Peter Kadiru bekommt kurzfristig die größte Chance seiner Karriere: Der Hamburger Schwergewichtler soll am Samstag gegen Murat Gassiev um die WBA-Weltmeisterschaft boxen.
Kampf fix: Kadiru springt für verletzten Tony Yoka ein
Für Peter Kadiru von der Promotion Ringside Zone um Florian Winter kann es jetzt ganz schnell gehen: Der 29-jährige Hamburger erhält laut BILD-Informationen kurzfristig die Chance auf einen WM-Kampf im Schwergewicht. Kadiru soll am Samstag gegen WBA-Weltmeister Murat Gassiev antreten.
Der frühere Cruisergewichts-Weltmeister Gassiev war zuletzt von der WBA zum „vollwertigen“ Champion im Schwergewicht aufgewertet worden. Ursprünglich sollte der Russe gegen Tony Yoka boxen, doch der französische Olympiasieger fällt wegen einer Rückenverletzung aus. Dadurch öffnet sich für Kadiru überraschend die Tür zu einem Titelkampf, nachdem auch Joe Joyce im Gespräch war.
Für Kadiru wäre es der bislang wichtigste Kampf seiner Karriere. Der frühere Jugend-Olympiasieger von 2014 und U22-Europameister galt lange als eines der größten deutschen Schwergewichtstalente. In den vergangenen Jahren sammelte er zudem wertvolle Erfahrung als Sparringspartner von Weltklasseboxern wie etwa Anthony Joshua und Oleksandr Usyk.
Sportlich kommt die Aufgabe gegen Gassiev äußerst kurzfristig und unter schwierigen Bedingungen. Kadiru muss nach Russland reisen und dort gegen einen russischen Titelträger antreten. Gleichzeitig bietet sich ihm eine seltene Gelegenheit: Mit einem Sieg könnte er sich schlagartig in die Spitze der Schwergewichtsszene katapultieren und der zweite deutsche Schwergewichtsweltmeister werden, nachdem Agit Kabayel vom WBC vom Interims- zum vollwertigen Weltmeister aufgewertet wurde und nach 94 Jahren Max Schmeling beerbte.
Kurios ist der Zeitpunkt auch deshalb, weil Kadiru in der zuletzt veröffentlichten WBA-Top-15 noch nicht geführt wurde. Nach seinem Sieg gegen Senad Gashi am 15. Mai und dem Gewinn des WBA-Continental-Titels kam er nicht in Top 15 der Juni-Rankings. Da jedoch vermutlich keiner der aktuellen Top-15 Boxer kurzfristig zur Verfügung stand, hat die WBA nach Alternativen gesucht – und gefunden. Möglich wäre jedoch auch, dass man ihn in den noch nicht veröffentlichen Juli-Rankings platziert hätte.
Kadiru steht damit vor einer unerwarteten, aber enorm reizvollen Aufgabe. Als klarer Außenseiter hat er gegen den erfahrenen Gassiev wenig zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Sollte ihm die Sensation gelingen, hätte Deutschland innerhalb kurzer Zeit einen weiteren Schwergewichtsweltmeister.














