
Foto: IBA.Pro
Als kurzfristiger Ersatzgegner ohne vorheriges Training bestreitet Kadiru morgen ein Himmelfahrtskommando um die Weltmeisterschaft.
Manchmal muss man Gelegenheiten beim Schopf packen und nutzen. Das hat sich auch der Hamburger Peter Kadiru (23-1, 116,7 kg) gedacht. Ursprünglich war vorgesehen, dass Murat Gassiev (33-2, 104,3 kg) um den WBA-Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Olympiasieger Tony Yoka (15-3) kämpfen würde. Yoka fiel jedoch kurzfristig aus und Kadiru erhielt urplötzlich, nur eine Woche vor dem Kampf, die Chance auf dem Silbertablett.
Fehlende Vorbereitung macht sich auch auf der Waage bemerkbar
Nun kann der hochveranlagte Kadiru zeigen, was er draufhat, und womöglich die Boxwelt in Moskau schocken. Doch so einfach ist es nicht, denn er befand sich nicht im Training – ganz im Gegensatz zu Gassiev, der sich seit Monaten akribisch vorbereitet hat. Kadirus letzter Kampf fand am 15. Mai in Mannheim statt, wo er Senad Gashi verdient nach Punkten bezwang. Seitdem ist nicht mehr viel passiert, und Kadiru brachte heute tatsächlich stolze 7,6 Kilogramm mehr auf die Waage – sein bisher höchstes Kampfgewicht.
Erinnerungen werden an den Kampf zwischen Joseph Parker und Martin Bakole wach, als der Kongolese kurzfristig als Ersatz einsprang, ohne Vorbereitung anreiste und bereits in der ersten Runde gestoppt wurde. Seitdem ist seine Karriere ins Wanken geraten. Bei Kadiru ist zumindest eine gute Grundfitness vorhanden, auch wenn zusätzliche Vorbereitungszeit natürlich deutlich hilfreicher gewesen wäre. Die Frage ist nur, ob das tatsächlich ausreichen kann, um ausgerechnet in einem Schwergewichts-Weltmeisterschaftskampf über zwölf Runden zu bestehen.
„Freitag letzte Woche haben die gesagt, dass ich um die WM boxen werde. Ich war halt nicht wirklich im Training, aber einen Weltmeisterschaftskampf kann ich nicht ablehnen“, sagte Kadiru jüngst in einem Interview mit DAZN.
Grundsätzlich verfügt Kadiru über die richtigen boxerischen Grundlagen, um dem eher statischen Gassiev über die Punkte gefährlich zu werden. Das setzt jedoch in der Regel eine physisch perfekte Verfassung voraus. Es wäre Kadiru wirklich zu gönnen gewesen, sein Können der ganzen Welt mit einer gezielten Vorbereitung präsentieren zu dürfen. Doch die Vorzeichen sind nun einmal andere, und er muss morgen das Beste aus dieser Situation machen – eine Aufgabe, die einem Himmelfahrtskommando gleicht.
Boxen1 wünscht Peter Kadiru dennoch alles Gute für seinen bevorstehenden großen Kampf in Moskau!
Übertragung findet auf DAZN statt
Neben dem Hauptkampf erscheint auch die restliche Fightcard äußerst vielversprechend. Darunter befinden sich mehrere Schwergewichtskämpfe, unter anderem das Duell zwischen Joe Joyce (16-4) und Artem Suslenkov (14-0).
Die Übertragung der Vorkämpfe beginnt am morgigen Samstag ab 15 Uhr kostenlos auf YouTube. Die Hauptkämpfe werden anschließend ab 20:30 Uhr auf DAZN übertragen.














