Ryan Garcia stand mit dem Rücken zur Wand und lieferte seine bislang beste Leistung ab. In Las Vegas dominierte er Mario Barrios klar nach Punkten und sicherte sich erstmals einen WM-Titel.
Dominanter Auftritt im Main Event von „The Ring: High Stakes“
Vor dem Duell mit WBC-Weltergewichtsweltmeister Mario Barrios wussten nur wenige, was von Ryan Garcia zu erwarten war. Der 27-Jährige stand sportlich wie mental unter enormem Druck. Doch im Main Event von „The Ring: High Stakes“ auf DAZN PPV in der T-Mobile Arena in Las Vegas präsentierte sich Garcia in Bestform.
Garcia besiegte Barrios einstimmig nach Punkten und krönte sich damit erstmals in seiner Karriere zum Weltmeister im Weltergewicht (bis 66,7 kg). Die Punktrichter werteten den Kampf deutlich: 120-107, 119-108 und 118-109 lauteten die Scores zugunsten des neuen Champions.
Bereits in den ersten 30 Sekunden setzte Garcia ein Ausrufezeichen. Eine krachende Overhand-Rechte schickte Barrios auf die Bretter und ließ die Arena explodieren. Zwar zeigte der Titelverteidiger danach keine nachhaltigen Wirkungstreffer, doch der Ton war gesetzt.
Auffällig war vor allem Garcias rechte Schlaghand. Während sich viele auf seinen gefürchteten linken Haken konzentrierten, fand immer wieder die Rechte ihr Ziel. Auch der Jab und die Arbeit zum Körper hielten Barrios permanent unter Druck. In der fünften Runde brachte Garcia Barrios erneut mit harten Treffern ins Wanken. Der 30-Jährige überstand die kritische Phase zwar, fand jedoch nie wirklich Zugriff auf das Gefecht.
Garcia (25-1-0, 20 KOs) agierte häufig aus der Rückwärtsbewegung, blieb dabei jedoch der effektivere Mann. Er landete die klareren Treffer, setzte präzise Konter und nutzte die defensiven Lücken seines Gegners konsequent aus. Barrios (29-3-2, 18 KOs) versuchte immer wieder, den Druck zu erhöhen, lief dabei jedoch in schnelle Gegenangriffe.
Laut CompuBox traf Garcia insgesamt 185-mal, Barrios kam lediglich auf 106 Treffer. Bei den Power Punches war der Unterschied noch deutlicher: 103 zu 43 zugunsten des neuen Champions.
Zwischen den Runden war Garcia zeitweise über Probleme mit der rechten Hand zu hören, zudem ließ seine Kondition in den späteren Durchgängen etwas nach. Doch weil Barrios in der ersten Kampfphase kaum Runden „bankte“, konnte er daraus kein Kapital schlagen.
Große Optionen im Weltergewicht
Nach dem größten Sieg seiner Karriere blickt Garcia bereits nach vorn. Direkt im Ring forderte er Shakur Stevenson heraus, den amtierenden Ring- und WBO-Weltmeister im Superleichtgewicht (bis 63,5 kg). Auch ein erneutes Aufeinandertreffen mit Devin Haney, zwei Jahre nach ihrem spektakulären No-Contest im April 2024, steht im Raum.
„Shakur Stevenson, lass uns kämpfen. Ich will ein großer Champion sein. Ich habe vor niemandem Angst – Haney, Stevenson, jeder kann es bekommen“, erklärte Garcia selbstbewusst.
Darüber hinaus wartet mit Conor Benn ein weiterer hochkarätiger Name als WBC-Pflichtherausforderer im Weltergewicht. Klar ist: Nach turbulenten Jahren hat Ryan Garcia das sportliche Steuer wieder fest in der Hand und mit dieser Leistung katapultiert er sich zurück in die absolute Weltspitze.














