Tyson Fury bestreitet Ende Juli seinen nächsten Kampf. Der ehemalige Schwergewichts-Weltmeister trifft in Pattaya auf den erfahrenen Polen Mariusz Wach und setzt damit seine Vorbereitung auf ein mögliches Mega-Duell gegen Anthony Joshua fort.
Tyson Fury boxt erstmals in Thailand
Tyson Fury (35-2-1, 25 KO) wird am 24. Juli im Max Muay Thai Stadium im thailändischen Pattaya in den Ring steigen. Gegner ist der 46-jährige Mariusz Wach (39-13-0, 20 KO), der in seiner Karriere bereits gegen zahlreiche Top-Schwergewichte antrat und 2012 um die Weltmeisterschaft gegen Wladimir Klitschko boxte.
Für Fury ist es der zweite Kampf seit seinem Comeback Anfang des Jahres. Im April feierte der „Gypsy King“ nach längerer Ringpause einen klaren Punktsieg gegen Arslanbek Makhmudov und möchte nun weiter im Wettkampf bleiben.
Joshua-Duell weiter das große Ziel
Der Kampf gegen Wach gilt als weiterer Aufbaukampf vor dem lange erwarteten britischen Schwergewichtsduell gegen Anthony Joshua. Dieses soll nach aktuellem Stand später im Jahr stattfinden, sofern beide ihre jeweiligen Vorbereitungskämpfe erfolgreich absolvieren. Joshua wird bereits einen Tag nach Fury in den Ring steigen und auf Kristian Prenga treffen.
Wach zählt zwar zu den erfahrensten Schwergewichten der vergangenen Jahre, befindet sich mit 46 Jahren jedoch längst nicht mehr auf dem Niveau früherer Tage. In den vergangenen Jahren musste der Pole mehrere Niederlagen gegen namhafte Gegner hinnehmen, darunter auch eine vorzeitige Niederlage gegen den aufstrebenden Briten Moses Itauma. Sportlich ist das Duell gegen Wach, daher durchaus als „Nullnummer“ zu betrachten.
Während Deutschland unter der aktuellen Hitzewelle ächzt, läuft auch die Vorbereitung auf den Abschiedskampf von Felix Sturm auf Hochtouren – und das unter extremen Bedingungen.
Heiße Schlussphase der Vorbereitung vor Felix Sturms Abschiedsgala „One Last Dance“ am 11. Juli in der Porsche Arena Stuttgart
Im Gym herrschen Temperaturen, die Trainer Sali Yildirim auf den Punkt bringt: „Gefühlt sind es 50 Grad. Es ist wirklich unglaublich heiß. Trotzdem müssen wir trainieren und uns vorbereiten auf den 11. Juli.“
Rund anderthalb Wochen vor dem letzten Profikampf des ehemaligen fünffachen Weltmeisters befindet sich das Team in der entscheidenden Phase der Vorbereitung. Der Fokus liegt nun voll auf wettkampfnahen Einheiten. „Wir sind mitten in der Sparringsphase. An drei Tagen pro Woche absolvieren wir Sparring und sind mittlerweile bei acht Runden angekommen. Trainiert wird jetzt fast ausschließlich wettkampfnah: mit Sparring, Partnerübungen, Pratzenarbeit und allem, was im Kampf gefordert wird“, erklärt Yildirim.
Um die enorme Hitzebelastung bestmöglich zu bewältigen, hat das Team den Trainingsrhythmus angepasst. Die intensiven Sparringseinheiten finden bereits am Vormittag statt, bevor die Nachmittagshitze ihren Höhepunkt erreicht. Am Abend folgt eine weitere, deutlich lockerere Einheit. „Wir versuchen die stärkste Sonne zu vermeiden. So können wir die Belastung besser steuern.“
Dennoch stellt das Wetter eine zusätzliche Herausforderung dar. „Die hohen Temperaturen erschweren natürlich die Vorbereitung. Vor allem die Regeneration leidet darunter. Es ist zusätzlicher Stress für den Körper. Aber wir sind Profis und machen aus den Bedingungen das Beste“, so der erfahrene Coach, der auch Undercard-Boxer Malek Semmo, Gianni Dedic und Mert Caliskan betreut.
Besonders bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke sei ein durchdachtes Training entscheidend. Yildirim rät: „Viele machen den Fehler und verzichten auf das Aufwärmen. Gerade das ist aber wichtig. Dazu kommt ausreichend Flüssigkeit, Elektrolyte und man sollte niemals mit leerem Magen trainieren. Außerdem setzen wir bewusst auf kürzere Trainingseinheiten statt auf unnötig lange Belastungen.“
Mit Blick auf den Leistungsstand seines Schützlings zeigt sich der Trainer äußerst zufrieden. „Felix ist in einer richtig guten Verfassung. Athletisch und boxerisch sind wir bereits sehr weit. Die acht Sparringsrunden zieht er sauber durch, die Pratzenarbeit funktioniert hervorragend, seine Schläge sind explosiv und präzise, auch die Beinarbeit ist deutlich besser geworden. Im Großen und Ganzen sind wir fast bereit.“
Ganz abgeschlossen ist die Arbeit allerdings noch nicht. In dieser Woche wartet die letzte große Belastungsprobe mit zehn intensiven Sparringsrunden gegen gleich drei wechselnde und dadurch permanent frische Sparringspartner. „Das wird noch einmal richtig hart. Dort überprüfen wir alles, was wir uns für den Kampf vorgenommen haben. Wir wollen sehen, ob unsere taktischen Abläufe gegen den Gegner genauso funktionieren wie geplant. Wenn das passt, werden wir zu 100 Prozent bereit sein.“
In der anschließenden Fight Week wird die Intensität deutlich reduziert. Sparring steht dann nicht mehr auf dem Programm. Stattdessen liegt der Schwerpunkt auf Pratzenarbeit, Technik und Feinschliff, ehe Felix Sturm am 11. Juli in der Stuttgarter Porsche-Arena gegen den Ingolstädter Granit Stein ein letztes Mal als Profiboxer in den Ring steigt.
Der Kampfabend wird in Deutschland exklusiv auf BILDplus, in Bosnien exklusiv auf FACE TV sowie im Rest der Welt live bei DAZN übertragen.
Wer diesen besonderen Abend live erleben möchte, sollte nicht mehr lange warten. Die Nachfrage ist groß, viele der Tickets sind bereits verkauft. Seien Sie dabei, wenn Boxgeschichte geschrieben wird und eine der größten Karrieren des deutschen Boxsports ihren emotionalen Schlusspunkt findet.
Der geplante WM-Kampf zwischen Saul „Canelo“ Alvarez und Christian Mbilli findet nicht wie vorgesehen im September statt. Stattdessen soll das Duell um den WBC-Weltmeistertitel im Supermittelgewicht Ende Oktober in Saudi-Arabien ausgetragen werden.
Riyadh Season übernimmt den Mega-Fight Canelo vs. Mbilli
Die mit Spannung erwartete Begegnung zwischen Saul „Canelo“ Alvarez und Christian Mbilli um den WBC-WM-Titel wird nach Informationen von The Ring verschoben. Ursprünglich war der Kampf für den 12. September geplant und sollte eine Veranstaltung anführen, bei der mexikanische Boxer auf Gegner aus dem Rest der Welt treffen sollten.
Stattdessen soll das Duell nun Ende Oktober im Rahmen der Riyadh Season in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad stattfinden. Offizielle Gründe für die Terminverschiebung wurden bislang nicht bekannt.
