Simon Zachenhuber siegt vorzeitig beim GBS-Fightclub in Köln

Siegt im Hauptkampf: Simon Zachenhuber gegen Armin Ajrulai.

Beim German Boxing Series FightClub-Event waren große Emotionen geboten in Köln. Im Turnier bewies der Titelverteidiger erneut Nervenstärke.

Am vergangenen Samstag fand das zweite FightClub-Event der aufstrebenden German Boxing Series in der Straßenkicker BASE von Lukas Podolski in Köln statt. Zwölf Profikämpfe erwarteten die boxhungrigen Zuschauer in der Domstadt, die von hochsommerlichen Temperaturen begleitet wurden. Ein Umstand, den die hitzigen Boxer im Ring ohnehin nur zu gut kennen – nun schwappte die Hitze endgültig auch auf die Zuschauer über. Die Veranstalter versuchten jedoch bis zum Schluss, mit zusätzlichen und kostspieligen Kühlsystemen die Gesamttemperatur zu senken, was hervorragend funktionierte.

Armin Ajrulai boxte leidenschaftlich als Underdog

Im Hauptkampf des Abends kehrte das Supermittelgewicht Simon Zachenhuber (29-1) zurück. Die Nummer 7 der WBO verlor zuletzt unglücklich im Tottenham Hotspur Stadium erstmals gegen Pawel August (18-0). Ein Kampf, der ursprünglich gar nicht geplant war. Nachdem der vorgesehene Gegner abgesagt hatte, wurde August kurzfristig als Ersatz für sechs Runden verpflichtet. Zudem fungierte der Ringrichter gleichzeitig als alleiniger Punktrichter.

Unter diesen ungünstigen Umständen war die Niederlage beinahe vorprogrammiert, und wenig später war Zachenhuber umso entschlossener, wieder auf die Siegerstraße zurückzukehren. Dies sollte gegen den unerschrockenen Armin Ajrulai (10-3) gelingen, der nach einer Niederlage bereits einmal infolge einer Gehirnblutung um sein Leben kämpfen musste. Seitdem feierte er jedoch sieben Siege und sah im Duell mit Zachenhuber die Chance, seine Karriere auf ein neues Niveau zu heben.

Simon Zachenhuber stoppt Armin Ajrulai

Simon Zachenhuber beim Sieg über Armin Ajrulai.

Der Kampf begann mit einem offensiv auftretenden Zachenhuber, der insbesondere mit seinem Jab punktete. In der zweiten Runde erhöhte der Favorit das Tempo und kam mehrfach hart durch. Das Gesicht von Ajrulai schwoll schnell an, dennoch blieb er tapfer und schlug munter zurück. So konnte Ajrulai Zachenhuber in der dritten Runde zwischenzeitlich am Seil stellen und einige Treffer landen, doch insgesamt blieb Zachenhuber der dominierende Mann.

In der vierten Runde musste Ajrulai schließlich nach einem Körpertreffer zu Boden, gab jedoch alles und kämpfte sich bis zur Rundenpause durch. Dort entschied der umsichtige „Coach Anil“, der Ajrulai betreute, das Handtuch zu werfen. Eine weise und selbstlose Entscheidung. Coach Anil hätte das große Upset gegen Zachenhuber sicherlich selbst gerne erlebt, stellte jedoch das Wohl seines Schützlings über alles. Eine Entscheidung, die Respekt verdient.

„Großen Respekt an Armin, dass er so fair und sauber gekämpft hat. Es war ein sehr sauberer Boxkampf, in dem ich der Stärkere war“, sagte Zachenhuber nach dem Kampf im Interview und lobte zugleich den eigenen Trainer: „Ich habe mein Urgestein Conny Mittermeier in meiner Ecke. Er ist einer der ausgefuchstesten Trainer überhaupt, deshalb waren wir auf alles eingestellt.“

Ein Lob gab es schließlich auch für den Veranstalter. „Ich muss ein ganz großes Dankeschön an die German Boxing Series sagen. Ich habe mittlerweile 30 Profiboxkämpfe bestritten, aber selten habe ich etwas so gut Organisiertes erlebt. Sie sind wirklich auf die Sportler eingegangen. Deshalb muss ich sagen: ganz großen Respekt und vielen Dank an die German Boxing Series!“

Auch der unterlegene Ajrulai ließ es sich nicht nehmen, seine Einschätzung abzugeben: „Simon, ich habe dich wirklich etwas unterschätzt. Der ist echt sehr stark! Ich bin froh, dass wir so einen starken Boxer hier in Deutschland haben.“

Gregor Soenius bezwingt Lorch nach Punkten

Gregor Soenius trifft Alexander Lorch.

