Principality Stadium wieder im Rennen: Joshua vs. Fury könnte in Cardiff steigen

Das britische Mega-Duell zwischen Anthony Joshua und Tyson Fury könnte nun doch auf heimischem Boden stattfinden. Als möglicher Austragungsort für den Schwergewichtskracher am 28. November rückt das Principality Stadium in Cardiff immer stärker in den Fokus.

Hearn bestätigt mehrere Optionen für Joshua vs. Fury

Die Planungen für den mit Spannung erwarteten Kampf zwischen Anthony Joshua (30-4, 27 KO) und Tyson Fury (36-2-1, 25 KO) gehen offenbar in die entscheidende Phase. Nachdem zuletzt vor allem der Madison Square Garden in New York als möglicher Schauplatz gehandelt wurde, zeichnet sich nun wieder eine britische Lösung ab.

Wie der erfahrene Boxjournalist Dan Rafael unter Berufung auf Quellen berichtet, wird das Principality Stadium in Cardiff für den 28. November als Austragungsort vorgeschlagen. Joshuas Promoter Eddie Hearn bestätigte gegenüber BoxingScene zumindest, dass Großbritannien weiterhin eine konkrete Option ist.

„Viele Termine und Austragungsorte sind im Rennen“, erklärte Hearn. Auf die Frage, ob eine Austragung in Großbritannien tatsächlich noch möglich sei, antwortete er mit einem klaren „absolut“.

Netflix soll Cardiff-Lösung inzwischen unterstützen

Eine wichtige Rolle bei der Entscheidung spielt Streamingpartner Netflix. Zuvor hatte es Bestrebungen gegeben, Joshua gegen Fury am 20. November im Madison Square Garden in New York auszutragen. Von einem Kampf in den USA versprach man sich offenbar größere Einnahmen und zusätzliche internationale Aufmerksamkeit.

Nach Rafaels Informationen soll Netflix inzwischen jedoch auch mit einer Verlegung nach Cardiff einverstanden sein. Damit wäre eine der entscheidenden Hürden für einen Kampf auf britischem Boden aus dem Weg geräumt.

Das Principality Stadium bietet dabei einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Wembley Stadium in London. Durch das verschließbare Dach und die Lage gelten andere Voraussetzungen hinsichtlich der Lärmschutz- und Veranstaltungsbeschränkungen. Das Stadion kann bei entsprechender Konfiguration zudem mehr als 80.000 Zuschauer aufnehmen.

Für den internationalen TV-Markt könnte der Kampf dennoch zu einer für britische Fans ungewöhnlichen Uhrzeit stattfinden. Aufgrund der achtstündigen Zeitverschiebung zur US-Westküste wäre ein Beginn tief in der Nacht beziehungsweise in den frühen Morgenstunden für den amerikanischen Markt attraktiver.

Dass ein solches Szenario in Cardiff möglich ist, zeigte bereits der Kampf zwischen Joe Calzaghe und Mikkel Kessler im Jahr 2007. Das Duell um die vereinigten WM-Titel im Supermittelgewicht begann damals gegen 2 Uhr nachts Ortszeit.

Joshua kennt das Principality Stadium bestens

Für Anthony Joshua wäre eine Rückkehr nach Cardiff nichts Neues. Der ehemalige zweifache Schwergewichtsweltmeister absolvierte dort bereits zwei große Kämpfe. Im Oktober 2017 stoppte er Carlos Takam in der zehnten Runde. Im März 2018 besiegte er Joseph Parker einstimmig nach Punkten und vereinigte dabei die WM-Titel der IBF, WBA und WBO.

Fury hingegen ist bislang noch nie im Principality Stadium in den Ring gestiegen.

Auch vonseiten der Betreiber besteht grundsätzlich Interesse. Ein Sprecher der Welsh Rugby Union, der das Stadion gehört und die Arena betreibt, hatte bereits im August erklärt: „Wir würden uns freuen, diesen Kampf auszurichten.“

Weiter hieß es: „Wir sind sehr daran interessiert, mehr Boxveranstaltungen ins Stadion zu holen. Es hat eine reiche Geschichte in diesem Sport, die durch das verschließbare Dach, die hervorragenden Sichtverhältnisse und die einzigartige Lage im Stadtzentrum zusätzlich aufgewertet wird.“

Nach Informationen der britischen „Times“ könnten die Verantwortlichen des Stadions zudem innerhalb von 24 Stunden einer Verlängerung der normalerweise um 22:30 Uhr geltenden Sperrstunde zustimmen. Eine endgültige Entscheidung über Austragungsort und Termin könnte laut Rafael bereits in den kommenden Tagen fallen.

Fury und Joshua absolvierten bereits ihre Aufbaukämpfe

Sportlich haben beide ehemaligen Weltmeister ihre Generalproben bereits hinter sich gebracht. Der 38-jährige Fury stoppte am 24. Juli in Thailand den erfahrenen Mariusz Wach und bereitete sich damit auf das britische Prestigeduell vor.

Joshua stand nur einen Tag später gegen Kristian Prenga im Ring. Der 36-Jährige musste dabei einen äußerst schwierigen Start überstehen und ging in der ersten Runde gleich zweimal zu Boden. In Runde zwei drehte „AJ“ den Kampf jedoch eindrucksvoll und gewann durch KO.

Zuletzt hatte Fury öffentlich kritisiert, dass Hearn und Joshua einem Kampf in den USA offenbar ablehnend gegenüberstehen. Gleichzeitig brachte der „Gypsy King“ erneut einen dritten Kampf gegen Oleksandr Usyk ins Gespräch. Aus dem Umfeld des Ukrainers wurde dieser Möglichkeit allerdings eine Absage erteilt.

Damit bleibt das Duell mit Joshua weiterhin das große Ziel. Und nach den jüngsten Entwicklungen steigen die Chancen, dass einer der größten Kämpfe der britischen Boxgeschichte tatsächlich vor mehr als 80.000 Zuschauern in Cardiff ausgetragen wird.

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