Für Alvarez (63-3-2, 39 KO) bedeutet die Verschiebung zugleich eine ungewöhnlich lange Wettkampfpause. Der Mexikaner stand zuletzt im September 2025 im Ring, als er gegen Terence Crawford seine unangefochtene Weltmeisterschaft im Supermittelgewicht verlor.
Bis zum geplanten Kampf gegen Mbilli werden rund 13 Monate vergangen sein. Es ist die längste Inaktivität des 35-Jährigen seit Ende 2020. Damals hatte sich Canelo mit einem Sieg über Callum Smith seinen ersten WM-Titel im Supermittelgewicht gesichert.
Seinen bislang einzigen Auftritt in Saudi-Arabien absolvierte Alvarez im Mai 2025, als er William Scull einstimmig nach Punkten bezwang.
Mbilli vor größter Herausforderung seiner Karriere
Für Christian Mbilli (29-0-1, 24 KO) wird das Duell mit Alvarez die bislang größte Aufgabe seiner Profikarriere. Der Franzose zählt seit Jahren zu den stärksten Boxern der Gewichtsklasse, erhielt bislang jedoch noch keine Gelegenheit, sich auf der ganz großen Bühne gegen einen Superstar wie Canelo zu beweisen.
Auch WBC-Interims-Weltmeister Mbilli wird mit einer längeren Pause in den Kampf gehen. Seinen letzten Auftritt absolvierte er auf der Undercard von Canelo gegen Crawford, als er sich in einem spektakulären Kampf von Lester Martinez mit einem Unentschieden trennte.
Die beiden Supermittelgewichtler standen sich bereits im vergangenen Monat erstmals bei einem offiziellen Face-off in Kairo gegenüber. Dort warben sie im Vorfeld der Veranstaltung um den Schwergewichtskampf zwischen Oleksandr Usyk und Rico Verhoeven für ihr kommendes Aufeinandertreffen.
Garcia gegen Benn rückt auf den September-Termin
Durch die Verschiebung des Canelo-Kampfes wird der 12. September nun frei. Damit dürfte der Weg für das bereits länger angekündigte Duell zwischen Ryan Garcia und Conor Benn in Las Vegas geebnet sein. Garcia hatte wiederholt angekündigt, am traditionellen Wochenende des mexikanischen Unabhängigkeitstages antreten zu wollen. Dieser Termin wurde in den vergangenen Jahren meist von Canelo besetzt.
Sicherte sich am Samstag den fünften Profisieg, Kevin Boakye.
Die deutsche Boxhoffnung empfiehlt sich in Laval mit einem erneuten vorzeitigen Sieg und möchte weiterhin international angreifen.
Am Samstag fand in Brooklyn, New York, ein großer Titelvereinigungskampf im Superweltergewicht statt, der viel internationale Aufmerksamkeit erhielt. Abseits dieses großen PPV-Events wurde jedoch auch in Laval, Kanada, eine interessante Boxveranstaltung mit deutscher Beteiligung ausgetragen.
Der Hamburger Kevin Boakye (5-0) blickt auf eine international fundierte Amateurlaufbahn zurück und wusste auch von Beginn an bei den Profis zu überzeugen. Schnell weckte dies Begehrlichkeiten, und Boakye unterschrieb bei Dana White und dessen Boxliga Zuffa Boxing – neben Größen wie Jai Opetaia oder Callum Walsh. Umso gespannter blickte man darauf, wann Boakye endlich sein Zuffa-Debüt geben würde. In den vergangenen Wochen und Monaten gab es diesbezüglich jedoch noch keine Neuigkeiten.
Souveräner Erfolg in der zweiten Runde
Am gestrigen Sonntag fand mit Zuffa Boxing 08 ein weiteres Event in Las Vegas statt. Boakye war jedoch bereits einen Tag zuvor in Laval auf einer Veranstaltung von New Era Promotions im Einsatz. Dort bestritt er in enger Absprache mit Zuffa Boxing das Co-Main-Event im Halbschwergewicht über sechs Runden gegen den Lokalmatador Hubert Poulin (4-2-1). Auf dem Papier durchaus ein interessanter Kampf, da er auswärts stattfand und Poulin von der Unterstützung des heimischen Publikums profitierte.
Poulin versuchte, den Kampf physisch zu gestalten, und schlug gelegentlich auch nach, um Boakye aus dem Konzept zu bringen. Das gelang jedoch nicht. Der Hamburger bewegte sich viel, setzte seinen Jab effektiv ein und hatte insgesamt die besseren Aktionen vorzuweisen. Dennoch musste man aufmerksam bleiben, denn ein Kampf über die volle Distanz von sechs Runden hätte auswärts durchaus eng auf den Punktzetteln werden können.
„Im Großen und Ganzen war das aber eine solide Performance gegen einen guten Boxer, der die ganze Halle im Rücken hatte! Der Gegner hat versucht, den Kampf sehr physisch zu gestalten. Obwohl ich extra eine Gewichtsklasse höher gegangen bin, und zwar ins Halbschwergewicht, hatte ich aber nicht das Gefühl, dass sein Plan aufging. Ich konnte dem Druck gut standhalten und den Kampf technisch weiterführen, ohne mich beeindrucken zu lassen“, sagte Boakye gegenüber Boxen1.
Über die Distanz sollte es deutlich nicht gehen. Boakye stellte Poulin am Ringseil und setzte ihm mit harten Körpertreffern zu. Poulin musste in der zweiten Runde insgesamt zweimal zu Boden, woraufhin seine Ecke den Kampf aufgab. Ein schneller Erfolg für Boakye, den er selbstverständlich gerne mitnahm. Vom zügigen vorzeitigen Ende zeigte sich Boakye selbst etwas überrascht, betonte jedoch die intensive Vorbereitung auf den Gegner.
„Wir schauen uns im Vorfeld immer mehrere Gegner an, und dieser sah auf dem Papier goldrichtig aus. Vier Siege bei nur einer Niederlage sind eine gute Herausforderung. Zumal das auch noch ein Heimspiel für ihn war! Aber wir waren sehr, sehr gut vorbereitet und haben unser Training optimal auf seine Stärken angepasst!“
Zuffa Boxing prospect Kevin Boakye Schumann (5-0) 🇩🇪stayed perfect, picking up his fifth stoppage win in five bouts by dropping Hubert Poulin (4-2-1) 🇨🇦 twice before finishing him via TKO in the light heavyweight division in Laval, Canada. pic.twitter.com/9CMROfm2jb
Mit dem fünften vorzeitigen Sieg im fünften Profikampf hat Boakye seinen Talentstatus erneut unterstrichen und sich bereits in die Top 150 der unabhängigen Weltrangliste BoxRec vorgearbeitet. Nun stellt sich natürlich die Frage, wann sein Debüt bei Zuffa Boxing folgen wird. Vorerst scheint dies jedoch noch nicht bevorzustehen.
„Die Zukunft sieht gut aus. Ich trainiere fleißig weiter und scheue keine Herausforderung, wenn sie anklopft. Was die konkreten Termine für meine nächsten Kämpfe angeht, kann ich aktuell aber noch nicht viel sagen, da ich mich privat zunächst um das eine oder andere kümmern muss. Sobald das geregelt ist, wird es zeitnah gute Neuigkeiten geben“, so Boakye über seine nähere Zukunft gegenüber Boxen1.
