Slawa Spomer glänzt – Alexander Okafor siegt umstritten in Ludwigshafen

Ist neuer WBA InterConti-Titelträger im Superweltergewicht: Slawa Spomer.
© Marco Baumann

Das Primora-Boxing-Debüt lieferte erfreuliche sportliche Schlagzeilen, aber auch die ein oder andere kontroverse Entscheidung.

Nach monatelanger intensiver Vorplanung fand am Samstag endlich das Veranstaltungsdebüt von Primora Boxing in der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen statt. Primora Boxing wollte mit gut gematchten und fairen Duellen punkten und somit einen Teil dazu beitragen, das Profiboxen in Deutschland wieder vermehrt auf der Landkarte zu positionieren. Durch die Zusammenarbeit mit Donatas Simanaitis und dessen Dream Boxing konnte man zudem auch international aufwarten, denn der Kampfabend wurde weltweit auf DAZN und FightPlus übertragen.

Slawa Spomer siegt eindrucksvoll im Hauptkampf

Slawa Spomer bezwingt Faisal Abubakari.
© Marco Baumann

Schon der Hauptkampf des Abends ließ mächtig aufhorchen. Mit Slawa Spomer (22-1) stand einer der besten Boxer des Landes im Ring. Spomer, der sich ursprünglich auf eine IBO-Weltmeisterschaft vorbereitet und entsprechende Verträge unterzeichnet hatte, musste kurzfristig umdenken und fand einen Ersatzkampf bei Primora Boxing. Nun traf er stattdessen um den WBA-Intercontinental-Titel im Superweltergewicht auf den zuvor ungeschlagenen Ghanaer Faisal Abubakari (21-1).

Im Vorfeld war das Duell schwer zu deuten, da Abubakari neben einem IBA-Pro-Kampf ausschließlich in seiner afrikanischen Heimat gekämpft hatte. Spomer wollte Abubakari jedoch von Beginn an nicht in den Kampf kommen lassen und zeigte sich dominant. Er ging nach vorn und teilte kräftige Haken aus. Dem Schlagvolumen konnte Abubakari nicht entgehen, wobei er ab der dritten Runde selbst das Tempo anzog und Gegenwehr zeigte.

Ab der fünften Runde wurde der Druck seitens Spomer jedoch immer größer und die Gegenwehr schwand dahin. In der sechsten Runde musste Abubakari harte Treffer nehmen und war mehrfach angeschlagen, blieb aber tapfer auf den Beinen. Wenig später blieb er hingegen auf dem Stuhl sitzen und kam nicht mehr zur siebten Runde heraus, wodurch sich Spomer mit einer starken Performance eindrucksvoll den WBA-Intercontinental-Titel sicherte.

Weitere große Kämpfe sollen für Spomer bald folgen

Nach dem Kampf zeigte sich Spomer euphorisch und betonte, dass ihm der Auftritt viel Freude bereitet habe:

„Ein Main Event macht Spaß, ein Titelkampf macht Spaß, ein zäher Gegner macht ebenfalls Spaß. Und einen ungeschlagenen Rekord kaputtzumachen, macht natürlich auch Spaß“, sagte Spomer mit einem Lächeln gegenüber Boxen1.

Weitere sportliche Neuigkeiten sollen am heutigen Montag bekannt gegeben werden, einiges steht demnach bevor:

„2027 sollte sehr, sehr stark werden. Da kann man schon mit einem echten Kracher rechnen. Die Neuigkeit kommt am Montag – die Bombe platzt also am Montag“, so Spomer.

Zwei Niederschläge genügen dennoch nicht zum Punktsieg für Shefat Isufi

Shefat Isufi gegen Ibo Diallo.
© Marco Baumann

Im Co-Main-Event folgte ein IBO-International-Titelkampf im Cruisergewicht. Dort duellierten sich Ibo Diallo (15-1-1) und Shefat Isufi (41-5-3). Isufi gilt als einer der renommiertesten Boxer mit albanischen Wurzeln im deutschsprachigen Raum und kämpfte bereits um die WBO-Weltmeisterschaft in England. Nun traf er auf Diallo, der bislang lediglich gegen den dänischen Weltklasseboxer Jacob Bank den Kürzeren gezogen hatte.

Der Kampf begann, und Isufi suchte konsequent den rechten Cross, den er rüberziehen wollte. Das gelang zunächst nicht wirklich, und das Timing stimmte nicht. Dadurch gab es nur wenige Treffer zwischen den beiden. Diallo ließ die Führhand spielen und fand dadurch gut in den Kampf. Allerdings fehlte seinen Aktionen häufig der Druck, wodurch Isufi recht entspannt nach vorne ging und kaum Respekt vor den Angriffen seines Gegners zeigte.

