
Am Samstag findet wieder ein großes PBC-PPV-Event in den USA statt. Im DACH-Raum gibt es hierzu ein 10-Euro-Angebot auf Amazon Prime.
Im Juli wurde das vorerst letzte Event von Premier Boxing Champions (PBC) mit dem Comeback von Manny Pacquiao ausgetragen. Nun kehrt die Top-Promotion mit einem großen PPV-Event am Samstag in das Frost Bank Center in San Antonio, Texas, zurück. Auf dem Programm stehen neben vier Maincard-Kämpfen auch drei gute Duelle auf den kostenlosen Prelims. Entsprechend lohnt sich ein kurzer Blick auf sämtliche übertragenen Kämpfe – was wird geboten?
Gute Maincard – leider fällt das beste Duell aus

Isaac Cruz (28-3-1) #26 vs. Lamont Roach (25-1-2) #8, Superleichtgewicht:
Der Hauptkampf liest sich auf dem Papier nicht unbedingt PPV-würdig. Allerdings gehört zur Wahrheit, dass „Pitbull“ Cruz einer der populärsten Kämpfer in den USA ist, der insbesondere die mexikanische Community vereint. Cruz gilt als brachialer Actionfighter, der stets im Vorwärtsgang am Mann arbeitet und sich im Infight typisch mexikanisch wohlfühlt. Sein Problem ist oft die geringe Körpergröße und damit verbundene Reichweitennachteile.
Gegen Roach wird dies jedoch weniger stark ins Gewicht fallen, da dieser ehemaliger WBA-Weltmeister im Superfedergewicht ist und für seinen letzten starken Kampf gegen Tank Davis bereits ins Leichtgewicht aufgestiegen war. Nun folgt also der nächste Gewichtsklassenaufstieg, was eigentlich problematisch wirkt – gegen Cruz aber vermutlich nicht entscheidend sein wird. Insgesamt muss man Roach als den besseren Techniker bezeichnen, der durch seinen starken Auftritt gegen Davis nun ebenfalls einen gewissen Hype mitbringt. Kann er erneut eine große A-Side ärgern, oder setzt sich der mexikanische Publikumsliebling durch? Beide Szenarien erscheinen realistisch.
O’Shaquie Foster (23-3) vs. Stephen Fulton (23-1) #4, Superfedergewicht:
Foster verteidigt hier seinen WBC-Titel. Er gilt eigentlich als Top-Rank-Boxer und wird daher trotz Titelgewinns gewissermaßen der Auswärtsboxer sein. Foster ist ein sehr guter Mover, der allerdings häufig sehr negativ boxt. Defensiv ist er schwer zu bezwingen, dafür aber nicht immer spektakulär.
Fulton gibt sein Superfedergewichtsdebüt und möchte Weltmeister in drei Gewichtsklassen werden – ein elementar wichtiger Schritt, der ihn in die Riege der ganz Großen führen würde. Zuletzt bezwang er im Rematch Brandon Figueroa verdient und stellte erneut unter Beweis, dass er weiterhin zur Weltspitze gehört. Allerdings wird er gegen Foster über Reichweitennachteile verfügen, die dieser auch zu nutzen weiß. Ein eher taktisch geprägter Kampf ist zu erwarten.
Erislandy Lara (31-3-3) vs. Johan Gonzalez (36-4) #106, Mittelgewicht:
Ursprünglich war ein großer Titelvereinigungskampf zwischen Lara und Zhanibek Alimkhanuly geplant, doch fiel der Kasache positiv bei einer Dopingkontrolle auf. Das sportliche Aushängeschild der Card ist somit kurzfristig entfallen, was die Fightcard massiv schwächt.
Als Ersatz verpflichtete man den Venezolaner Gonzalez – einen soliden Mann mit Punch, der gegen absolute Weltklasse jedoch kaum bestehen dürfte. Zwar besiegte er zuletzt Ex-Weltmeister Jarrett Hurd, dieser erschien jedoch bereits deutlich über seinem Zenit. Die Frage lautet daher eher: Hat Lara selbst mittlerweile an Qualität eingebüßt? Denkbar, aber ob ausgerechnet Gonzalez das aufzeigen kann, bleibt fraglich.
Jesus Alejandro Ramos Jr. (23-1) #14 vs. Shane Mosley Jr. (22-4), Mittelgewicht:
Im Opener der Maincard kommt es zu einem stilistisch ansprechenden Duell. Ramos ist ein physischer Kämpfer und regelmäßiger Gast auf PBC-Cards. Seine einzige Niederlage war hochumstritten gegen Erickson Lubin; Gonzalez, der nun gegen Lara boxt, stoppte er anschließend dominant.
Mosley Jr., Sohn der Boxlegende Shane Mosley, besiegte im vergangenen Jahr Daniel Jacobs und holte bei Golden Boy mehrere solide Siege. Er ist ein Mann für die erweiterte Weltspitze – ob für mehr, muss er gegen Ramos Jr. zeigen. Das Duell wirkt nominell nicht herausragend, ist aber bei genauer Betrachtung eines der Highlights der Card, da zwei physisch starke Boxer mit Offensivdrang aufeinandertreffen. Viel Action ist also garantiert.
Auf den kostenlosen Prelims kehrt Frank Martin zurück