Im Co-Main-Event wollte der Köln-Zollstocker Gregor Soenius (9-0) einen weiteren Schritt in Richtung der Top 100 machen. Hierfür traf er auf den Saarbrücker Alexander Lorch (17-3), der zwar aus dem Halbschwergewicht aufstieg, aber dennoch einen starken Kampfrekord mitbrachte.

Der Kampf war von Beginn an unterhaltsam und Soenius übernahm früh die Initiative. Lorch ließ sich davon nicht beeindrucken und schlug mutig in die Aktionen hinein. Das funktionierte zunächst auch ganz ordentlich, ehe Soenius ab der dritten Runde immer wieder mit Uppercuts durchkam und Lorch sichtbar zusetzte.

Grundsätzlich hatte Soenius die Kontrolle über den Kampf, während Lorch ab der fünften Runde konditionell etwas nachließ. Soenius erhöhte im sechsten Durchgang nochmals den Druck und suchte das Finish, doch Lorch absorbierte die Treffer und blieb äußerst zäh. So ging der Kampf über die volle Distanz von acht Runden, ohne dass sich am Kräfteverhältnis noch etwas änderte. Am Ende erhielt Soenius den verdienten einstimmigen Punktsieg mit 2 × 78:74 und 80:72.

„War auf jeden Fall ein geiler Kampf, es hat Spaß gemacht. Respekt an Alex, er ist ein harter Hund und kann viel einstecken“, sagte der Sieger nach dem Kampf.

Das GBS-Profiboxturnier bot erneut Spannung

Der Preissieger Claudio Mirko Vizzini.

Nach der Premiere im März fand nun auch das zweite Profiboxturnier statt, bei dem Claudio Mirko Vizzini (8-5) seinen Turniersieg verteidigen wollte. Im Halbfinale traf er auf den unerschrockenen und energiegeladenen Kemal Salih (2-2-1), der im Vorfeld große Töne gespuckt hatte. Im Kampf selbst zeigte Salih eine wilde erste Runde, in der viel Wille, aber weniger technisches Vermögen zu sehen war. In der zweiten Runde dominierte dann Vizzini und setzte Salih stark zu, der erschöpft in der Rundenpause zusammensackte. Seine Ecke beendete daraufhin den Kampf.

Im zweiten Halbfinale setzte sich Stjepan Biljan (2-1) nach Punkten gegen Mahsum Balaban (5-3-2) durch. Es war ein klassischer Stilkontrast. Biljan agierte als Pressure Fighter, erzeugte konstant Druck und suchte mit wuchtigen Haken den Erfolg. Balaban bewegte sich dagegen viel im Rückwärtsgang und wich zahlreichen Angriffen aus, wodurch er sich in den ersten beiden Runden leichte Vorteile erarbeitete. Biljan hielt jedoch das Tempo konstant hoch und arbeitete unermüdlich weiter. So gewann er die Schlussphase deutlich und schließlich auch den Kampf verdient mit 2 × 40:36 sowie 38:38.

Claudio Mirko Vizzini bleibt der Turnierkönig

Claudio Mirko Vizzini

Im Finale des Turniers trafen Claudio Mirko Vizzini und Stjepan Biljan später am Abend aufeinander. Biljan versuchte erneut, mit wuchtigen Haken Druck aufzubauen, doch Vizzini wich vielen Angriffen geschickt aus und punktete vor allem ab der zweiten Runde immer wieder mit harten Körpertreffern. Besonders die Lebertreffer zeigten Wirkung. Biljan bewies zwar enormes Kämpferherz und stellte seine Offensivbemühungen nie ein, doch der effektivere Boxer war eindeutig Vizzini.

Das sahen auch die Punktrichter so und werteten den Kampf einstimmig mit 2 × 40:36 und 39:37 für Vizzini. Damit bleibt er im Turniermodus ungeschlagen und feierte seinen sechsten Sieg in Folge, nachdem er zuvor fünf Niederlagen hintereinander hatte hinnehmen müssen. Eine bemerkenswerte Wende in der Karriere des 35-jährigen Spätstarters, die eng mit der Zusammenarbeit mit seinem Trainer Coach Anil verbunden ist.