Was man Isufi vorwerfen konnte, war die Tatsache, dass er stets die harten Einzelaktionen suchte. Dadurch war sein Schlagvolumen nur begrenzt vorhanden, und Diallo konnte mit recht einfachen Mitteln die Runden ausgeglichen erscheinen lassen oder sogar für sich entscheiden.

Dominantes Finish von Isufi – kontroverses Punkturteil

In der siebten Runde sollte das ausgeglichene Duell dann jedoch dramatisch kippen. Isufi kam mit der gefürchteten Rechten mehrfach hart durch und schickte Diallo zweimal zu Boden. Beim ersten Niederschlag war Diallo angeschlagen und versuchte zu clinchen, wobei er hinfiel – der Ringrichter wertete dies korrekt als Niederschlag. Beim zweiten Bodenbesuch traf Isufi direkt mit zwei Händen, und Diallo fiel so hart zu Boden, dass ein K.-o.-Sieg in diesem Moment realistisch erschien. Er kam jedoch vor dem Auszählen noch einmal hoch.

Fortan war Isufi der bestimmende Mann im Ring und sicherte sich auch die finalen Runden. Diallo musste man jedoch Kämpferherz attestieren: Er hielt sich trotz der beiden Niederschläge weiter im Kampf.

Mit zwei Niederschlägen hätte es für Isufi eigentlich auf den Punktzetteln ausreichen müssen, doch die Überraschung folgte. Ein Punktrichter sah Isufi mit 95:93 vorn, ein anderer tatsächlich Diallo mit 95:93. Die dritte Wertung lautete 94:94, wodurch ein geteiltes Unentschieden perfekt war, das keinem der beiden Boxer wirklich weiterhalf.

„Ich bin unzufrieden mit dem Urteil. Leider sind wir gezwungen, das Urteil zu akzeptieren. Ich sehe mich als Sieger, und in der Nacht bestätigten mir Menschen mit Boxing Knowledge, dass es mein Sieg war. Ich hatte die klareren Treffer und den größeren Schaden zugefügt – und wünsche mir, dass das Urteil noch einmal überprüft wird“, sagte ein enttäuschter Isufi gegenüber Boxen1.

Dennoch zeigte er sich nicht nur kritisch gegenüber der Punktewertung, sondern auch gegenüber seiner eigenen Leistung:

„Ich habe sicher und solide gekämpft“, so Isufi, der aber auch betonte: „Am Ende hätte ich den Unterschied viel deutlicher machen müssen.“

Fedor Michel sichert sich den IBO-International-Titel in einem engen Kampf mit Ralfs Vilcans

Fedor Michel und Ralfs Vilcans schenkten sich nichts.
© Marco Baumann

Ebenfalls gab es einen IBO-International-Titelkampf im Halbschwergewicht zu sehen. Dort wollte sich der ungeschlagene jüngere Bruder von Serge Michel, Fedor Michel (13-0), nach der IBO-Juniorenweltmeisterschaft den nächsten Titel sichern. Hierfür musste er an dem renommierten Ralfs Vilcans (19-4) vorbei, was keine einfache Aufgabe versprach. Vilcans konnte in Deutschland schon Ausrufezeichen setzen und bezwang neben Shefat Isufi auch Nick Hannig.

Der Kampf begann, und Vilcans versuchte, die Ringmitte einzunehmen und Druck zu erzeugen. Davon war auch auszugehen, denn auswärts war er stärker in der Bringschuld. Michel zeigte ein lockeres Boxen, ließ den Jab spielen und bewies auch immer wieder ein gutes Auge für Kontermöglichkeiten. Es war sicherlich der stärkste Kampf des Abends, in dem neben technischem Vermögen und Intensität auch Ausgeglichenheit vorhanden war.

Nach einer guten Anfangsphase von Michel erhöhte Vilcans immer stärker das Volumen und marschierte. In Runde sechs raubte der erfahrene Lette Michel mit präzisen Körpertreffern die Luft und schien das Momentum zu haben – stattdessen drehte Michel plötzlich in der siebten Runde noch einmal auf und lieferte einen harten Schlagabtausch.

Der Titelkampf bog auf die Zielgerade ein, und Vilcans kam in Runde neun noch einmal furios mit zwei brutalen Uppercuts durch, wobei Michel viel Standfestigkeit bewies. Der Uppercut war durchweg Vilcans’ gefährlichste Waffe im Kampf. In der finalen Runde gaben dann beide Boxer noch einmal alles und lieferten sich insgesamt eine wirklich harte Schlacht über zehn Runden.

