Schwergewichtsduell in Johannesburg: Senad Gashi greift wieder an

Boxen: AAA Fighting Serie #5, Braunschweig, 03.05.2025
Senad Gashi (GER) – Tom Schwarz (GER)
© Torsten Helmke

Nach einer längeren Pause kehrt Senad Gashi in den Ring – und nach Südafrika – zurück. In Johannesburg trifft er im Mai auf Lokalmatador Juan Alberts, der seine Siegesserie ausbauen will. „The Gentleman“ kommt also mit Rückenwind. Und „GashineGun“? Der hat noch eine Rechnung am Ort seiner WBC‑WM‑Niederlage offen – und verfolgt weiter Titelambitionen, wie er im Gespräch mit Boxen1.com erklärt.

„GashineGun“ Gashi trifft in Südafrika auf „The Gentleman“ Alberts

Senad, du steigst wieder in den Ring. Am 17. Mai im südafrikanischen Johannesburg im traditionsreichen Emperors Palace in Kempton Park. Die Austragungsstätte kennst du. Im November 2023 hast du dort um die WBC-Interims-WM im Bridgerweight gefightet – und gegen Kevin Lerena nach Punkten verloren. Wie fühlt es sich an, erneut vor Ort zu boxen?

Mit Johannesburg verbinde ich tatsächlich sehr gemischte Gefühle. Es war eine außergewöhnliche und unvergessliche Zeit. Ich durfte mit Lennox Lewis in den Ring einlaufen, den WBC-WM-Gürtel in den Händen halten – sogar mit meinem Foto darauf. Das sind Momente, die man als Boxer nicht vergisst. Dazu kam der Kampf gegen einen der besten Schwergewichtler der Welt, in dem ich eine starke Leistung zeigen konnte.

Natürlich war die Niederlage am Ende nicht schön, das gehört zur Wahrheit dazu. Aber so ist der Sport – manchmal gewinnt man, manchmal lernt man. Und genau diese Erfahrung nehme ich jetzt mit zurück nach Johannesburg.

Im Mai wird dir der junge Juan Alberts (7-0-1, 5 KOs) vor den Fäusten stehen – in einem Schwergewichtsduell. Der 22-Jährige ist ungeschlagen und beim heimischen Publikum äußerst beliebt. Worauf wirst du dich einstellen müssen?

Alberts ist jung, das stimmt, und das sollte man nicht unterschätzen. Er ist körperlich groß, kommt als Heimkämpfer in den Ring und sein Team wird sich dabei sicher etwas gedacht haben. Entweder sie setzen sehr viel Vertrauen in ihn – oder sie unterschätzen mich. Das kann ich nicht beurteilen.

Was ich sagen kann: Ich nehme ihn ernst. Ich weiß, worauf ich mich vorbereiten muss, und ich werde top vorbereitet in diesen Kampf gehen. Dieses Mal trainiere ich unter anderem bei Dominik Junge, dem Leiter des Mach1‑Gyms in Karlsruhe, und möchte mich klar für weitere Aufgaben empfehlen.

Du hattest 2025 eine längere Wettkampfpause, angedachte Fights kamen nicht zustande – und dein nächster Kampf wird erst im Mai sein. Wie schwer war es für dich, in den Trainingsrhythmus zurückzufinden und eine mentale Stärke wieder aufzubauen?

Im vergangenen Jahr habe ich mir bewusst Zeit für mich selbst genommen. Ich habe offene Rechnungen – unter anderem mit Tom Schwarz – bereinigt und mir gleichzeitig eine mentale Pause gegönnt. Das war wichtig.

Diese Zeit hat mir geholfen, zu regenerieren, zu reflektieren und persönlich zu wachsen. Boxen ist ein zentraler Teil meines Lebens, aber nicht das ganze Leben. Gerade diese Distanz hat mir geholfen, den Rhythmus wiederzufinden und mit frischem Kopf zurückzukommen.

Du hast dein Trainingslager aktuell in Phuket in Thailand aufgeschlagen, anschließend trainierst im badischen Karlsruhe: Welche Schwerpunkte setzt du, um einen explosiven, hungrigen Gegner wie Alberts auszubremsen?

Aktuell trainiere ich sehr intensiv in Thailand, vor allem hier in Phuket. Ich arbeite viel im Sparring mit sehr unterschiedlichen Partnern. Das Niveau ist vielleicht nicht überall absoluter Weltstandard, aber ich kompensiere das bewusst durch die Menge an Sparringseinheiten und hohe Trainingsfrequenz.

Zusätzlich lege ich einen starken Fokus auf Krafttraining, um die Muskulatur so aufzubauen, dass ich Belastung und Druck über den gesamten Kampf hinweg standhalten kann. Ziel ist es, körperlich stabil zu sein und jederzeit Gas geben zu können.

Du hast angekündigt, 2026 drei bis vier Kämpfe über die Bühne bringen zu wollen. Welche sportlichen Ziele verfolgst du dabei – und in welchen Gewichtsklassen?

Richtig, dieses Jahr will ich drei bis vier Kämpfe bestreiten. Langfristig möchte ich mich wieder in eine Titelposition bringen. Ein Titelkampf – eventuell im Cruisergewicht – wäre absolut realistisch und auch sehr reizvoll.

Ich habe dieses Jahr bereits einmal die 90 Kilogramm erreicht und mich in dieser Gewichtsklasse überraschend gut gefühlt. Drei Titel in drei Gewichtsklassen – das wäre definitiv eine besondere Mission und ein sportliches Statement.

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