Peinlicher Kampfabend in Kassel – Charr, Arslan, Murat und Granat KO-Sieger

Boxen Kassel

Alle zehn Kämpfe endeten vorzeitig

Es wurden „10 Top-Kämpfe“ angekündigt, aber was den Zuschauern in einem Autohaus in Kassel dann geboten wurde war an Peinlichkeiten kaum noch zu überbieten. Die ersten vier dieser zehn Kämpfe endeten allesamt kurz rundig jeweils in der ersten und zweiten Runden durch KO-Siege der Heim-Boxer. Wohl um die Zeit zu überbrücken trat dann eine Sängerin auf, die in der gleichen Klasse sang wie die Gegner dieses Abends boxten und die schon nach ihrem ersten von ihr präsentierten Song die Halle komplett leer gesungen hatte.

Der einzige Kampf des Abend der einigermaßen ansehnlich war bot, der nach einer Bauchschuss-Verletzung erstmals wieder im Ring stehende Manuel „Diamandboy“ Charr, der mit dem in der Boxrec-Rangliste an Nr. 505 gerankten Weißrussen Andrei Mazanik (12-8). Charr siegte durch Abbruch in Runde sieben. Allerdings hatte man bei diesem Kampf das Gefühl, dass Charr seinen überforderten Gegner nur deshalb „stehen lies“ um diese Veranstaltung nicht zu einer Farce werden zu lassen.

Den einzigen starken Gegner dieses Abends hatte der EC-Boxer aus Schweden Sven Fornling (10-1) der von dem in der Tschechei lebendem Ukrainer Yevgeni Makhteienko in der 5. Runde vom Ringrichter aus dem Kampf genommen wurde und so in seinem 11. Kampf seine erste Niederlage erfuhr.

In weiteren Kämpfen siegte der frühere WM-Herausforderer Karo Murat über den aus Bolivien stammenden Esteban Hillman Tababary durch TKO in Runde 1.

Auch der inzwischen 45 jährige Firat Arslan, der für einen dritten Kampf gegen IBO-Weltmeister Marko Huck im Gespräch ist, machte mit seinem ebenfalls schon 44 Jahre alten Gegner aus Sao Paulo, Brasilien, kurzen Prozess in dem er diesen auch schon in der ersten Runde ausknockte.

Der peinlichste Kampf des Abends war dann der Auftritt des Modell-Athleten Adrian Granat dem der Matchmaker dieses Abends mit seinem Gegner aus Bolivien Saul Farah keinen Gefallen getan hat. Der bärenstarke Granat war für diese Wahl des Gegners, der gefühlt nur halb so groß wie Granat war, aber dafür an den Hüften doppelt so breit wie Granat an der Brust war, sicherlich nicht verantwortlich und beendete dieses ungleiche Duell, das eher in ein Kirmes-Zelt gepasst hätte, auch gleich durch KO in der ersten Runde.

Im letzten Kampf des Abends konnte dann der 38jährige Lokalmatador und Mitveranstalter dieses Events Oezcan Cetinkaya (22-11-2) gegen den 38jährigen Tschechen Frantisek Kynkal (5-11-0), der die Nr. 574 der Rangliste ist. durch einen KO Sieg in der zweiten Runde glänzen.

Einzig leid tun konnte einem an diesem Abend allein der Veranstalter dieses Debakels Erol Ceylan, ein Box-Verrückter der für diese Veranstaltung sehr viel Geld investiert und wohl auch verloren hat um seine beiden schwedischen Boxer Adrian Granat und Sven Fornling zu beschäftigen und der mit Namen wie Adrian Granat, Manuel Charr, Firat Arslan und Karo Murat eigentlich vier große Namen im deutschen Profi-Boxsport des Profiboxens präsentierte, aber bekannte und namhafte Boxer sind keine Garantie für gute Kämpfe wenn die dafür verpflichteten Gegner nicht passen. Erol Ceylan sollte sich künftig nur in erster Linie um sein Super-Talent Adrian Granat kümmern, der sich vom einstigen „Roh-Diamanten“ inzwischen zu einem Top-Boxer in der weltweiten Schwergewichtsszene entwickelt hat.

Adrian Granat vs Saul Farah