ging unentwegt nach vorne. Dabei wurde er jedoch teils etwas ungestüm und war nun derjenige, der in gut platzierte Hände lief. Bis hierhin hielt sein Kinn noch. In der zweiten Hälfte merkte man den Boxern die physisch fordernde Ring-Action an. Keiner konnte hier über längere Zeit dominieren, das Momentum schwankte hin und her. Nachdem Porter im siebten Durchgang insbesondere durch gute Körpertreffer im Vorteil war, kam Spence postwendend zurück und revanchierte sich, z. B. mit schönen rechten Haken aus seiner Rechtsauslage. 

Niederschlag macht den Unterschied 

Es kam also nun darauf an, wer der Schlussphase dieser Schlacht seinen Stempel würde aufdrücken können. In diesem Fall war dies Errol Spence. In Runde 11 traf er Porter in der Bewegung mit einem punktgenauen linken Haken am Kinn, sodass dieser Wirkung zeigte und zu Boden ging. Die Regeneration des WBC-Weltmeister verlief allerdings schnell und beeindruckend. Trotzdem hatte Spence diese Runde mit 10-8 gewonnen. Porter warf am Schluss nochmal alles rein, doch auch in den letzten drei Minuten schien „The Truth“ die Oberhand zu haben. 

Foto: Jayne Kamin-Oncea

Unabhängig von den letzten Endrücken würde es aber keineswegs ein zu klares Ergebnis geben können. Zwar sahen zwei der Punktrichter Spence einigermaßen komfortabel mit 116-111 in Front, allerdings wertete Larry Hazard Jr. den Kampf für Porter (115-112). Aufgrund dessen, dass die Zuschauer hier einen packenden Kampf erlebten und die Wertungen geteilt waren, könnte man einen Rückkampf in jedem Fall vertreten. Wenn man bedenkt, dass das heiß ersehnte Duell mit Terence Crawford aufgrund der zerstrittenen Promoter weiterhin schwer zu realisieren ist, wäre dies eine der lukrativeren Optionen. Nach dem Kampf wurde allerdings verkündet, dass es für Spence als Nächstes gegen Ex-Weltmeister Danny Garcia gehen wird. 

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