Sebastian Fundora vs. Ermal Hadribeaj am 17. Oktober in Carson

Sebastian Fundora muss seinen WBC-Titel gegen den Pflichtherausforderer verteidigen.

Für Ermal Hadribeaj und Promoter Ahmet Öner folgt im Oktober in den USA die große WM-Chance auf einer PBC-Veranstaltung.

Der US-Albaner Ermal Hadribeaj (23-0-1) lebt momentan seinen Traum. Der Schützling von Promoter Ahmet Öner boxte sich in den vergangenen Jahren in der WBC-Rangliste nach oben und konnte dabei auch in Deutschland zahlreiche Siege einfahren. Dadurch erarbeitete er sich die Position für einen Final-Eliminator-Kampf, den Hadribeaj schließlich im vergangenen Mai in Oberhausen gegen den hochgehandelten Bakary Samake (19-1) knapp für sich entscheiden konnte.

Infolgedessen stand fest, dass Hadribeaj demnächst um die WBC-Weltmeisterschaft im Superweltergewicht gegen Champion Sebastian Fundora (24-1-1) antreten würde. Doch solche Garantien sind im Profiboxgeschäft stets mit Vorsicht zu genießen und können im schlechtesten Fall auch bedeuten, dass man Jahre auf seine große Chance warten muss.

Das weiß auch Box-Urgestein Ahmet Öner nur zu gut und versuchte deshalb umgehend, den Kampf zu realisieren. Man begab sich in Verhandlungen mit der Gegenseite um Sampson Lewkowicz und Premier Boxing Champions (PBC). Nun konnte tatsächlich ein unterschriebener Vertrag ausgehandelt werden. Der Kampf um die WBC-Weltmeisterschaft findet am 17. Oktober im Dignity Health Sports Park in Carson (Kalifornien) statt.

„Die WBC hat an ihrem Mandatory festgehalten, weil die auch einen teuren Final-Eliminator hatten“, so Öner gegenüber Boxen1, der sich angetan von der zügigen Einigung zeigte. „Wir haben einen guten Deal zustande bekommen, die Weltmeisterschaft steht. Quasi fünf Monate nach dem Eliminator – schneller geht es nicht. Das war ein Eilverfahren. Das habe ich gut umgesetzt.“

Knifflige sportliche Aufgabe gegen eine Ausnahmeerscheinung

Knapper Punktsieg für Ermal Hadribeaj über Bakary Samake im WBC Final Eliminator.
Foto: Devad Handanovic

Sportlich wird die Aufgabe für Hadribeaj indes im wahrsten Sinne des Wortes enorm groß. Fundora gilt mit 1,97 Metern als der größte amtierende Weltmeister aller Gewichtsklassen, was für einen Boxer aus dem Superweltergewicht beinahe absurd erscheint. Zuletzt präsentierte er sich zudem sehr schlagstark und gefährlich und stoppte sowohl Keith Thurman als auch Tim Tszyu vorzeitig. Entsprechend klar favorisiert geht Fundora in den Kampf gegen Hadribeaj.

Der schwierigen Ausgangslage ist sich auch Öner bewusst, der jedoch an seinen Schützling glaubt:

„Es ist ein schwieriger Gegner, aber für mich kein klassischer K.-o.-Schläger. Ermal ist sich der Aufgabe und Verantwortung bewusst. Das hat man schon gegen Samake gesehen, den ich boxerisch sogar besser finde als Fundora. Fundora ist aufgrund seiner frankensteinähnlichen Statur aber ziemlich schwierig.“

Optimistisch stimmt Öner zudem die langjährige Zusammenarbeit zwischen Hadribeaj und Trainer Donato De Martiis, der seinen Schützling taktisch hervorragend eingestellt habe.

„Es gibt Schwächen bei Fundora, den kann man kriegen. Ermal arbeitet viel mit seinem Trainer. Der Donato macht gute Arbeit, die arbeiten von Anfang an zusammen. Sie sind sich der Schwere der Aufgabe bewusst, aber Ermal will den Kampf und freut sich darauf!“

Durch den jüngsten TV-Deal von PBC wird Fundora vs. Hadribeaj Teil des regulären DAZN-Abonnements sein.

Die Wochen der Wahrheit

Fightposter: Lester Martinez vs. Luka Plantic

Für Promoter Ahmet Öner könnten die kommenden Wochen und Monate sportlich kaum spannender verlaufen. Zunächst erhält sein kroatischer Schützling Luka Plantic (13-0) auf einer ProBox-Veranstaltung in Los Angeles die Chance, gegen Lester Martinez (20-0-1) um die WBC-Interimsweltmeisterschaft im Supermittelgewicht zu boxen. Dem Sieger winkt womöglich im kommenden Jahr der WBC-Weltmeisterschaftskampf gegen Saul „Canelo“ Alvarez (63-3-2), sofern dieser zuvor im Oktober gegen Christian Mbilli (29-0-1) erfolgreich sein sollte.

Ebenfalls im Oktober boxt dann Ermal Hadribeaj um die WBC-Weltmeisterschaft im Superweltergewicht gegen Sebastian Fundora. Auch wenn Öner aufgrund von Einreisebeschränkungen nicht selbst vor Ort sein kann, zeigt sich einmal mehr, dass er auf der großen Weltbühne wieder gehörig mitmischt.

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