Sensation in London! Filip Hrgovic knockt Moses Itauma aus & ist neuer IBF-Weltmeister

Hrgovic vs. Itauma
Hrgovic trifft Itauma

Filip Hrgovic hat die große Party von Moses Itauma spektakulär zum Platzen gebracht. Nach einem schwierigen Start und zahlreichen harten Treffern drehte der Kroate den Kampf in der neunten Runde, stoppte den jungen Briten und krönte sich zum IBF-Weltmeister im Schwergewicht.

Itauma dominiert den Beginn und schickt Hrgovic zu Boden

Für Moses Itauma stand in der O2 Arena in London nicht weniger als ein Stück Boxgeschichte auf dem Spiel. Der junge Brite hatte die Chance, nach Mike Tyson zum zweitjüngsten Schwergewichts-Weltmeister der Geschichte zu werden. Doch mit Filip Hrgovic wartete ein Gegner, der an diesem Abend eindrucksvoll unter Beweis stellen sollte, warum er zur Weltspitze gehört.

Itauma übernahm sofort die Ringmitte und setzte bereits in der ersten Runde mit einer frühen Rechten ein Ausrufezeichen. Hrgovic agierte zunächst ausgesprochen defensiv und wirkte nach einigen Treffern sogar wackelig. Besonders drei harte Linke Itaumas fanden ihr Ziel am Kopf des Kroaten.

Schnell wurde deutlich, dass Hrgovic große Probleme mit der Geschwindigkeit des Rechtsauslegers hatte. Itauma hatte sich früh Respekt verschafft und bestimmte das Geschehen.

In Runde zwei verschärfte sich die Situation für Hrgovic. Itauma fing den Kroaten ab, woraufhin dieser nach einem Treffer mit einer Hand den Ringboden berührte. Referee Howard Foster wertete die Aktion richtigerweise als Niederschlag und zählte Hrgovic an.

Der Kroate fand kaum Möglichkeiten, die für ihn notwendige Distanz herzustellen. Sein Jab kam nur sporadisch zum Einsatz, während Itauma viele seiner Angriffe konterte. Der Brite boxte zudem variabel, wechselte zwischen Körper und Kopf und dominierte die Anfangsphase deutlich.

Hrgovic kämpft sich in das Duell

In der dritten Runde änderte Hrgovic seine Herangehensweise. Er ging häufiger nach vorne, arbeitete mit Finten und brachte seinen Jab nun etwas besser ins Ziel. Itauma blieb jedoch ausgesprochen selbstbewusst. Der Brite ließ Hrgovic kommen, verteidigte aufmerksam und konterte dessen Angriffe. Dennoch gelang Hrgovic nun auch sein erster wirklich harter Treffer.

In Runde vier übernahm Itauma wieder deutlicher das Kommando. Aus der Ringmitte traf der Rechtsausleger mehrfach hart zum Kopf und arbeitete ausgesprochen effektiv. Hrgovic, der bereits gegen Daniel Dubois um den IBF-Interimstitel gekämpft hatte, bewies allerdings enorme Nehmerqualitäten. Am rechten Auge des Kroaten zeichnete sich zudem ein Cut ab.

Doch Hrgovic blieb im Kampf. Immer wenn er einen Angriff startete, antwortete Itauma zwar entschlossen und riss das Momentum häufig sofort wieder an sich. In der fünften Runde hatte der von Abel Sanchez trainierte Kroate jedoch seine bis dahin beste Phase. Hrgovic boxte einen starken Durchgang, den er durchaus auf den Scorecards für sich verbucht haben dürfte.

Hrgovic zwingt Itauma erstmals in unbekanntes Terrain

Ab Runde sechs begann für Itauma zunehmend Neuland. Der von Ben Davison trainierte Brite stand erst zum zweiten Mal überhaupt in seiner Profikarriere in einem sechsten Durchgang. Zuvor hatte er seine Gegner fast ausnahmslos vorzeitig aus dem Weg geräumt.

Itauma bewegte sich weiterhin gut und holte sich zunächst die Kontrolle zurück. Dabei ging er allerdings zunehmend Risiken ein und ließ seine Deckung teilweise auffällig tief hängen.

Hrgovic brachte phasenweise lediglich Einzelschläge, wurde gegen Ende der Runde jedoch gefährlicher. Mit Kombinationen traf er Itauma mehrfach hart. Der Brite zeigte sich davon zunächst unbeeindruckt und antwortete seinerseits energisch.