„Mein Trainer hat mich immer fertiggemacht, dann dachte ich mir: Jetzt musst du richtig anfangen zu boxen. Er hat mich gut gepusht, danke dir. Ich habe mir einfach gedacht: Entweder machst du es richtig oder du lässt es sein. Dann hat es bei mir Klick gemacht und ich habe angefangen, sauber zu boxen. Nicht nur wild drauflos, sondern die Gegner zu lesen“, erklärte Vizzini nach seinem erneuten Turniersieg.

Younes Zarraa liefert die Performance seiner Karriere

Younes Zarraa bezwingt Meriton Karaxha.

Für Qualität im NRW-Boxsport steht Younes Zarraa (16-1). Der Neusser mit marokkanischen Wurzeln boxte im Weltergewicht gegen den unerschrockenen Belgier mit albanischen Wurzeln, Meriton Karaxha (34-11-4), der bereits vor 4,5 Jahren Ex-Weltmeister Abass Baraou in eine schwere Schlacht über zehn Runden verwickelte.

Doch Zarraa bewies an diesem Abend echte Qualität und wusste zu überzeugen. Er bewegte sich galant im Ring, schuf clevere Winkel und punktete insbesondere mit dem Uppercut gegen den etwas statischen Karaxha in der Doppeldeckung. Es war eine variable und reife Vorstellung von Zarraa, die zweifellos zu den Höhepunkten seiner bisherigen Profikarriere zählt.

Karaxha bewies Kämpferherz und versuchte einiges, doch zumeist war es Zarraa, der punktete. So entwickelte sich ein sehenswerter und intensiver Kampf über die volle Distanz, den Zarraa schließlich völlig verdient einstimmig mit 80:72 und 2 × 79:73 gewann.

Folgt nun ein Kampf zwischen Deniz Ilbay und Younes Zarraa?

Deniz und Garip Ilbay.
Foto: Torsten Helmke

„Das war ein super harter Kampf. Er hat sehr stark angefangen. Wir wussten das auch und haben uns darauf eingestellt, ihn in den späten Runden konditionell einzuholen“, sagte Zarraa nach dem Kampf im Interview und wurde daraufhin noch richtig emotional.

„Die Mutter unseres Coaches ist sehr schwer krank. Diesen Sieg widme ich auf jeden Fall unserer Tante!“, so Zarraa, der zudem als frischgebackener Familienvater unter Tränen eine Botschaft aussandte: „Ich bin seit drei Monaten Vater, wie man unschwer erkennen kann. Der Sieg geht an Nael, meine Frau und meine Familie!“

Im späteren Anschluss stieg noch Deniz Ilbay (22-3) in den Ring, der bis 2021 eine erfolgreiche Profiboxkarriere mit zahlreichen internationalen Höhepunkten vorweisen konnte. So boxte er im legendären MGM Grand in Las Vegas gegen den Terence-Crawford-Herausforderer Egidijus Kavaliauskas (25-3-1) oder verlor seinen bislang letzten Profikampf nach Punkten gegen Lewis Crocker (22-1) in England, der erst vergangene Woche in Australien knapp den IBF-Weltmeistertitel wieder verlor.

Ein Comeback von Ilbay im Boxsport wäre inzwischen eine kleine Sensation, da er sich im MMA großer Beliebtheit erfreut und dort Hallen sowie Stadien füllt. So ist er bei Oktagon Ende September im Frankfurter Stadion eingeplant. Dass beim Kölner jedoch weiterhin das Boxerherz schlägt, zeigt sich daran, dass er einem Comeback bei der German Boxing Series nicht abgeneigt ist. Dies wird insbesondere dadurch begünstigt, dass mit der GBS endlich wieder ein großer und seriöser Anbieter im deutschen Profiboxen existiert, für den es sich zu kämpfen lohnt.

„Ich habe damals, als ich den Wechsel vom Boxen zum MMA vollzogen habe, gesagt: Der Fuß bleibt immer in der Tür. Ich hätte zwischenzeitlich schon gegen Formella boxen sollen. Für mich ist das hier das eigentliche Zuhause“, sagte Ilbay über ein mögliches Box-Comeback.

