Simon Zachenhuber verliert knapp den WM-Kampf gegen Hamza Sheeraz! 

Jeddah, Saudi Arabia: Hamzah Sheeraz v Simon Zachenhuber, WBO World Super Middleweight Title
25 July 2026
Picture By Mark Robinson Matchroom Boxing

Eine starke Leistung von Zachenhuber brachte den Weltmeister in Saudi-Arabien vor Probleme – am Ende folgte eine Mehrheitsentscheidung.

Am Samstag fand ein großes Box-Event im Superdome in Jeddah, Saudi-Arabien, statt, live auf DAZN. Im Hauptkampf wollte sich Schwergewichtsstar Anthony Joshua erfolgreich zurückmelden und damit ein potenzielles „Battle of Britain“ gegen Landsmann Tyson Fury einleiten.

Aber auch auf der Undercard gab es einiges zu sehen. Das klare Highlight aus deutscher Sicht war dabei das Co-Main-Event um die WBO-Weltmeisterschaft im Supermittelgewicht. Hamzah Sheeraz (24-0-1) verteidigte erstmals seinen Titel und stellte sich dabei dem Deutschen Simon Zachenhuber (29-2).

Es war die nächste große deutsche WM-Chance in diesem Jahr, allerdings auch die nächste unter schwierigen sportlichen Voraussetzungen. Zachenhuber galt – ähnlich wie zuletzt Peter Kadiru oder Michael Eifert – als klarer Underdog. Begünstigt wurde diese Einschätzung auch durch seine misslungene Vorstellung im Tottenham Hotspur Stadium im vergangenen April, als er sich überraschend dem bis dahin weitgehend unbekannten Ersatzgegner Pawel August knapp geschlagen geben musste. Dennoch erhielt Zachenhuber nur wenig später die große Chance auf die Weltmeisterschaft und wollte der Welt zeigen, welcher Kämpfer wirklich in ihm steckt.

Starker Auftakt von Zachenhuber

eddah, Saudi Arabia: Hamzah Sheeraz v Simon Zachenhuber, WBO World Super Middleweight Title
25 July 2026
Picture By Mark Robinson Matchroom Boxing

Der Kampf begann abwartend. Sheeraz schlug zahlreiche linke Haken, die jedoch allesamt in der stabilen Deckung von Zachenhuber landeten. Der Deutsche zirkulierte immer wieder aktiv über die Außenbahnen und bot kein statisches Ziel – genau die richtige Herangehensweise gegen Sheeraz. Auch in der zweiten Runde fand der Weltmeister kaum in den Kampf und geriet theoretisch bereits früh in Rückstand.

Ab der dritten Runde nahm der Kampf jedoch zunehmend Fahrt auf. Sheeraz schlug vermehrt zum Körper und wollte Zachenhuber die Luft rauben, was ihm phasenweise auch gelang. Insbesondere die fünfte Runde war mit Abstand seine stärkste. Er landete harte Körpertreffer sowie Uppercuts, die ihr Ziel fanden. Zachenhuber lächelte zwar immer wieder, schien die Wirkung der Treffer jedoch durchaus gespürt zu haben. Nach dem Schlussgong ging der Bayer etwas erschöpft in die Ecke von Trainer Conny Mittermaier und drohte trotz seines guten Starts nun allmählich den Kampf aus der Hand zu geben.

Ein Kampf auf Augenhöhe

Wer jedoch glaubte, dass Zachenhuber nun bald die Segel streichen würde, irrte. Stattdessen entwickelte sich zunehmend ein ausgeglichenes Gefecht, in dem sich keiner der beiden entscheidend absetzen konnte. Zachenhuber brachte in der siebten Runde variable Aktionen zum Kopf und Körper ins Ziel, während es in der neunten Runde wiederum Sheeraz war, der mit gezielten Uppercuts Akzente setzte.

Es gab einige Swing Rounds, die derart ausgeglichen verliefen, dass sie durchaus in beide Richtungen hätten gewertet werden können. Da Sheeraz jedoch als Weltmeister und a-side den Ring gestiegen war, musste man davon ausgehen, dass er auf den Punktzetteln leicht in Führung lag. So sah es auch Trainer Conny Mittermaier, der Zachenhuber vor der letzten Runde noch einmal eindringlich einschwor – in der Annahme, dass sein Schützling trotz einer starken Leistung womöglich zurückliegen könnte.

Zachenhuber versuchte in der finalen Runde noch einmal alles, traf jedoch auch häufig die Doppeldeckung seines Gegners. Zwar setzte auch Sheeraz noch einige Angriffe, doch der große Funke sprang trotz der lautstarken Atmosphäre in der Halle nicht mehr über. So ging ein ausgeglichener Kampf über die volle Distanz, ehe gespannt auf die Punktzettel der Kampfrichter gewartet wurde.

Wertgewinn trotz einer knappen Punktniederlage

eddah, Saudi Arabia: Hamzah Sheeraz v Simon Zachenhuber, WBO World Super Middleweight Title
25 July 2026
Picture By Mark Robinson Matchroom Boxing

Die britischen Kommentatoren zeigten sich nur wenig angetan von der Leistung Sheeraz‘ und sprachen von einer „pathetic performance“, was gleichzeitig als großes Kompliment für Zachenhuber gewertet werden konnte. Am Ende blieb Sheeraz dennoch Weltmeister – durch eine denkbar knappe Mehrheitsentscheidung. Ein Punktrichter wertete den Kampf 114:114 unentschieden, die beiden anderen sahen Sheeraz mit 115:113 beziehungsweise 116:112 vorne.

Ein Urteil, mit dem man auswärts in Saudi-Arabien durchaus rechnen musste. Nichtsdestotrotz präsentierte sich Zachenhuber auf der Weltbühne als unangenehmer und absolut konkurrenzfähiger Herausforderer, auch wenn der ganz große Coup ausblieb. Trotz der Niederlage dürfte er erheblich an Ansehen gewonnen haben und hat sich als Underdog mehr als achtbar verkauft.

Chapeau, Simon!

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