Jean Pascal verliert den Hauptkampf nach Punkten
Francis Lafreniere bezwingt Jean Pascal in Laval.
Im Hauptkampf des Abends verlor der einstige Ex-Weltmeister Jean Pascal (37-9-1) einstimmig nach Punkten im Halbschwergewicht gegen Francis Lafreniere (22-7-2). Es war die dritte Niederlage im vierten Kampf für Pascal, der mit inzwischen 43 Jahren vor dem Karriereende steht.
Die gesamte Veranstaltung ist kostenlos auf YouTube abrufbar.
Historischer Erfolg für Agit Kabayel: Fast 100 Jahre nach Max Schmeling hat Deutschland wieder einen Boxweltmeister im Schwergewicht. Der 33-Jährige wurde nach der Titelniederlegung von Oleksandr Usyk offiziell zum neuen WBC-Champion ernannt.
Wer wird Usyks nächster Gegner?
Nach 94 Jahren hat Deutschland wieder einen Box-Weltmeister im Schwergewicht: Agit Kabayel ist der Nachfolger von Box-Legende Max Schmeling. Schmeling hatte seinen Weltmeistertitel am 21. Juni 1932 im Rückkampf gegen Jack Sharkey nach Punkten verloren.
Der bisherige Champion Oleksandr Usyk gab am Freitag über seine sozialen Kanäle bekannt, seine Titel des WBC, der WBA und IBF niederzulegen. Daraufhin ernannte der Weltverband WBC am Sonntag Agit Kabayel offiziell zum neuen Schwergewichtsweltmeister.
Der gebürtige Leverkusener mit kurdischen Wurzeln schrieb anschließend auf Instagram: „Unglaublich. Seit heute bin ich WBC-Weltmeister im Schwergewicht. Der erste kurdische Weltmeister im Schwergewicht der Geschichte und der erste deutsche Weltmeister im Schwergewicht seit fast 100 Jahren. Worte können nicht beschreiben, was ich gerade empfinde. Vielen Dank an jeden Einzelnen von euch für eure Unterstützung auf diesem Weg. Dieser Erfolg gehört uns allen. Ich werde alles tun, um diesen Gürtel lange zu behalten und meine Sammlung, um weitere Titel zu ergänzen.“
In einem Instagram-Video erklärte der 39-jährige Usyk: „Ich lege meine Gürtel nieder, verlasse aber nicht den Boxsport. Es wird mehr kommen.“ Mit der Titelniederlegung entfällt auch Usyks WBC-Pflichtverteidigung gegen Kabayel. Stattdessen wird derzeit über einen Rückkampf gegen Rico Verhoeven oder ein Duell mit Ex-Weltmeister Deontay Wilder spekuliert.
Jaron „Boots“ Ennis hat sich in Brooklyn zum neuen vereinigten Weltmeister im Superweltergewicht gekrönt. Der US-Amerikaner setzte sich in einem spektakulären Duell gegen den bis dahin ungeschlagenen Xander Zayas durch und gewann in der siebten Runde vorzeitig.
Frühe Dominanz, dramatische Wende und starkes Finish
Der Hauptkampf im Barclays Center hielt, was er im Vorfeld versprochen hatte. Ennis erwischte den besseren Start und setzte Zayas mit seiner explosiven Kombination aus Schnelligkeit, Präzision und Schlagkraft früh unter Druck. Bereits in der Auftaktrunde musste der Puerto-Ricaner erstmals zu Boden.
Doch Zayas zeigte, warum er als eines der größten Talente des Sports gilt. Nach den schwierigen Anfangsminuten kämpfte sich der Weltmeister zurück in den Kampf und brachte Ennis insbesondere in der dritten Runde mit harten Treffern selbst in Bedrängnis. Für einige Momente entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem beide Boxer ihre Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis stellten.
Im weiteren Verlauf übernahm Ennis jedoch wieder zunehmend die Kontrolle. Seine variablen Angriffe zum Körper und Kopf zwangen Zayas immer häufiger in die Defensive. In der fünften Runde folgte der zweite Niederschlag, der den Kampf endgültig in Richtung des Herausforderers kippen ließ.
Ennis krönt sich zum vereinigten Champion
Auch wenn Zayas bis zuletzt großen Kampfgeist bewies, konnte er dem konstanten Druck seines Gegners nicht mehr standhalten. In der siebten Runde musste er erneut zu Boden, ehe der Ringrichter den Kampf beim anschließenden Angriff von Ennis abbrach und den TKO-Sieg des Amerikaners bestätigte.
Mit dem Erfolg verbessert Ennis seine Bilanz auf 36-0-0 (32 KO) und sichert sich die WBA- und WBO-Weltmeistertitel im Superweltergewicht. Für den 23-jährigen Zayas endet dagegen die beeindruckende Siegesserie. Er kassiert bei nun 23-1-0 (13 KO) die erste Niederlage seiner Profilaufbahn, hinterließ mit seiner kämpferischen Leistung jedoch einen starken Eindruck.
Für Ennis bedeutet der Triumph den bislang größten Erfolg seiner Karriere. Nach seinen Titeln im Weltergewicht ist der 29-Jährige nun auch im Superweltergewicht Weltmeister und dürfte sich mit diesem Auftritt endgültig als einer der besten Boxer der Welt etabliert haben. Als möglicher nächster Schritt werden bereits weitere Vereinigungskämpfe gegen die übrigen Titelträger der Gewichtsklasse gehandelt.
Bei der PrimeTime-Promotion-Veranstaltung gab es zahlreiche starke Kämpfe zu sehen. Im Hauptkampf ging Ardian Krasniqi erstmals über die volle Distanz.
Am Samstag lud PrimeTime Promotion zur inzwischen vierten Veranstaltung ihrer „Showdown for Legacy“-Reihe ein. Die Debütveranstaltung der noch jungen Promotion fand im September 2024 statt. Knapp 21 Monate später kehrte man an den Ort zurück, an dem alles begann – die MHP Arena in Ludwigsburg.
Insgesamt war eine voll besetzte Fightcard mit 13 Kämpfen aufgestellt worden, darunter mehrere Titelkämpfe. Im Main Event stand einer der Hoffnungsträger von PrimeTime, dessen Aufstieg eng mit dem der Promotion verknüpft ist: Ardian Krasniqi (13-0).
Es ging um zwei internationale Titel
Das Halbschwergewicht Ardian Krasniqi hielt bereits den WBO-InterContinental-Titel und wird im WBO-Ranking auf Platz 7 geführt. Nun erhielt er neben der Titelverteidigung auch die Chance, um den WBA-Continental-Titel zu boxen. Dafür wurde mit dem Kroaten Vinko Zadro (12-1) ein europäischer Gegner verpflichtet.
Auf dem Papier versprach das Duell zweier Puncher Spannung. Beide Boxer wiesen nicht nur jeweils zwölf Siege auf, sondern auch zwölf K.-o.-Erfolge. Wer jedoch glaubte, dass von Beginn an die Fäuste fliegen würden, irrte. Beide agierten zunächst sehr abwartend und belauerten sich. Krasniqi bestimmte zwar das Geschehen, konnte jedoch nur selten klare Treffer landen, da Zadro über eine stabile Defensive verfügte.
„Er hat auch eine super Deckung und wirklich alles zugemacht. Ich habe versucht, zum Körper und zum Kopf zu gehen, aber er hat die Lücken wirklich toll geschlossen. Er wusste natürlich über meine Schlagstärke Bescheid“, sagte Krasniqi im Interview nach dem Kampf.