„Für mich ist er aktuell kein relevanter Name im Boxsport mehr. Er ist mehr im MMA unterwegs – und das sehr erfolgreich. Ich habe ihm kürzlich noch geschrieben, dass er einen super Kampf gemacht hat. Er ist ein klasse Boxer und das wäre ein super Kampf für Deutschland!“, erklärte Zarraa über die mögliche Begegnung.

Am Ende ist Ilbay schon lange aus dem reinen Boxsport heraus, zudem steht bald wieder ein MMA-Kampf an, wodurch der fehlende Fokus auf das Boxen sicherlich ein Hindernis darstellt. Vermutlich wäre zuvor ein Aufbaukampf sinnvoll. Sollte sich der Kölner jedoch direkt bei GBS 4 einem Topboxer stellen wollen, wäre das ein großes Statement für den deutschen Boxsport.

Steven Nduka siegt vorzeitig in Runde 2

Vorzeitiger Sieg für Steven Nduka in Köln.

Mit Steven Nduka (13-0) stand ein hochveranlagtes Halbschwergewicht von No Limit Boxing aus Leverkusen im Ring. Nduka gewann vor eineinhalb Jahren die WBO-Juniorenweltmeisterschaft und bekam es nun in Köln mit dem Briten Navid Iran (11-7-1) zu tun, der sehr austrainiert wirkte.

Der erfahrene Iran fand jedoch nie richtig in den Kampf. Nduka nutzte seine Reichweitenvorteile konsequent aus und überzeugte mit einem dynamischen Jab, der das Geschehen dominierte. Iran kam kaum in Schlagdistanz und blieb dadurch nahezu wirkungslos. In der zweiten Runde erhöhte Nduka das Tempo, stellte Iran in der Ringecke und schickte ihn zu Boden. Zwar stand der Brite noch einmal zögerlich auf, doch der Kampf wurde daraufhin abgebrochen. Ein souveräner Erfolg für den hochveranlagten Nduka, dessen Gegner dem Gesamtpaket kaum etwas entgegenzusetzen hatte.

„Steven zeigt mittlerweile ein absolut professionelles und ruhiges Auftreten. Wie zu sehen war, hat er alles Schritt für Schritt kontrolliert und dann zugeschlagen. Mit seinen 20 Jahren macht er mich unglaublich stolz“, sagte Trainer Bekim Hoxhaj gegenüber Boxen1 über die Leistung seines Schützlings und thematisierte zugleich die Schwierigkeiten bei der Gegnerfindung.

„Mitveranstalter Ruben sollte einen Gegner für Steven finden – er hat selbst miterlebt, wie ich prophezeit habe, dass es in Deutschland nahezu unmöglich ist, ihm einen passenden Gegner zu stellen. Ich habe deshalb extra in England angeklopft und dort einen Gegner organisiert. Der Kampf ging dann so schnell zu Ende, dass ich zunächst enttäuscht war – zu Unrecht, wie sich herausstellte: Steven hatte ihm mit seinen Aktionen die Nase komplett gebrochen“, so Hoxhaj, der bereits einen Wunschgegner für Nduka hätte: „Ich würde mir wünschen, dass ein Simon Zachenhuber oder ein anderer Athlet aus den deutschen Top Ten im Halbschwergewicht einmal gegen Steven antritt.“

Mohammed Azaoun und Atilla Kayabasi liefern sich einen Höhepunkt des Abends

Mohammed Azaoun und Atilla Kayabasi.

Ein echtes Highlight bot ein weiterer Schützling von No Limit Boxing aus Leverkusen, Mohammed Azaoun (5-0). Das Superleichtgewicht stellte sich dem erfahrenen Atilla Kayabasi (12-29-1) und legte von Beginn an ein enormes Tempo vor. Immer wieder wurde Kayabasi an den Ringseilen gestellt und bearbeitet, wobei dieser eine stabile Doppeldeckung offenbarte und beherzt mit Kontern antwortete. Dennoch mussten die ersten drei Runden klar an Azaoun gehen, der den Kampf bestimmte.