Neben den vier kostenpflichtigen Kämpfen finden zuvor drei Duelle auf den kostenlosen Prelims statt, die man beispielsweise auf YouTube verfolgen kann.
Frank Martin (18-1) vs. Rances Barthelemy (30-3-1), Superleichtgewicht:
Beide Boxer waren etwa anderthalb Jahre inaktiv und melden sich nun zurück. Martin galt stets als technisch versierter Mann, der einen Final-Eliminator-Kampf gegen Artem Harutyunyan knapp gewann. Im WM-Kampf gegen Tank Davis wurde Martin anschließend gestoppt. Nun folgt sein erster Auftritt danach – gegen den kubanischen Ex-Weltmeister Barthelemy, einen guten Mann, der im Kampf stets die harten Momente sucht und häufig findet. Technisch dürfte Martin jedoch überlegen sein, insbesondere auch in der Geschwindigkeit. Die Gefahr besteht daher, dass der Kampf klar nach Punkten entschieden wird.
Isaac Lucero (17-0) #21 vs. Roberto Valenzuela Jr. (31-5) #64, Superweltergewicht:
Lucero ist aktuell die Nummer 6 der WBA und gab im Mai sein US-Debüt; zuvor boxte er ausschließlich in Mexiko. Was Lucero wirklich leisten kann, lässt sich daher schwer beurteilen, da seine bisherigen Gegner kaum Aussagekraft besitzen. Valenzuela hingegen stand schon öfter auf großen Veranstaltungen im Ring, verlor dort jedoch meist deutlich. Für Lucero wird dies dennoch seine erste Standortbestimmung darstellen.
Luis Reynaldo Nunez (21-0) #30 vs. Hector Andres Sosa (18-3) #35, Superbantamgewicht:
Im Opener der Prelims steht ein durchaus sehenswertes Duell an. Nunez boxte bereits mehrfach in den USA, u. a. beim legendären ShoBox-Format. Dabei nahm er vier ungeschlagenen Boxern die Null und möchte nun endgültig den Sprung in die Weltspitze schaffen. Sosa ist ein renommierter argentinischer Kontrahent, ehemaliger IBO-Titelträger im Federgewicht, der seinen Titel ungeschlagen zurückgab. Ein technisch guter Mann, der offensiv auch Druck erzeugen kann. Für Nunez also ein gelungener Test, der zeigen wird, ob er tatsächlich ein Top-Prospect ist.
Die Veranstaltung ist auf Amazon Prime für 10 € verfügbar

Insgesamt handelt es sich um eine gute Veranstaltung, wenngleich das sportliche Highlight zwischen Lara und Alimkhanuly schmerzlich fehlt. Die Card ist daher nicht auf dem Niveau früherer PPV-Events, bleibt aber dennoch sehenswert.
Positiv hervorzuheben ist, dass die Veranstaltung in Deutschland über Amazon Prime für faire 10 € im PPV angeboten wird.
Die Maincard startet in der Nacht zum Sonntag um 2:00 Uhr (MEZ).
Die kostenlosen Prelims beginnen bereits um 23:30 Uhr und können ebenfalls auf YouTube verfolgt werden.














