PETKO’s Beat & Box: Shefat Isufi neuer WBF-Weltmeister!

Foto: Torsten Helmke

Am 16.04.2022 fand im Infinity Hotel in Unterschleißheim bei München Petko’s Beat & Box Event statt. Das neue Konzept von Alexander Petkovic kombiniert – wie der Name schon sagt – Musik mit Boxsport. Neben attraktiven Undercard-Kämpfen von talentierten Nachwuchsboxern und dem Co-Main-Event Feigenbutz vs. Catic, gab es Live-Musik von Alexander Knappe und den Söhnen Mannheims.

Main-Event: Shefat Isufi bezwingt Grigor Saruhanian nach Punkten

Der Hauptkampf des Abends war der Weltmeisterschaftskampf im Halbschwergewicht nach Version der WBF. In diesem Kampf standen sich zwei erfahrene Boxer gegenüber: Shefat Isufi (33-4-2) und Grigor Saruhanian (16-5-1).

Shefat Isufi kennt man außerhalb von Deutschland vor allem aus seinem Kampf gegen Billy Joe Saunders 2019. Damals boxte Isufi um die vakante WBO-Weltmeisterschaft im Supermittelgewicht. Der Wahlmünchener Isufi zog gegen den Weltklasseboxer und Ex-Olympiateilnehmer Saunders nach Punkten den Kürzeren. Seitdem war Isufi trotz Coronakrise relativ aktiv und hat das Momentum mit 6 Siegen gegen Aufbaugegner wieder auf seine Seite gebracht. Mittlerweile boxt er im Halbschwergewicht und will sich nun mit dem WBF-Titelkampf für höhere Aufgaben empfehlen.

Sein Gegner Grigor Saruhanian ist in Deutschland weniger bekannt. Der gebürtige Armenier lebt heute in Sofia, Bulgarien. Auch die Kampfbilanz des voll tätowierten Saruhanian weist eine Niederlage gegen einen namhaften Briten auf: 2010 verlor er vorzeitig gegen George Groves.

Foto: Torsten Helmke

Der Kampf begann mit einem vorsichtigen Abtasten beider Akteure. Isufi, der lautstark von seinen zahlreichen Fans unterstützt wurde, nahm von Beginn des Kampfes die Ringmitte ein. Saruhanian zeigte sich mit beweglichem Oberkörper und häufigen Richtungswechseln defensiv stark.

Offensichtlich hatten beide Kämpfer Angst davor vom Gegner ausgekontert zu werden. Isufi, der beweglich auf den Zehenspitzen boxte, war leider oft zu zögerlich und ließ es mitunter an Entschlossenheit mangeln. Nach guten Finten oder erfolgreichen Einzelhänden setzte er zu selten nach. Gleiches galt für Saruhanian. Immer wenn er die Initiative mit einigen Jabs oder Haken ergriff, sah er in der Regel gut aus. Leider war das zu selten der Fall.

Foto: Konstantinos Sarigiannidis

Einige Aufregung kam in der 4. Runde auf. Bei einem unabsichtlichen Zusammenstoß öffnete sich bei beiden Kämpfern ein Cut jeweils am rechten Auge. Es kam dann in der Runde auch noch zu einigen offenen Schlagabtäuschen. In den folgenden Runden beruhigte sich das Geschehen aber wieder.

Letztlich war Isufi jedoch der bessere „Ringgeneral“. Er nahm die Ringmitte über den gesamten Kampf ein, nutzte seine Größenvorteile und trieb Saruhanian vor sich her. Isufi war auch akkurater und hatte trotz geringer Schlagfrequenz eine höhere Trefferquote. Saruhanian wirkte mitunter zu ungestüm und konnte nur selten saubere Treffer landen. Zudem muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er zu selten selbst in die Offensive gegangen ist und zu oft auf Kontermöglichkeiten gewartet hat.

Schließlich ging der Kampf ohne Niederschläge oder deutliche Wirkungstreffer über die Bühne und musste auf den Punktzetteln entschieden werden. Das Urteil der Punktrichter war einvernehmlich und deckte sich mit dem Kampfverlauf. Zur Freude der Fans des Lokalmatadors werteten alle 3 Punktrichter den Kampf 117-111 für Isufi.

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