Das hohe Tempo rächte sich jedoch in der Schlussphase. Azaoun konnte Kayabasi nie ernsthaft in Bedrängnis bringen, woraufhin dieser zunehmend das Geschehen übernahm. Es entwickelte sich ein intensiver Kampf mit guten Aktionen auf beiden Seiten. Kayabasi bewies einmal mehr, dass er ein erfahrener Veteran ist, um den viele sogenannte Fake-Fighter hierzulande lieber einen großen Bogen machen.

Schließlich biss sich Azaoun trotz konditioneller Probleme durch, klammerte in der Schlussrunde mehrfach geschickt und gewann verdient mit 58:56, 59:55 und 60:54. Ein hart erkämpfter Punktsieg gegen einen starken Gegner, der zugleich viele wichtige Lerneffekte für eine künftig ökonomischere Kampfführung mit sich bringt.

„Bei ihm geht es Kampf für Kampf einen Schritt nach vorne. Die Bedingungen waren anspruchsvoll, die Hitze enorm. Momo hat viel gearbeitet und wollte unbedingt den K.o. erzwingen. Sein Gegner Atilla war ein respektvoller Boxer und vor allem ein guter Prüfstein. Dieser Kampf bringt ihn definitiv weiter – auch weil er lernen muss, Situationen ruhiger anzugehen und zu akzeptieren, dass man einen K.o. nicht erzwingen kann“, erklärte Bekim Hoxhaj.

Weitere Resultate der Veranstaltung: Maximilian Schnell siegt vorzeitig

Siegt vorzeitig in Köln, Maximilian Schnell.

Der Schützling von Stefan Krengel und dem Boxclub Niederkassel, Maximilian Schnell (10-2), sollte ursprünglich gegen einen Gegner aus Venezuela antreten. Durch das verheerende Erdbeben wurde dieser jedoch verletzt und fiel aus. Kurzfristig fand man Ersatz in Kevin Kirchner (5-16), der zunächst Druck erzeugte und die frühe Überraschung suchte. Schnell ließ sich davon – ebenso wenig wie von der etwas unsauberen Kampfführung seines Gegners – beeindrucken und stoppte Kirchner in der zweiten Runde mit einem K.o. durch einen Treffer zum Kinn.

Im Halbschwergewicht setzte sich der ehemalige Teilnehmer der Ringlife Combat Series, Vladimir Scherban (3-0), überzeugend durch. Er erzielte mehrere Niederschläge und zwang Karen Gevorgyan (3-2-1) schließlich in der dritten Runde per TKO in die Knie.

Der Schützling von Trainer Rüdiger May, Tim Knöfel (0-0-1), traf bei seinem Profidebüt auf Patrick Jäger (0-1-1). Es entwickelte sich ein ausgeglichener und unterhaltsamer Kampf. Trotz seiner enormen Reichweitenvorteile suchte Knöfel häufig den Vorwärtsgang, kam immer wieder mit sehenswerten Treffern durch und erzielte Wirkung. Im weiteren Verlauf boxte er taktisch klüger und nutzte seine Reichweite konsequenter aus, wobei Jäger dennoch stets gefährlich blieb. Am Ende endete der Kampf unentschieden.

Der erst 16-jährige Arminius Rolle (6-0) sicherte sich im Rematch gegen Max Teschke (0-2) bereits seinen fünften vorzeitigen Sieg. Nach mehreren Körpertreffern und Niederschlägen gewann er in der zweiten Runde durch TKO.

GBS bringt den Boxsport zurück auf die Landkarte

Schon jetzt gibt es zahlreiche Gesprächsthemen rund um das nächste große Event der German Boxing Series, das im November stattfinden soll. Die Voranmeldung hat bereits begonnen.

Grundsätzlich kann man festhalten, dass die German Boxing Series dem deutschen Boxsport wieder Relevanz verleiht. Allein die Tatsache, dass ein Name wie Deniz Ilbay offen über eine Rückkehr in den Boxring nachdenkt, obwohl er im MMA große Hallen und Stadien füllt, spricht für die Strahlkraft der Veranstaltungsreihe.

Dies ist ein Beweis dafür, dass die German Boxing Series ein Lichtblick in einer Boxlandschaft voller Fake-Tristesse darstellt. Der Boxsport kann nur durch ehrliche und sportlich relevante Kämpfe wachsen – doch genau diese sind mittlerweile vielerorts zur traurigen Ausnahme geworden. Umso mehr muss man die German Boxing Series als echten Gegenentwurf und als die Champions League des deutschen Boxsports bezeichnen.

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