Mit der siebten Runde betrat Itauma schließlich vollkommen unbekanntes Terrain. Noch nie zuvor hatte der junge Schwergewichtler einen siebten Durchgang bestritten.

Hrgovic hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zahlreiche harte Hände genommen, bewies aber eindrucksvoll seine Widerstandsfähigkeit. Itauma blieb im Vorwärtsgang und machte Druck. Vor allem zum Ende des Durchgangs musste der Kroate erneut schwere Kopftreffer einstecken.

Itauma scheint auf dem Weg zum WM-Sieg

In Runde acht wirkte Hrgovic zunehmend erschöpft. Der Kroate befand sich über weite Strecken im Verteidigungsmodus, zudem öffnete sich die Verletzung am Auge erneut. Itauma blieb am Drücker und deckte seinen Gegner mit Treffern ein.

Doch Hrgovic weigerte sich, den Kampf abzugeben. In der zweiten Hälfte der Runde schlug er wieder entschlossener mit und traf Itauma ebenfalls sauber. Obwohl Hrgovic selbst angeschlagen wirkte, deutete sich bereits an, dass von ihm weiterhin Gefahr ausging.

Was anschließend passierte, stellte den bisherigen Kampfverlauf komplett auf den Kopf.

Itauma vs. Hrgovic
Itauma und Hrgovic liefern sich harte letzte Runden

Wahnsinn in Runde neun: Hrgovic dreht den Kampf und stoppt Itauma!

Hrgovics Augen waren inzwischen deutlich angeschwollen, doch der Kroate eröffnete die neunte Runde aggressiv. Statt sich zurückzuziehen, suchte „El Animal“ den Kampf und setzte auf seine Schlagkraft.

Itauma verteidigte zunächst und feuerte zurück. Es entwickelte sich ein zunehmend offener Schlagabtausch, in dem plötzlich beide Schwergewichtler schwere Treffer nahmen. Und dann kippte der Kampf!

Hrgovic erwischte Itauma hart. Der junge Brite war sichtbar angeschlagen und wackelte in Richtung Seil. Weitere schwere Hände des Kroaten schlugen ein. Itauma taumelte durch den Ring und fiel regelrecht in die Seile. In seiner Ecke wurde bereits das Handtuch bereitgehalten.

Hrgovic spürte seine Chance und setzte entschlossen nach. Genau jene Nehmerfähigkeiten, die ihn zuvor überhaupt im Kampf gehalten hatten, wurden nun zum Schlüssel seines Erfolgs. Der Kroate hatte Itaumas beste Treffer überstanden und war plötzlich selbst der Mann, der kurz vor dem vorzeitigen Sieg stand.

Itauma versuchte sich irgendwie über die Zeit zu retten -und Ben Davison hatte bereits das Handtuch in der Hand-, doch Hrgovic ließ nicht mehr locker. Nach weiteren schweren Treffern ging der Brite schließlich in der Ecke zu Boden. Referee Howard Foster hatte genug gesehen und winkte den Kampf ab.

 

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Party-Crasher Hrgovic ist IBF-Weltmeister

Damit war die Sensation perfekt. Moses Itauma hatte den Kampf über weite Strecken kontrolliert, Hrgovic früh zu Boden geschickt und dem Kroaten mit seiner Schnelligkeit enorme Probleme bereitet. Doch erstmals in seiner Karriere musste der junge Brite tief in die späteren Runden gehen. Am Ende wurde ihm genau das zum Verhängnis.

Hrgovic bewies dagegen enorme Widerstandsfähigkeit. Trotz Niederschlag, Cut und zahlreicher harter Treffer blieb der Kroate im Kampf, wartete auf seine Gelegenheit und nutzte sie in der neunten Runde auf spektakuläre Weise.

Filip Hrgovic crasht die Party in London und ist neuer IBF-Weltmeister im Schwergewicht und der erste Heavyweight Champion Kroatiens. Itaumas Traum, als zweitjüngster Schwergewichts-Weltmeister nach Mike Tyson Geschichte zu schreiben, ist dagegen vorerst geplatzt. Doch mit gerade einmal 21 Jahren ist diese Karriere noch lange nicht am Ende.

Für Filip Hrgovic steht der nächste Gegner bereits fest. Der Kubaner Frank Sanchez, der für das Duell Itauma vs. Hrgovic eine Step-Aside-Fee kassierte und auf sein Recht verzichtete, ist nun der Pflichtgegner für den neuen IBF-Champion.

 

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