Smith überzeugt

WM-Herausforderer: „Arthur ist müde, ich werde neuer Champion!“

Da kommt etwas auf Arthur Abraham zu! Paul Smith fühlt sich in der Form seines Lebens, um „King Arthur“ am 27. September in der Kieler Sparkassen-Arena zu entthronen! Wo der englische Super-Mittelgewichtler seine Vorteile gegenüber dem Titelverteidiger sieht und was ihn in der Vergangenheit am ganz großen Durchbruch gehindert hat, gibt er im folgenden Interview preis.

Herr Smith, das Duell mit Arthur Abraham ist Ihr bisher größter Kampf …

Paul Smith: … und wahrscheinlich auch der Schwerste. Ich habe zwar schon mit Leuten wie George Groves und James DeGale im Ring gestanden, doch beide haben noch nicht das erreicht, um was ich am 27. September kämpfen werde: die Weltmeisterschaft im Super-Mittelgewicht! Arthur Abraham ist ein erfahrener Champion, der mit allen Wassern gewaschen ist. Doch ich fühle, dass meine Zeit jetzt gekommen ist!

Was macht Sie denn da so sicher? Immerhin haben Sie die Duelle gegen Ihre beiden Landsleute verloren …

Paul Smith: … was allerdings auch schon wieder eine Zeitlang zurückliegt. Ende 2010 gegen DeGale war ich mit dem Kopf nicht voll bei der Sache und hatte mich zum damaligen Zeitpunkt massiv überschätzt und auf die falschen Leute gehört. Ein Jahr später gegen Groves war das einfach nur Pech. Ich hatte die erste Runde klar dominiert und ihn kurz vor dem Pausengong sogar angeschlagen. Doch bei dieser Aktion brach ich mir meine Schlaghand. Daraufhin habe ich sofort die K.o.-Chance gesucht und ging kurz darauf selbst auf die Bretter. Das war Pech. So etwas passiert mir aber kein zweites Mal!

Abraham schlägt jedoch auch nicht gerade mit Wattebäuschchen. Was wollen Sie dem entgegenhalten?

Paul Smith: Mut, Technik und meine eigene Schlagkraft. Ich war gegen Groves verzweifelt und wollte die Sache einfach nur so schnell wie möglich beenden. Da war dann nur die Frage, wer zuerst trifft. Und Groves ist verdammt flink mit seinen Fäusten – schneller als Abraham. Dafür hat Arthur andere Vorzüge: Vor allem ist er ein verdammt harter Knochen. Doch ich habe mit meinem Coach einen Plan entwickelt, dass ich mir nicht an ihm die Zähne ausbeißen werde.

Kommen wir doch kurz auf Ihren Trainer zu sprechen. Was für eine Rolle spielt Joe Gallagher für Sie?

Paul Smith: Er hat mich hierhin gebracht. Nach dem Kampf gegen DeGale dachte ich, dass ich an eine Grenze gestoßen bin. Danach habe ich angefangen, bei Joe zu trainieren. Mit ihm habe ich diese Mauer durchbrochen. Wie gesagt, die Niederlage gegen Groves war unglücklich. Bereits da war ich in einer herausragenden Form, wie man anfangs sehen konnte. Für die WM-Chance in Kiel habe ich jetzt nochmals eine Schippe draufgelegt.

Neben Ihnen trainieren auch noch Ihre Brüder Stephen, Liam und Callum im Gym von Joe Gallagher …

Paul Smith: … und sie haben alle das Zeug, Weltmeister zu werden. Mein jüngster Bruder Callum boxt zum Beispiel in der gleichen Gewichtsklasse wie ich und hat mich ein wenig beim Sparring unterstützt. Stephen ist im Super-Federgewicht schon nah an einem WM-Kampf dran und wird in Kiel im Vorprogramm boxen. Liam trägt aktuell den Titel des englischen Meisters im Halb-Mittelgewicht. Ich bin einfach verdammt stolz auf die Jungs …

… doch der erste WM-Titel in der Familie soll dem Ältesten gebühren?

Paul Smith: Genauso ist es. Ich bin jetzt 31 Jahre alt und ich werde wohl nicht mehr allzu viele Möglichkeiten bekommen, um die Weltmeisterschaft zu boxen. Ich war meinen Brüdern immer ein Vorbild und das will ich auch an dieser Stelle sein und mit gutem Beispiel vorangehen. Es spricht Einiges für mich …

… und das wäre?

Paul Smith: Zum einen bin ich jünger als Abraham. Das hat normal noch nicht viel zu heißen, doch er hat schon weitaus mehr harte Schlachten hinter sich. Auf mich wirkt er bereits ein wenig müde im Ring. Ich hingegen bin noch hungrig auf die bedeutenden Kämpfe. Wir stehen einfach an unterschiedlichen Stellen in unserer Karriere: Er hat seine größten Erfolge schon gefeiert, war Weltmeister in zwei Gewichtsklassen. Ich will den großen Ruhm erst noch erlangen.

Das Publikum wird am 27. September wohl ebenso eine große Rolle spielen, oder?

Paul Smith: Ja, das kann gut möglich sein. Es ist ja nicht alltäglich, dass mir ein paar Tausend Leute von England nach Deutschland folgen, um mich anzufeuern. Diese Leute zahlen ihr hartverdientes Geld dafür, dass ich sie glücklich mache und das heißt: Abraham zu schlagen und den WBO-Gürtel holen – das verspreche ich!

Eintrittskarten für die Box-Nacht am 27. September in Kiel sind über die telefonische Ticket-Hotline 01806-570044 (€ 0,20/min., Mobilfunkpreise max. € 0,60/min.) sowie im Internet bei www.eventim.de erhältlich.

Quelle: Sauerland Event

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