Schließlich musste ein Urteil gefällt werden, das per Mehrheitsentscheidung zugunsten von Michel ausgesprochen wurde (96:94, 97:94, 95:95). Ein hart erarbeiteter, aber dafür umso genüsslicherer Sieg für ihn.

„Er war ein sehr erfahrener Mann und hart. Ich habe ehrlich gesagt seine Erfahrung auch gespürt im Ring“, sagte Michel, der sich schließlich zufrieden zeigte: „Ich bin sehr selbstkritisch, aber der Gegner war ein harter Hund, und ich denke, dass ich es gut gemacht habe.“

Die Sequenzen in Runde neun, in denen Michel zwei harte Uppercuts nahm, beschrieb er wie folgt: „Das war tatsächlich das erste Mal, dass ich einen Schlag gespürt habe mit solch einer Wirkung.“

Am Ende biss er sich zum Punktsieg durch.

Alexander Okafor wackelt sich zum DQ-Sieg über Daniil Iudin

Daniil Iudin wurde gegen Alexander Okafor disqualifiziert.
© Marco Baumann

Einen Aufreger bekamen die Zuschauer im Halbschwergewicht zu sehen, wo Alexander Okafor (5-0) auf den Moldawier Daniil Iudin (9-3) traf. Okafor blickte auf eine starke Amateurlaufbahn zurück und schloss sich nach der verpassten Olympianorm für Paris dem Profilager an, wo er bei Ringside Zone promotet wird. Dort gilt er als großer deutscher Hoffnungsträger und wurde von Beginn an hart gematcht, wobei er nicht immer souverän aussah. So gab es beispielsweise im letzten Kampf einen kontrovers diskutierten Punktsieg über Elija Ülküseven in Mannheim um die Deutsche Meisterschaft (BDB).

Nun wollte Okafor nichts anbrennen lassen und einen souveränen Sieg nachlegen – doch es sollte gänzlich anders kommen. Mit Iudin wurde ein Gegner in den Ring gestellt, der von Beginn an brannte und gehörigen Druck ausübte. Dabei war er teilweise auch unsauber unterwegs, durchweg aber unbequem für Okafor, der mit solch physisch drückenden Gegnern seine Probleme hat.

In der ersten Runde konnte Okafor noch gute Konter anbringen und hatte seine Momente, doch ab der zweiten Runde war es vermehrt Iudin, der das Geschehen an sich riss und Okafor hart am Seil bearbeitete. Zwischenzeitlich fielen beide Boxer sogar aus dem Ring. Okafor schien immer wieder angeklingelt zu sein, während Iudin Schlagsalven gegen seinen bedrängten Kontrahenten abfeuerte.

Ringrichter Marian Gavrila begann dann gleichzeitig, Punktabzüge für den Gast aus Moldawien auszusprechen. Zunächst einen in Runde zwei, dann in Runde drei und schließlich natürlich auch in der vierten. Je einseitiger der Kampf ausfiel, desto zügiger folgte der obligatorische Punktabzug, ehe Iudin schließlich automatisch disqualifiziert wurde.

Eine Handhabung, die Kommentator Mark Bergmann wie folgt beschrieb: „Aus meiner Sicht war keine einzige Aktion dabei, bei der ich direkt einen Punkt genommen hätte.“ Darauf folgte sein Resümee: „Es war aus meiner Sicht kein korrekter Abbruch.“

Nun werden sich in den Regularien vermutlich Punkte finden, die das exzessive Abziehen womöglich rechtfertigen. Man sollte sich aber auch die Frage stellen, wie die Praxis im Profiboxen denn aussieht – und ob ein Heimboxer ebenso in Windeseile disqualifiziert worden wäre, wenn die Konstellation eine andere gewesen wäre.

Ein verärgerter Iudin findet keine guten Worte über die Ringrichterleistung

Unter dem Strich bleibt ein erneuter diskussionswürdiger Sieg für Okafor stehen, der sich zu statisch an den Ringseilen zeigte. Für Iudin war es trotz starker Performance ein bitterer, verlorener Abend.

„Ich bin sehr enttäuscht darüber. Ich habe in diesem Kampf alles gegeben. Wir haben hartes Training hinter uns, bei dem ich Verletzungen hatte, aber wir haben alles überwunden und sind in guter Form zum Kampf angetreten. Alle, die heute hier waren, haben gesehen, wer gewonnen hat. Sie haben gesehen, wessen Abend es war und wessen Sieg – meiner!“, sagte Iudin gegenüber Boxen1.

