Shakur Stevenson siegt vor leeren Rängen

Foto: Mikey Williams/Top Rank

Bei der ersten in den USA stattfindenden Box-Veranstaltung seit Eintreten der Corona-Krise gaben sich Shakur Stevenson & Co. keine Blöße. 

Weltmeister dominiert wehrlosen Caraballo

Im nahezu Menschenleeren MGM Grand Conference Center von Las Vegas flogen am Dienstagabend endlich wieder die Fäuste. Im Hauptkampf stand WBO-Weltmeister Shakur Stevenson (14-0-0, 8 KOs), der für sein Duell mit dem Puerto Ricaner Felix Caraballo (13-2-2, 9 KOs) eine Gewichtsklasse nach oben ging und seinen Titel im Federgewicht dementsprechend nicht verteidigen musste. Die Bezeichnung WM-Kampf wäre für dieses Aufeinandertreffen auch denkbar unwürdig gewesen, denn was Caraballo dem technisch versierten US-Amerikaner entgegen brachte, hatte mit internationaler Klasse herzlich wenig zu tun. 

Foto: Mikey Williams/Top Rank

Zwar ging „La Sombra“ von Beginn an mutig nach vorne und versuchte sein Glück, doch die Bemühungen verpufften quasi sofort. Der gewohnt konzentriert agierende Stevenson entzog sich aus seiner Rechtsauslage, ließ seinen Gegner vorbeischlagen und bestrafte diesen mit eigenen Aktionen. Vor allem den Körper Caraballos bearbeitete er ohne Erbarmen. Ein rechter Haken in den Rippenbereich brachte dem Weltmeister bereits im ersten Durchgang einen Niederschlag ein. 

Caraballo überzeugte danach nur noch durch seine Fähigkeit einzustecken. Stevenson zerlegte ihn Runde für Runde mit variablen Attacken, ohne im Gegenzug auch nur Ansatzweise selbst etwas abzubekommen. In der sechsten Runde war dann Schluss, als Stevenson seinen Gegenüber erst mit einem rechten Haken öffnete, diesen zu einer eigenen Aktion zwang, dann aber im selben Atemzug die linke Schlaghand hart an den Solarplexus Caraballos platzierte. Dieser klappte zusammen und kam nicht mehr rechtzeitig auf die Beine. 

Nach diesem lockeren Aufgalopp werden in Zukunft sicher härtere Tests auf Stevenson warten. In welcher Gewichtsklasse diese dann zu absolvieren sind, ist noch unklar. Aber da der 22-Jährige körperlich noch in der Entwicklungsphase ist, kann man langfristig vermutlich mit mehreren Gewichtsaufstiegen rechnen. 

Schwergewichts-Hoffnungen überzeugen

Im Rahmen dieses kleinen Events bekamen außerdem zwei interessante Talente im Schwergewicht ihre Chance. Zum einen der US-Amerikaner Jared Anderson (4-0-0, 4 KOs), der schon im Sparring mit Tyson Fury überzeugt haben soll. Gegen den bis dato durchaus als hartnäckig eingestufte Landsmann Johnnie Langston (8-3-0, 3 KOs) beeindruckte der erst 20 Jahre alte Mann aus Ohio mit seinem vielfältigen Offensiv-Arsenal. Engmaschige Kombinationen zum Körper und Kopf, ein solider Jab und Auslagenwechsel hatte Anderson in petto. In der dritten Runde hatte er Langston derart weichgeklopft, dass der Ringrichter dazwischen gehen musste. 

Für den Italiener Guido Vianello (7-0-0, 7 KOs) ging es sogar noch schneller. Etwas über zwei Minuten waren vergangen, als der Olympia-Teilnehmer von 2016 Gegner Don Haynesworth (16-4-1, 14 KOs) mit einer Rechten abkonterte und früh Feierabend machte. Letzterer war mit 133,6 kg allerdings auch in mangelhafter körperlicher Verfassung erschienen. Der von Kevin Barry betreute Vianello ließ in der Kürze der Zeit aber schon das ein oder andere aufblitzen. So ist er trotz seiner annähernd 2 Meter Körpergröße äußerst flink auf den Beinen und verfügt über schnelle Hände. 

Doppel-Olympiasieger ohne Probleme 

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Wem das alles noch nicht rasant genug war, dürfte Gefallen am Kampf von Robeisy Ramirez (3-1-0, 3 KOs) gefunden haben. Der Kubaner schickte den heillos überforderten Yeuri Andujar (5-4-0, 3 KOs) in der ersten Minute ihres Gefechts gleich zweimal auf die Bretter, sodass der Kampf abgebrochen werden musste. Es war die linke Schlaghand von Ramirez, die schweren Schaden anrichtete. 

Shakur Stevenson vs. Felix Caraballo – Highlights:

Jared Anderson vs. Johnnie Langston – Highlights:

Guido Vianello vs. Don Haynesworth – Highlights:

Robeisy Ramirez vs. Yuri Andujar – Highlights:

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