Eine stabile Defensive wäre der Schlüssel zum Erfolg für Zadro gewesen, offensiv kam vom kroatischen K.-o.-Spezialisten jedoch so gut wie nichts. Es war eine ernüchternd zurückhaltende Vorstellung des Kroaten, der Krasniqi zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr bringen konnte. So plätscherten weite Teile des Kampfes etwas vor sich hin. Krasniqi hatte deutliche Vorteile, konnte Zadro jedoch nur selten ernsthaft unter Druck setzen.
Zum Ende des Duells nahm der Kampf etwas Fahrt auf. In der achten Runde erlitt Zadro eine Lädierung am Auge. In der zehnten und letzten Runde erhöhte Krasniqi schließlich noch einmal das Tempo und erzielte tatsächlich zwei Niederschläge. Zadro biss sich jedoch durch und erreichte die volle Distanz – ein Novum für Krasniqi.
Die Punktrichter hatten anschließend keine schwierige Aufgabe. Alle drei werteten den Kampf einstimmig mit 100:88 für Krasniqi, der damit einen weiteren Schritt in Richtung Weltmeisterschaft machte.
„Wir haben 14 Wochen hart für diese Chance gearbeitet und sind nun Europameister. Ein großer Traum geht in Erfüllung. Ich kann es noch gar nicht in Worte fassen“, sagte Krasniqi emotional nach dem Kampf und richtete zugleich eine Kampfansage an seine Kritiker.
„Viele Kritiker haben immer gesagt, Ardian kann keine volle Distanz gehen. Heute habe ich es allen gezeigt. Ich bin einer der besten Halbschwergewichte der Welt – und jetzt ist die Weltmeisterschaft dran!“
Bujar Tahiri siegt nach Punkten gegen Alexander Castro
Das Co-Main-Event war der beste Kampf des Abends. Dort wollte Mittelgewicht Bujar Tahiri (23-0) ursprünglich um den WBO-InterConti-Titel boxen. Kurzfristige Gegnerwechsel durchkreuzten jedoch diese Pläne, sodass Tahiri schließlich auf den Kolumbianer Alexander Castro (15-2) traf. Ein durchaus interessanter Gegner, der bereits mehrfach auf Veranstaltungen von Don King in den USA mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hatte, zuletzt jedoch kaum noch in Erscheinung getreten war.
Im Februar hatte sich Tahiri öffentlich unzufrieden über die Qualität seiner lateinamerikanischen Gegner geäußert und dies auch in Richtung des Matchmakers kommuniziert. An diesem Abend sollte der Matchmaker jedoch liefern, und Tahiri stand vor einer echten Herausforderung. Zwar begann der Kampf vielversprechend für den Deutsch-Albaner, der Druck machte und Castro dominierte, doch in der zweiten Runde kippte das Geschehen und Tahiri wurde überraschend am Boden angezählt.
„Die ersten Runden waren top. Dann wurde ich in der zweiten Runde einmal angezählt, obwohl es dafür keinen Grund gab. Ab da bin ich explodiert und habe noch mehr Gas gegeben“, sagte Tahiri auf Boxen1-Nachfrage.
Anschließend entwickelte sich eine harte Schlacht über acht Runden. Castro präsentierte sich beweglich, agierte in seinen Aktionen jedoch teilweise etwas wild und unpräzise. In den mittleren Runden hatte Tahiri gewisse Vorteile, dennoch blieb der Kampf bis zum Schluss eng. In der achten und letzten Runde landete Castro noch einmal schwere Treffer, woraufhin Tahiri durch den Ring wankte. Der Landauer blieb jedoch auf den Beinen und rettete sich über die Distanz.
Dort erhielt er den knappen, aber nicht unverdienten einstimmigen Punktsieg mit 76:75, 76:75 und 77:74. Castro wird sich ärgern, dass er trotz mehrfacher Wirkungstreffer als Verlierer den Ring verließ. Da jedoch Runde für Runde gewertet wird, erscheint das Urteil insgesamt nachvollziehbar.
Nach der harten Schlacht zeigte sich Tahiri zufrieden und lobte seinen Gegner: „Ich muss sagen, er konnte austeilen wie ein Löwe und einstecken wie ein Mann. Wir haben uns einen kranken Fight geliefert.“
Als nächsten Schritt fordert Tahiri nun einen Titelkampf: „Ich will als Nächstes meinen Titel und boxe nicht mehr, bevor ich um einen Titel kämpfe. Ich habe es mir verdient, denn ich bin die Nummer 1 in Deutschland!“, so Tahiri gegenüber Boxen1.
Viktor Cakiqi sichert sich einstimmig den WBA-Continental-Titel
Mit Viktor Cakiqi (16-0) stand ein ungeschlagenes Weltergewicht im Ring, das von Georg Bramowski trainiert wird. Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft (BDB) im vergangenen Jahr war Cakiqi nun heiß auf seinen ersten internationalen Profiboxtitel. Hierfür stellte er sich dem Franzosen Florent Dervis (14-4).
Beide Boxer boten einen technisch ansprechenden Kampf, wodurch das Duell in dieser Hinsicht durchaus positiv herausstach. Trotz zahlreicher Aktionen auf beiden Seiten mangelte es dem Kampf jedoch an klaren Wirkungstreffern. Cakiqi lauerte auf Konter und konnte seine rechte Schlaghand insgesamt besser ins Ziel bringen, wodurch er den Großteil der Runden für sich entschied.
In der Nahdistanz wurde viel geklammert, und in der Schlussphase des Kampfes wirkten beide Boxer durchaus müde. Dervis lag nach Punkten zurück, konnte jedoch nicht mehr entscheidend aufdrehen und erlitt schließlich die verdiente einstimmige Punktniederlage mit 100:91, 99:91 und 97:93.
„Deutscher Meister ist schon top, jetzt Europameister. Wir streben weiter nach oben. Mit meiner Familie, meinem Team und euch allen an meiner Seite werde ich die Nummer 1 – versprochen“, sagte Cakiqi nach dem Kampf an das Publikum gerichtet.
Ein Jahr lang blieb Amarildo Bakaj (15-0) ohne Kampf, nun gab er in Ludwigsburg sein Comeback im Halbschwergewicht. Dass die Brüder Bakaj sowohl in Albanien als auch in Deutschland über große Popularität verfügen, zeigte sich auch an diesem Abend. Zahlreiche Fans versammelten sich, um Bakaj kämpfen zu sehen.
Im Kampf gegen Aleksandar Ivanovic (9-3) hatte Bakaj das Geschehen von Beginn an im Griff. Bereits in der zweiten Runde erzielte er zwei Niederschläge, woraufhin der Kampf abgebrochen wurde. Für Bakaj war es ein ungefährdeter Erfolg und zugleich der 15. vorzeitige Sieg im 15. Profikampf.
Arian Ejupi siegt im Prospect-Duell gegen Allen Bauer
Ein besonders empfehlenswertes Duell wurde im Supermittelgewicht erwartet, wo mit Arian Ejupi (6-0) und Allen Bauer (6-1) zwei zuvor ungeschlagene Talente aufeinandertrafen. Bauer war zwischenzeitlich zwar in einem Gala-Kampf zu sehen, blieb im Profibereich jedoch zwei Jahre ohne Einsatz. Nun wollte er die große Bühne nutzen, um seine Karriere wieder entscheidend voranzutreiben.