Zum Ringrichter fand er unmittelbar nach dem Kampf nur wenig versöhnliche Worte:

„Ich verstehe nicht, warum diese Punkte überhaupt abgezogen wurden. Ich verstehe nicht, wie dieser Mann auf so einem Niveau als Ringrichter zugelassen werden konnte; er ist inkompetent! Er hat mich den ganzen Kampf über voreingenommen behandelt!“, polterte Iudin und legte nach: „Es gab Momente, in denen mein Gegner meinen Kopf gepackt und mich nach unten gezogen hat – und genau dann wurde ich disqualifiziert. Er hat mir außerdem nicht einmal die zuvor abgezogenen Punkte mitgeteilt, nicht genug Verwarnungen ausgesprochen und ist direkt zu den Punktrichtern gegangen und hat sie verkündet!“

Franklyn Dwomoh siegt – es folgt eine Auseinandersetzung mit Devrim Gökduman

Franklyn Dwomoh bezwingt Cristian Villanueva.
© Marco Baumann

Das Leichtgewicht Franklyn Dwomoh (11-0) konnte sich einen ungefährdeten Punktsieg über den zuvor ungeschlagenen Kolumbianer Cristian Villanueva (9-1) sichern. Dwomoh war schnell auf den Beinen und technisch deutlich überlegen. Villanueva versuchte es mit Einzelaktionen, insbesondere über die Haken, die jedoch nur selten erfolgreich waren. Trotz harter Körpertreffer seitens Dwomoh schaffte es Villanueva über die Zeit, ehe ein einstimmiger Punktsieg für Dwomoh ausgesprochen wurde.

Nach dem Kampf kam dann plötzlich Dwomohs letzter Gegner Devrim Gökduman in den Ring. Beide Boxer duellierten sich im vergangenen Mai in Mannheim, wo Dwomoh erst im Nachgang der Sieg um den IBF-European-Titel zugesprochen wurde. Gökduman forderte nun in Ludwigshafen ein baldiges Rematch, wodurch es am Ende zu einer kleinen Auseinandersetzung kam. Ob und wann das Rematch erfolgt, bleibt vorerst abzuwarten.

Jasurbek Yuldoshev überzeugt mit Erstrunden-K. o.

Vorzeitiger Sieg für Jasurbek Yuldoshev über Jacob Miller.
© Marco Baumann

Eine besonders spannende Personalie war sicherlich auch der Usbeke Jasurbek Yuldoshev (4-0). Usbekistan gilt im olympischen Boxen als Maßstab, und Yuldoshev gehört dem Nationalkader an. Dennoch bekam er die Möglichkeit, bei Primora Boxing seine Profilaufbahn parallel zu forcieren. In Ludwigshafen gab Yuldoshev nun sein Deutschland-Debüt, das jedoch nicht lange andauern sollte.

Schon in der ersten Runde kam Yuldoshev mehrfach hart durch und fällte den US-amerikanischen Clubfighter Jacob Miller (4-3). Dieser versuchte noch einmal aufzustehen, doch vergeblich: Der Kampf wurde abgewunken. Yuldoshev deutete seine Fähigkeiten eindrucksvoll an und ist bereit für weitere Kämpfe – auch in Deutschland.

Primora-Boxing-CEO Aldo Ricardo Silman zeigte sich äußerst angetan von seinem usbekischen Schützling:

„Besonders unser usbekischer Junge ist natürlich noch einmal herausgestochen. Er hat kurzen Prozess gemacht und seinen Job fast schon mit beeindruckender Selbstverständlichkeit erledigt. Genau solche Auftritte bleiben natürlich hängen“, gab er gegenüber Boxen1 an.

Omar Jagana mit einem Punktsieg

Omar Jagana bezwingt Mario Spartaco Turiello.
© Marco Baumann

Der Frankfurter Omar Jagana (2-0) wollte im Catchweight oberhalb des Superweltergewichts seinen zweiten Profisieg gegen den zuvor ungeschlagenen Mario Spartaco Turiello (1-1) einfahren. Jagana wird viel Potenzial bescheinigt und galt somit als klarer Favorit gegenüber dem 40-jährigen Spartaco. Er riss den Kampf auch von Beginn an an sich und ging ein enorm hohes Tempo. Spartaco wurde regelmäßig in den Ringecken gestellt und bearbeitet, wies aber durchaus eine gute Beweglichkeit im Oberkörper auf, wodurch er einigen Aktionen auswich.

Hinten heraus traf Jagana vermehrt hart und brachte Spartaco in schwere Bedrängnis. Dieser blieb jedoch enorm tough und schaffte es über die volle Distanz von sechs Runden. Schließlich erhielt Jagana den verdienten einstimmigen Punktsieg.

