
Beim Aufeinandertreffen im Fußballstadion von Fury und Makhmudov, live auf Netflix, wird auch ein Deutscher mittendrin sein.
Am kommenden Samstag erfolgt die nächste größere The Ring-Veranstaltung in Kooperation mit GoldStar Promotions. Im Mittelpunkt steht das Comeback des ehemaligen Schwergewichtsweltmeisters Tyson Fury (34-2-1), der sich mit einem überzeugenden Sieg gegen den schlagstarken Russen Arslanbek Makhmudov (21-2) zurückmelden möchte – live auf Netflix.
Zahlreiche weitere Schwergewichtskämpfe werden im großen und modernen Tottenham Hotspur Stadium stattfinden, aber auch auch ein interessantes Duell im Supermittelgewicht mit deutscher Beteiligung. Der Erdinger Simon Zachenhuber (28-0) weist eine ungeschlagene Kampfbilanz auf und möchte endgültig seinen internationalen Durchbruch einleiten. Die aktuelle Nummer 6 der WBO und 11 der IBF träumt von einer baldigen WM-Chance und hat sich jüngst mit Spencer Brown (GoldStar Promotions) vertraglich zusammengeschlossen, bei dem neben Tyson Fury auch Agit Kabayel unter Vertrag steht.
„Ich freu mich extrem auf die Gelegenheit. Auf London, auf das Stadion und auf den Boxkampf. Die Zeit ist reif, ich hab acht Jahre Disziplin gelebt, um mich jetzt mit einem Sieg auf der größten Bühne der Welt zu belohnen“, sagte Zachenhuber gegenüber Boxen1.
Ziel der Vereinbarung war zweifellos, dass Zachenhuber große internationale Möglichkeiten erhalten würde. Der Kampf auf der Undercard von Fury vs. Makhmudov ist der vermeintlich perfekte Start hierfür, allerdings gab es kurzfristig eine pikante Veränderung.
Kurzfristiger Gegnerwechsel – Zachenhuber gibt sein England-Debüt gegen Pawel August

Ursprünglich war angedacht, dass Zachenhuber sein England-Debüt gegen den amtierenden britischen Meister sowie EBU-Europameister Troy Williamson (22-4-1) bestreiten sollte, der zuletzt im Dezember ein Ausrufezeichen setzte, indem er den zuvor ungeschlagenen Callum Simpson (18-1) stoppte. Auch ein IBF-WM-Kampf gegen Osleys Iglesias (14-0) stand plötzlich im Raum für Williamson. Doch die Promoterseite von Simpson, Boxxer, hatte sich eine vertragliche Rematch-Klausel gesichert, wodurch Williamson keine Zusage für den WM-Kampf machen durfte.
Nun geschah einige Zeit nichts bei Boxxer, ehe Williamson seinen Kampf gegen Zachenhuber bekannt gab. Es hätte ein spannender 50/50-Kampf werden sollen, bei dem beide Männer sich maximale Siegchancen machten. Der Gewinner hätte sich bei der IBF sehr weit oben positionieren können, doch daraus wird nichts. Williamson sagte kurzfristig ab, genaue Informationen dazu gibt es nicht. Spekuliert wird erneut über vertragliche Probleme mit Boxxer.
Ein neuer Gegner bedeutet eine neue Aufgabe
Für Zachenhuber bedeutet dies einen sehr kurzfristigen Gegnerwechsel und somit eine Umstellung. Anstelle von Williamson wird er nun auf den in Polen geborenen Pawel August (17-0) treffen, der international kaum Bekanntheit besitzt. August weist einen sehr überschaubaren Kampfrekord auf. Seinen wohl besten Sieg erzielte er 2022 gegen den Karlsruher Aro Schwartz (29-13-1). Entsprechend schwierig ist es, August valide einzuschätzen, da er im internationalen Kontext bislang kaum in Erscheinung getreten ist.
„Er ist auf jeden Fall ein guter Boxer. Er hat noch nicht das Kaliber an Leuten geboxt wie ich mit Paulinus Ndjolonimu im letzten Kampf oder auch Emre Cukur. Deswegen denke ich, dass der Erfahrungsvorteil auf meiner Seite ist“, so Zachenhuber auf Boxen1-Nachfrage.
Auch wenn August relativ unbekannt ist, erhält er am Samstag gegen den Erdinger die größte Chance seiner bisherigen Karriere. Als ungeschlagener Mann wird er entsprechend alles investieren, um das Upset zu schaffen, weshalb mit viel Gegenwehr zu rechnen ist. Ein Sieg über den gut gerankten Zachenhuber würde Augusts Karriere komplett auf den Kopf stellen.
„Das ist auch seine Chance im Leben. Wir beide sind ungeschlagen, er hat noch als Engländer den Heimvorteil. Er wird seine Chance nutzen wollen und alles geben.“
Zuletzt tat sich Zachenhuber enorm schwer mit dem gefährlichen Paulinus Ndjolonimu (20-1), der daraus resultierende Punktsieg im Juli galt als umstritten. Umso erpichter zeigt er sich nun, auf der größten Bühne seiner Karriere überzeugen zu wollen – unabhängig davon, wer letztlich sein Gegner ist.
„Ich bin gut vorbereitet, freue mich auf den Kampf und bin mir sicher, dass ich diesen gewinnen werde“, so ein zuversichtlicher Zachenhuber.
Der Zachenhuber-Kampf wird kostenlos übertragen

Das Event Fury vs. Makhmudov wird auf dem kostenpflichtigen Streamingdienst Netflix gestreamt. Die Main Card beginnt dort im Abo ab 20 Uhr. Die Prelims, in denen auch Simon Zachenhuber kämpfen wird, sind jedoch kostenfrei zu sehen und starten um 16:30 Uhr. Der Kampf von Zachenhuber könnte gegen 18 Uhr stattfinden.