Zunächst sammelte jedoch Ejupi die besseren Argumente. Der bullige Boxer spielte seine körperlichen Vorteile aus und versuchte, den Kampf möglichst physisch zu gestalten. Bauer wurde regelmäßig an die Seile gedrängt und bearbeitet, wobei die ganz klaren Treffer zunächst ausblieben. Bauer hielt dagegen, konnte das hohe Tempo seines Gegners in der Anfangsphase jedoch nicht adäquat beantworten.
Ab der dritten Runde fand Bauer besser in den Kampf, was auch daran lag, dass Ejupi das hohe Anfangstempo nicht konstant aufrechterhalten konnte. Es entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch, in dem sich Ejupi in Runde fünf eine blutige Nase zuzog, dennoch aber weiter den Vorwärtsgang suchte.
Nach sechs Runden mussten schließlich die Punktrichter entscheiden. Ein Punktrichter wertete den Kampf 57:57, die beiden anderen sahen Ejupi mit 59:55 und 58:56 vorne, der den Kampf somit durch Mehrheitsentscheidung gewann.
Fidaim Brahimi liefert sich eine Schlacht mit Jan Marsalek
Im Weltergewicht wollte sich Fidaim Brahimi (3-0) mit einem weiteren Sieg empfehlen. Nach einer längeren Boxpause entschied sich Brahimi im vergangenen Dezember für den Wechsel ins Profilager. Nach zwei vielversprechenden Auftritten sollte er ursprünglich auf einen ehemaligen mexikanischen IBO-Titelträger treffen, doch schließlich wurde der ehemalige tschechische Meister Jan Marsalek (12-9) verpflichtet.
Brahimi machte dort weiter, wo er zuletzt gegen Seiran Engel aufgehört hatte, und schlug von Beginn an ein hohes Tempo an. So schickte er Marsalek in der zweiten Runde gleich zweimal zu Boden und sorgte zusätzlich noch mit einem unerlaubten Takedown für Aufsehen. Alles deutete auf ein vorzeitiges Ende hin.
In der dritten Runde folgte jedoch der Schreckmoment: Brahimi lief in einen Konter, kassierte eine harte Linke und musste selbst zu Boden.
Anschließend boxte Brahimi deutlich kontrollierter. Marsalek konnte technisch zwar nicht mithalten, blieb jedoch zäh und suchte immer wieder seine harten Momente, die er vereinzelt auch fand. In den Schlussrunden musste Brahimi konditionell noch einmal kämpfen, überstand diese Phase jedoch und sammelte wertvolle Erfahrungen für seine weitere Profilaufbahn.
Schließlich erhielt Brahimi den verdienten einstimmigen Punktsieg mit 58:54, 58:54 und 57:54.
Das Supermittelgewicht Fatlum Dreshaj (5-0) zählt nicht nur als sportlicher Hoffnungsträger rund um Stuttgart, sondern gilt auch als Sympathieträger. Entsprechend fanden sich mehrere Hundert Zuschauer für seinen Kampf ein – bekamen allerdings nur wenig von ihrem Fatlum zu sehen.
Bereits in der ersten Runde musste der Kroate David Savic (6-5) zweimal zu Boden. Nach dem ersten Niederschlag schlug Savic theatralisch auf den Ringboden und mimte den empörten Kämpfer, nach dem zweiten flog schließlich das Handtuch aus seiner Ecke. Für Dreshaj war es ein lockerer Pflichtsieg gegen einen an diesem Abend wenig kampfbereiten Gegner.
Erste Profiniederlage für Michael Rigas gegen Rostislav Zich
Mit Spannung wurde der Kampf des Supermittelgewichts Michael Rigas (12-1) erwartet. Der Schützling von Trainer Magomed Schaburow stellte sich dem tschechischen Meister Rostislav Zich (11-1-2), der mit einer vielversprechenden Bilanz nach Deutschland reiste. Kein einfaches Duell also für Rigas, das durchaus Potenzial zum Kampf des Abends besaß.
Zich übernahm von Beginn an die Initiative und arbeitete konstant. Er schlug viel zum Körper, was Rigas in seiner stabilen Doppeldeckung zwar häufig abwehrte, dennoch punktete der Tscheche immer wieder mit Kombinationen, die am Körper begannen und mit Uppercuts zum Kopf abgeschlossen wurden. Gerade diese Uppercuts saßen regelmäßig, und bei Rigas zeigten sich bereits nach zwei Runden erste Blessuren.
Nach dem starken Beginn des Tschechen hätte man erwarten können, dass das Tempo etwas nachlässt und Rigas die Initiative übernimmt. Doch das geschah nicht. Wahrscheinlich zeigte sich Rigas von der Anfangsphase beeindruckt und ließ Zich zu häufig gewähren. Immer wieder wurde er an den Seilen gestellt und bearbeitet.
Zich überzeugte auch deshalb, weil er keineswegs eindimensional boxte. Er bewegte sich viel, schuf gute Winkel und variierte seine Kombinationen. Es war sein Abend, den er schließlich mit einem verdienten einstimmigen Punktsieg (79:73, 79:74 und 78:74) krönte. Für Rigas ist die erste Profiniederlage zwar enttäuschend, doch am starken Tschechen werden sich wohl noch einige Gegner die Zähne ausbeißen.
Weitere Resultate: Madeleine Mohrhardt siegt vorzeitig
Im Leichtgewicht boxte Madeleine Mohrhardt (9-0) um zwei Titel, darunter den BDB-International-Titel. Ihr Trainer Ilias Essaoudi sah von Beginn an eine dominante „Maddy“, die ihrer Kontrahentin Diana Kulinova (4-18) keine Chance ließ und den Kampf schließlich in der vierten Runde vorzeitig beendete.
Das Superleichtgewicht Koray Öcal (2-0-1) bestritt seinen ersten Profikampf in Deutschland und war erfolgreich. Er stoppte den Bosnier Elvir Nukic (1-4-3) in der zweiten Runde durch TKO.
Im Cruisergewicht bestimmte Altin Tahiri (5-0) seinen Kampf gegen Nermin Gjerlek (8-2) und agierte insgesamt effektiver. Immer wieder explodierte Tahiri mit Körpertreffern und punktete zusätzlich mit seinem Jab. Am Ende stand ein verdienter einstimmiger Punktsieg.
Valon Gashi (5-3) rückte kurzfristig auf die Fightcard und stellte sich dem direkten Rematch gegen Nabil Zaky (17-35-1). Das erste Duell hatte Zaky im Mai in Ingolstadt nach Punkten gewonnen, diesmal setzte er sich sogar vorzeitig durch. Gashi musste in der vierten Runde zweimal zu Boden, woraufhin seine Ecke das Handtuch warf.
Im Schwergewicht feierte schließlich der 39-jährige Elvir Gashi (1-0) ein erfolgreiches Profidebüt. Er schickte den 140-Kilogramm-Koloss Drazan Janjanin (23-54) insgesamt viermal zu Boden, ehe der Bosnier nach der dritten Runde erschöpft auf seinem Hocker sitzen blieb und den Kampf aufgab.
Riyadh, Saudi Arabia: Zhilei Zhang v Agit Kabayel, Interim WBC World Heavyweight Title 22 February 2025 Picture By Mark Robinson Matchroom Boxing Agit Kabayel celebrates his win.
Jetzt ist es offiziell: Agit Kabayel ist neuer WBC-Weltmeister im Schwergewicht. Nachdem Oleksandr Usyk seine WM-Titel niedergelegt hat, wurde der bisherige Interimsweltmeister vom Weltverband zum regulären Champion erhoben.