Nächster Punktsieg für Lucas Vogt über Sun Tiebo

Erneut nach Punkten erfolgreich: Lucas Vogt gegen Sun Tiebo.
© Marco Baumann

Ebenfalls im Catchweight oberhalb des Superweltergewichts sah man ein spannendes Duell zwischen Lucas Vogt (4-0) und Sun Tiebo (1-2). Tiebo war der längere Mann und versuchte, über den Jab das Geschehen aus der Distanz zu bestimmen. Das war ein positiver Beginn, wobei Vogt viel Druck erzeugte und den Kampf an sich zu reißen versuchte. Tiebo versuchte in den darauffolgenden Runden weiterhin, im Rückwärtsgang die Distanz zu wahren, fand dabei aber zu selten klare eigene Aktionen.

In der vierten Runde gaben beide Boxer noch einmal alles und lieferten sich ein schönes Duell, das schließlich einstimmig an Vogt ging. Tiebo erwies sich an diesem Abend jedoch als kompetitiver und gefährlicher Gegner.

Sebastian Busch bezwingt Artur Andrejev nach Punkten

Sebastian Busch bezwingt Artur Andrejev.
© Marco Baumann

Im Opener der Veranstaltung war das Supermittelgewicht Sebastian Busch (3-0) zu sehen. Der Schützling des populären „Coach Anil“ wollte sich seinen dritten Profisieg sichern. Hierbei musste er am soliden Estländer Artur Andrejev (3-4) vorbei. Busch zeigte sich physisch in hervorragender Verfassung, wollte es aber boxerisch angehen und brachte vermehrt den Jab zum Körper. Andrejev merkte man jedoch die gute Grundausbildung bei den Amateuren an, wodurch es ein gutes Duell auf beiden Seiten war.

Am Ende war Andrejev jedoch zu häufig im Rückwärtsgang und hätte auswärts deutlich mehr investieren müssen. Folglich sicherte sich Busch den verdienten einstimmigen Punktsieg.

Zuvor war der US-Amerikaner Dominique Roundtree (11-0-1) zu sehen. Der Schützling von Trainer Roy Jones Jr. tat sich über weite Strecken schwer mit dem Ungarn Tamas Kiliti (11-7) und gewann nur wenig überzeugend im Federgewicht nach Punkten.

Eine Veranstaltung, auf der man aufbauen möchte

Hat noch viel vor mit Primora Boxing: Aldo Ricardo Silman
© Marco Baumann

Insgesamt war es ein langer Boxabend in Ludwigshafen, bei dem die sportliche Komponente sehr positiv ausfiel. Die Kämpfe waren überwiegend wirklich stark gematcht, und genau das sollte schließlich immer der Hauptfaktor für eine gelungene Veranstaltung sein. Allerdings war auffällig, dass die Friedrich-Ebert-Halle nur geringfügig ausgelastet erschien. Ein Rahmen, der schade war, denn die Kämpfe hätten durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt.

Primora-Boxing-CEO Aldo Ricardo Silman sah das Event als Generalprobe:

„Wir wollten der Boxwelt zeigen, wofür Primora Boxing steht, was wir vorhaben und in welche Richtung unser Weg gehen soll“, sagte er gegenüber Boxen1 und zeigte sich grundsätzlich zufrieden mit dem ersten Kampfabend: „Das Feedback war durchweg sehr positiv. Die Zuschauer waren von den Kämpfen begeistert, in der Halle herrschte eine starke Atmosphäre, und sportlich haben wir genau die Richtung eingeschlagen, die wir uns vorgenommen hatten.“

Nach dem Start möchte man im neuen Jahr weiter angreifen und den Boxsport in Deutschland damit fördern:

„Unsere Mission ist ganz klar: Wir wollen Boxen in Deutschland besser, größer und vor allem sichtbarer machen. Und jeder, der sich dieser Mission anschließen möchte, ist bei uns willkommen“, so Silman, der abschließend noch versprach: „Wir sprechen bereits über die nächsten Events und werden jetzt den nächsten Schritt machen. Wir wollen den Entertainment-Faktor weiter erhöhen, die Show noch größer und professioneller gestalten und gleichzeitig sportlich genau auf diesem Niveau weitermachen – natürlich immer mit dem Anspruch, beim nächsten Mal noch stärker und besser zu sein als beim letzten Event!“

Sportlich hat Primora Boxing beim Debüt geliefert – nun wird entscheidend sein, ob es gelingt, diese Qualität künftig auch vor einer größeren Kulisse sichtbar zu machen.

3.5/5 - (22 votes)

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein