Pascal besiegt Bute, Perez und Takam unentschieden

Ein Bericht von Ebby Thust
Vor mehr als 20.000 Zuschauern besiegte der ehemaliger WBC-Halbschergewichts-Champion Jean Pascal (29-2-1, 17 KOs,) im  völlig ausverkauften Bell Center zu Montreal, den ehemaligen IBF-Super-Mittelgewichts-Weltmeister Lucian Bute (31-2, 24 KOs) nach zwölf Runden einstimmig nach Punkten. Nach einer ausgeglichenen ersten Runde erschüttert Pascal Bute bereits in Runde zwei Bute mit einer schweren Rechten und war stets in der Lage, durch großen Willen und oft auch nur mit wildem Schwingern und einer unerbittlichen Aggression Bute Runde für Runde  in Gefahr zu bringen. In diesem Kampf war Bute sicherlich technisch der bessere Boxer, aber Pascal war physisch einfach der Stärkere, was vielleicht auch daran lag, dass Pascal ein gewachsener Halbschwergewichtler ist und Bute erst in diese Gewichtsklasse hineingewachsen ist. Dies war Butes erster Fight in dieser für ihn neuen Gewichtsklasse. Ab Runde zehn schien allerdings Pascal die Luft auszugehen und in diesen letzten drei Runden zeigte Bute warum er über Jahre das Super-Mittelgewicht beherrschte. In Runde elf und zwölf sah es teils sogar so aus als könne Bute den Kampf sogar noch vorzeitig beenden, er stellte Pascal in der Ringecke und landete unzählige Treffer, doch Pascal schien durch seine Ecke schon die Punktwertung der Punktrichter zu kennen und wusste, dass er nur noch über diese letzten beiden Runden kommen musste um den Sieg einzufahren. Die Punktwertung die von Ringsprecher Michael Buffer als 116-112, 117-110, 117-111 verkündet wurde war mit 116-112, 118-110, 117-111 allerdings viel zu klar. Jim Watt der englische Kommentator von Sky Sports sah sogar Bute mit 116:115 als Sieger. Ebenso sah der englische Top Ten Boxer Tony Bellew Lucien Bute als Gewinner dieses Kampfes. Bute selbst allerdings ging direkt nach dem Schlussgong zu Pascal und hob fair dessen Hand zum Zeichen, dass er diesen selbst als Sieger sah. Für Bute wäre es nach diesem Fight wohl besser wieder ins Super-Mittelgewicht zurückzukehren, zumal er ja noch ein vertraglich vereinbartes Rematch mit Carl Froch in der Tasche hat.

Schmeichelhaftes Unentschieden für Perez

In seinem ersten Kampf nach seinem brutalen Fight gegen Magomed Abdusalamov im November letzten Jahres, hatte Schwergewichtler Mike Perez (20-0-1, 12 KOs) das Glück gegen den Außenseiter Carlos Takam (29-1-1, 23 KOs) von den Punktrichtern ein Unentschieden geschenkt zu bekommen. Perez erlitt in Runde drei, durch einen unbeabsichtigten Kopfstoß einen schweren Cut über dem linken Auge, aber Trainer Abel Sanchez war in der Lage die Blutung zu stoppen. Die drei Punktrichter werteten den Kampf 96-94, 95-95, 95-95. Ringsprecher Michael Buffer gab allerdings nicht bekannt wer der beiden Boxer denn bei einem der Ringrichter den Kampf mit 96-94 gewonnen haben sollte. Dies geschah vielleicht auch ganz bewusst um das Publikum zu beruhigen, denn eigentlich hatte Carlos Takam diesen Kampf klar gewonnen und ein Unentschieden war schon mehr als ein Geschenk für Perez. Dass dieser besagte Punktrichter Nicolas Esnault  Perez allerdings Perez mit 96:94 in Front sah wurde erst in der nachfolgenden Pressekonferenz öffentlich und heftig diskutiert. Perez hat es bei dieser schmeichelhaften Entscheidung wohl geholfen, dass er der Vertragsboxer des übertragenden TV-Senders HBO war. In jedem anderen Ring dieser Welt hätte Perez diesen Kampf klar verloren….. und den Namen Klitschko sollten nach diesem Unentschieden wohl Beide nicht in den Mund nehmen.

Bewerten Sie diesen Beitrag