WBC macht Agit Kabayel zum Weltmeister
Die Entscheidung des World Boxing Council (WBC) ist gefallen: Agit Kabayel trägt ab sofort den prestigeträchtigen grünen WM-Gürtel im Schwergewicht. Der 32-Jährige aus Bochum war zuletzt Interimsweltmeister und rückt nach dem Titelverzicht von Oleksandr Usyk automatisch zum regulären Weltmeister auf.
‼️ Agit Kabayel has now been officially elevated to become the WBC heavyweight world champion after Oleksandr Usyk vacated his titles.
Usyk hatte zuvor angekündigt, seine verbliebenen Weltmeistertitel niederzulegen, um den Weg für eine neue Generation freizumachen. Damit entfiel auch die ursprünglich angesetzte Pflichtverteidigung gegen Kabayel.
Krönung einer beeindruckenden Entwicklung – Kabayel erster Deutscher Schwergewichtsweltmeister nach Max Schmelig
Für Kabayel ist die Ernennung zum WBC-Weltmeister der bisher größte Erfolg seiner Karriere. Der ungeschlagene Deutsche hatte sich den Interims-Titel mit starken Leistungen gegen die Weltklasse des Schwergewichts verdient, schließlich gegen den Chinesen Zhilei Zhang gesichert und sich damit das Recht auf einen WM-Kampf gegen Usyk erarbeitet.
Auch wenn der Titel nun nicht im Ring gegen den Ukrainer gewonnen wurde, sondern am grünen Tisch, ist der Aufstieg die logische Konsequenz seiner sportlichen Leistungen und seiner Position als offizieller Pflichtherausforderer des WBC.
Lange wird Kabayel seinen Titel jedoch vermutlich nicht kampflos behalten. Das WBC dürfte in den kommenden Wochen den nächsten Pflichtherausforderer benennen. Mit Tyson Fury, Lawrence Okolie und Moses Itauma befinden sich mehrere hochkarätige Namen in den vorderen Regionen der Weltrangliste.
Für Agit Kabayel beginnt damit ein neues Kapitel: Er ist erstmals Schwergewichts-Weltmeister eines der vier großen Weltverbände und schreibt damit auch deutsche Boxgeschichte! Nach mehr als 94 Jahren hat die Bundesrepublik nach Max Schmeling wieder einen Weltmeister der Königsklasse.
Nun ist es offiziell: Agit Kabayel ist neuer WBC-Weltmeister
Xander Zayas und „Boots“ Ennis sagen, sie seien bereit für die Herausforderung. Foto: Matchroom Boxing.
Zayas setzt seinen vereinigten Junior-Mittelgewichtstitel aufs Spiel, während beide Kämpfer in diesem großen Showdown ihre ungeschlagene Bilanz riskieren.
Der unangefochtene Juniormittelgewichtsweltmeister Xander Zayas hat die Titel und die Jugend auf seiner Seite. Er wird zudem der Publikumsliebling sein und ist, genau wie sein Gegner, der ehemalige unangefochtene Weltmeister im Weltergewicht, Jaron „Boots“ Ennis, ebenfalls ungeschlagen.
Dennoch wird Zayas als krasser Außenseiter in den Ring steigen für den mit Spannung erwarteten Kampf, was ihn scheinbar nur noch mehr motiviert hat, gegen Ennis anzutreten.
Sie werden sich in einem seltenen Showdown zweier ungeschlagener Amerikaner an der Spitze ihres Sports im Hauptkampf einer Matchroom Boxing/Top Rank-Veranstaltung am Samstag im Barclays Center in Brooklyn, New York, gegenüberstehen, wo der aus Puerto Rico stammende Zayas die Liebe einer Gemeinschaft spüren wird, die ihre Kämpfer im Big Apple stark unterstützt hat. Der Kampf wird live auf DAZN übertragen.
Boots Ennis. Foto: Matchroom Boxing.
Zayas, der fast immer ein Lächeln im Gesicht hatte, genoss die Gelegenheit, sich gegen einen Top-Gegner zu beweisen, und nur wenige werden so hoch geschätzt und gemieden wie Ennis.
Als Zayas über seine geringen Gewinnchancen informiert wurde, nahm er es gelassen hin.
„Ich fühle mich großartig. Ich bin glücklich, mir geht es gut, ich habe Spaß“, sagte er diese Woche. „Das ist alles, was zählt.“
„Ich werde allen zeigen, warum ein 23-Jähriger ein unangefochtener Champion ist. Das hat seinen Grund. Ich habe zwei Gürtel und habe sie mir verdient. Ich werde sie am Samstag-Abend behalten. Ich werde die beste Show meines Lebens abliefern. Ich werde zeigen, woran ich gearbeitet habe. Es ist eine neue Version von mir, etwas, das die Leute noch nicht gesehen haben. Ich bin aufgeregt.“
Die alte Version war gar nicht so schlecht. Er unterschrieb mit 16 Jahren bei Top Rank – als jüngster Boxer, den Bob Arum je unter Vertrag genommen hatte – und wurde fachmännisch aufgebaut und erhielt ausreichend Zeit, um als Boxer und als Mensch zu reifen.
Xander Zayas vs. „Boots“ Ennis.Foto: Matchroom.
Im Juli letzten Jahres erhielt er die Chance auf den vakanten WBO-Titel im Super-Weltergewicht (bis 69,85 kg) und gewann im Madison Square Garden deutlich nach Punkten gegen Jorge Garcia. Sebastian Fundora legte den WBO-Gürtel nieder, anstatt gegen Zayas, den Pflichtherausforderer, anzutreten.
Im Januar brachte Top Rank Zayas, der seit seiner Kindheit in Sunrise, Florida, lebt, nach San Juan zu seinem lang ersehnten Heimkampf in Puerto Rico, um seinen Titel zum ersten Mal zu verteidigen. Er hätte es leicht haben können, doch Zayas‘ Kampfgeist trieb ihn an, auf einen hochkarätigen Gegner zu bestehen. So traf er auf WBA-Titelträger, den Deutschen, Abass Baraou, der ebenfalls seine erste Titelverteidigung bestritt.
Zayas (23-0, 13 KOs), der als Kind den puertoricanischen Star Miguel Cotto, ein Mitglied der Hall of Fame, verehrte und den Großteil seiner Karriere von Top Rank gefördert wurde, gewann in einem publikumswirksamen Kampf verdient nach Punkten und hätte sich für seine zweite Titelverteidigung sicherlich eine Pause gönnen können. Doch als die Verhandlungen über einen Kampf zwischen Ennis und dem ungeschlagenen und hoch angesehenen WBC-Interimstitelträger Vergil Ortiz Jr. aufgrund eines Konflikts zwischen Ortiz und seinem Promoter Golden Boy scheiterten, meldete sich Zayas sofort und erklärte, er wolle gegen den 29-jährigen Ennis (35-0, 31 KOs) aus Philadelphia antreten.
„Davon habe ich geträumt, seit ich ein Kind war. Seit ich fünf war, wollte ich immer in großen Kämpfen stehen“, sagte Zayas. „Jetzt ist es soweit – mein erster Pay-per-View-Kampf im Barclays Center in New York. Ich freue mich riesig, dass ich die Welt erobern werde, so wie ich es schon die ganze Zeit getan habe.“
Xander Zayas hat sich zum Ziel gesetzt, Geschichte zu schreiben. Foto: Top Rank.
Top Rank hätte es vorgezogen, wenn Zayas gegen einen weniger einschüchternden Gegner als Ennis gekämpft hätte, doch Zayas bestand darauf. Top Rank erhielt seine Anweisung und handelte schnell einen Vertrag mit Ennis‘ Promoter Eddie Hearn von Matchroom Boxing aus.
„Er will einfach nur gewinnen. Er sucht die größte Herausforderung“, sagte Todd duBoef, Präsident von Top Rank, über Zayas. „Es geht also nicht nur um einen Kampf, sondern um zwei Kämpfer in ihrer Blütezeit. Zwei Männer in Topform, auf dem Höhepunkt ihres Könnens, die alles geben. Xander hat uns auf jedem Schritt des Weges unterstützt und sagt immer wieder: ‚Nur her damit!‘ Ich weiß, Eddie glaubt, wir werden am Samstagabend ein Meisterwerk von Ennis sehen, und das gl er auch völlig zu Recht. Aber ich sage euch, so einen Siegeswillen habe ich noch nie erlebt.“
„Ich habe noch nie erlebt, dass eine puertoricanische Insel vor Begeisterung explodiert, dass sie sich einfach einen weiteren Superstar wünscht, und Xander weiß, dass er es ist.“
Wenn Zayas diese Stratosphäre erreichen will, ist ein Sieg gegen Ennis unerlässlich und dürfte alles andere als einfach werden.
Trotz seiner begrenzten Kampfbilanz, die unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass nur wenige Top-Gegner an einem Kampf gegen ihn interessiert waren, hat Ennis optisch überzeugt. Er kann aber auch beachtliche Erfolge vorweisen. Im November 2023 wurde er vom IBF-Interimsweltmeister zum regulären Weltmeister, nachdem dem damaligen unbestrittenen Champion Terence Crawford der Titel aberkannt wurde, weil er den ihm zustehenden Pflichtkampf gegen Ennis verweigert hatte.
Xander Zayas vs. Jaron ‚Boots‘ Ennis.
Ennis verteidigte seinen Titel zweimal und bekam dann in seinem dritten Kampf endlich den ersehnten Vereinigungskampf. Im April 2025 traf er auf den ungeschlagenen WBA-Titelträger Eimantas Stanionis und lieferte eine beeindruckende Leistung ab, indem er Stanionis so lange bearbeitete, bis dieser nach der sechsten Runde aufgab.
Dann stieg Ennis ins Halbmittelgewicht/Super-Weltergewicht auf und nachdem er Uisma Lima im Oktober in der ersten Runde eines offensichtlich ungleichen Kampfes abgefertigt hatte, erklärte er sich bereit, gegen jeden in dieser starken Gewichtsklasse anzutreten, und nun sind wir hier.
„Es ist soweit. Ich fühle mich großartig und wir werden eine fantastische Show abliefern“, sagte Ennis. „ Der KO wird kommen. Habt Geduld. Lasst euch Zeit, habt Spaß und tippt clever.“
„Dass Zayas der Publikumsliebling ist, ist mir egal. Selbst wenn 90 Prozent der Zuschauer Puerto-Ricaner sind, werden sie am Ende des Abends für mich jubeln.“
Hearn hat Ennis immer wieder gelobt und ist überzeugt, dass er gegen Zayas eine großartige Leistung abliefern wird.
„Was Sie am Samstagabend sehen werden, ist eine der großartigsten Leistungen eines amerikanischen Boxers, die Sie je erlebt haben“, sagte Hearn mit ernster Miene. „Das Lächeln, das dieser Mann die ganze Woche im Gesicht hatte, ist der Moment, von dem er sein ganzes Leben lang geträumt hat: Ihnen und der ganzen Welt zu zeigen, wie großartig er ist. Das ist ein riesiger Moment für Jaron Ennis.“
Xander Zayas vs. Jaron ‚Boots‘ Ennis Tale of Tape.
„Dieser junge Mann hat jahrelang, ja jahrzehntelang mit seinem Vater (Trainer Bozy Ennis) im Boxstudio gelebt. Und das ist erst der Anfang. Samstag ist nur der Anfang, um der Welt zu zeigen, wie großartig er ist. Und nochmal, ohne Xander Zayas zu nahe treten zu wollen, was für ein Kampf – 58:0 zwischen den beiden. Am Samstagabend werdet ihr die Zukunft des Boxens sehen. Das wird einer der präzisesten und brutalsten Kämpfe, die wir je erlebt haben, und die Arena hier in Brooklyn ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Dieser Kerl ist ein Tier. Glaubt mir, ihr habt keine Ahnung, was ihr am Samstagabend erleben werdet.“
„Dieser Kampf wird euch sprachlos machen und euch die Nackenhaare aufstellen, denn hier handelt es sich um die Nummer 1 aller Gewichtsklassen, und das werdet ihr am Samstagabend sehen.“
Zayas, der ebenfalls von diesem Moment geträumt hatte, sah das anders.
„Ich halte Ennis für einen großartigen Kämpfer. Das habe ich schon immer gesagt. Aber am Samstagabend werde ich beweisen, dass ich besser bin als er“, sagte Zayas. „Klug boxen, Spaß haben, wie immer. Klug boxen, Spaß haben, lächeln und den Kampf Stück für Stück gewinnen. Ich werde es allen am Samstagabend zeigen.“
„Ich werde der beste aller Weltmeister im Super-Weltergewicht; darum geht es. Um mein Vermächtnis. Und ich werde dieses Vermächtnis weiter ausbauen, Geschichte schreiben, meine Erfolgsbilanz weiter verbessern. Am Samstag nach dem Kampf werden alle sagen: Ich bin der beste Champion im Super-Weltergewicht auf der Welt.“
Der Junior-Weltergewichtler Emiliano Vargas (links) kämpft im Co-Hauptkampf gegen Bryce Mills. Foto: Matchroom Boxing.
Bei PrimeTime Promotion steigen heute 13 Profiboxkämpfe, live auf Bild+. Im Hauptkampf möchte Ardian Krasniqi der Weltmeisterschaft einen weiteren Schritt näher kommen.
Es ist Fightday. Am heutigen Samstag steigt die inzwischen vierte Veranstaltung der „Showdown for Legacy“-Reihe von PrimeTime Promotion. Alles begann im September 2024, als man die Debütveranstaltung als frisch gegründete Promotion in der MHP Arena ausrichtete. Nun kehrt man rund 21 Monate später wieder nach Ludwigsburg zurück und möchte den Boxsport erneut aufleben lassen.
Insgesamt 13 Profiboxkämpfe erwarten die Zuschauer, wobei insbesondere die Hauptkämpfe hochklassig besetzt sind. Im Main Event wird Ardian Krasniqi (12-0, 79,3 kg) stehen. Die aktuelle Nummer 6 der WBO im Halbschwergewicht verteidigt seinen WBO-InterConti-Titel gegen Vinko Zadro (12-0, 78,6 kg). Beide Boxer eint nicht nur ihre Bilanz von zwölf Siegen, sondern auch zwölf K.-o.-Erfolge. Ein Duell zweier Puncher, das eine vorzeitige Entscheidung verspricht.
Neben dem WBO-Titel erhält Krasniqi erstmals die Gelegenheit, sich auch den WBA-Continental-Titel zu sichern. Ein weiteres Mosaikstück auf dem Weg zu seinen WM-Ambitionen, die mit einem Sieg gegen Zadro weiter Gestalt annehmen sollen.
Für Action im Ring ist Bujar Tahiri (22-0, 73,5 kg) prädestiniert. Das Mittelgewicht sollte ursprünglich heute einen WBO-InterConti-Titelkampf bestreiten, doch zahlreiche Gegnerwechsel verhinderten dies kurzfristig. Eine schwierige Ausgangssituation für Tahiri, der sich lange Zeit in Thailand vorbereitet hat und dort auch den Kampfsport-Influencer Ringlife als Trainer betreute.
Nun fordert Tahiri den kolumbianischen Ersatzgegner Alexander Castro (15-1) heraus, der nachgewogen wird. Castro kämpfte mehrfach auf Veranstaltungen von Don King in den USA und wusste dort durchaus zu überzeugen. Seit längerer Zeit stand er jedoch nicht mehr im Ring und dürfte es ohne gezielte Vorbereitung gegen den austrainierten Tahiri schwer haben.
Im Catchweight oberhalb des Halbschwergewichts kehrt Amarildo Bakaj (14-0, 82 kg) nach einem Jahr in den Boxring zurück. Der populäre albanische Fighter blickt auf eine 100-prozentige K.-o.-Quote und möchte diese in Ludwigsburg beibehalten. Dafür muss er Aleksandar Ivanovic (9-2) bezwingen, was durchaus im Bereich des Möglichen liegt.
Victor Cakiqi jagt den ersten internationalen Titel
Mit Victor Cakiqi (15-0, 66,6 kg) steht ein spannendes Weltergewichts-Prospect in den Startlöchern, das von Georg Bramowski trainiert wird. Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft (BDB) möchte Cakiqi nun mit dem WBA-Continental-Titel auch seinen ersten internationalen Gürtel gewinnen. Hierfür duelliert er sich über zehn Runden mit dem Franzosen Florent Dervis (14-3, 66,2 kg).
Starkes Prospect-Duell zwischen Arian Ejupi und Allen Bauer
Eine besondere Empfehlung verdient das Prospect-Duell zwischen Arian Ejupi (5-0, 78 kg) und Allen Bauer (6-0, 77,5 kg) im Halbschwergewicht. Beide jungen Männer sind noch ungeschlagen und wollen es wissen. Hier ist ein hitziger Kampf über sechs Runden mit offenem Visier vorprogrammiert, der gute Action verspricht.
Fidaim Brahimi fordert ehemaligen tschechischen Meister heraus
Nach einer längeren Boxpause entschied sich Fidaim Brahimi (2-0, 68 kg) für den Start einer Profilaufbahn. In seinen ersten beiden Kämpfen sah er im Superweltergewicht bereits sehr vielversprechend aus und wollte nun einen ehemaligen mexikanischen IBO-Titelträger herausfordern. Ein gewagter Schritt, der jedoch nicht zustande kam. Stattdessen boxt Brahimi nun gegen Jan Marsalek (12-8, 67,7 kg), der vor anderthalb Jahren tschechischer Meister wurde.
Fatlum Dreshaj bestreitet den ersten Kampf im Jahr 2026
Das Supermittelgewicht Fatlum Dreshaj (4-0, 76,2 kg) überzeugte im letzten Kampf mit einer abgeklärten Leistung gegen den polnischen Veteranen Robert Talarek. Ein geplanter Kampf fiel anschließend verletzungsbedingt aus, sodass Dreshaj bislang noch keinen Kampf im Jahr 2026 bestritten hat. Das wird sich heute ändern, wenn er auf den Kroaten David Savic (6-4, 75 kg) trifft, der immerhin eine positive Kampfbilanz vorweisen kann.
Mit Michael Rigas (12-0, 76,3 kg) steht ein Hoffnungsträger von PrimeTime Promotion im Supermittelgewicht im Aufgebot. Rigas begann vor fünf Jahren mit dem Profiboxen und arbeitete sich ohne klassische Amateurlaufbahn Schritt für Schritt nach oben. Mit Erfolg, denn unter Trainer Magomed Schaburow entwickelte er sich kontinuierlich weiter und möchte nun den Sprung in die Top 100 schaffen.
Dafür muss er jedoch am tschechischen Meister Rostislav Zich (10-1-2, 75,6 kg) vorbei, der eine vielversprechende Bilanz mitbringt. Kein einfaches Duell für Rigas, das durchaus das Potenzial besitzt, zu den besten Kämpfen des Abends zu gehören. Dennoch möchte das deutsche Supermittelgewicht beweisen, dass es zu den besten Boxern des Landes zählt.
Nach einer langen und erfolgreichen Amateurlaufbahn wechselte der in Esslingen geborene Koray Öcal (1-0-1, 63 kg) ins Profilager und gab sein Debüt in Mexiko. Insgesamt bestritt er dort zwei Kämpfe und wird heute seinen ersten Profikampf in Deutschland absolvieren. Das technisch stark ausgebildete Superleichtgewicht trifft dabei auf Elvir Nukic (1-3-3, 62 kg).
Eine boxende „Diva“ auf dem Ponyhof klingt zunächst ungewöhnlich – wohl kaum jedoch, wenn man Madeleine Mohrhardt (8-0, 61,2 kg) kennt. Die vielseitige „Maddy“ liebt Tiere und besitzt nebenbei einen Bachelorabschluss in Sportpsychologie. Mit einem starken Mindset möchte sie, betreut von Frauenbox-Spezialist Ilias Essaoudi, heute in Ludwigsburg auftrumpfen und sich den vakanten BDB-International-Titel im Leichtgewicht gegen Diana Kulinova (4-17, 61,2 kg) sichern.
Altin Tahiri möchte einen großen Sprung in der Weltrangliste machen
Das Cruisergewicht Altin Tahiri (4-0, 90 kg) erhält heute die Gelegenheit, einen großen Sprung in der BoxRec-Weltrangliste zu machen und sich in Richtung der Top 200 zu bewegen. Der Bruder von Bujar Tahiri fordert den Nordmazedonier Nermin Gjerlek (8-1, 89,6 kg) heraus, der trotz guter Bilanz bislang auf einen überschaubaren Kampfrekord zurückblickt.
Elvir Gashi gibt sein Profidebüt gegen den 140-Kilo-Koloss Drazan Janjanin
Sein Profidebüt im Schwergewicht feiert Elvir Gashi (101 kg). Als Gegner erhält er jedoch einen regelrechten Koloss mit Drazan Janjanin (23-53, 140,4 kg). Dieser war schon immer im Schwergewicht aktiv, überschritt nun aber erstmals in seiner Profilaufbahn die Marke von 140 Kilogramm. Ob sich das als Vor- oder Nachteil erweisen wird, bleibt abzuwarten.
Valon Gashi rückt auf die Fightcard und bestreitet ein direktes Rematch
Ursprünglich war nicht vorgesehen, dass Valon Gashi (5-2, 73,5 kg) auf dem Event kämpfen würde. Nach einer kurzfristigen Kampfabsage rückte Gashi jedoch auf die Fightcard und bestreitet nun ein direktes Rematch gegen Nabil Zaky (16-35-1), der nachgewogen wird. Den ersten Kampf gewann Zaky im Mai in Ingolstadt nach Punkten. Auch damals kam das Duell kurzfristig zustande, nachdem Gashis ursprünglicher Gegner abgesagt hatte. Nun stellt sich die Frage, ob der Bestatter sich im zweiten Anlauf gegen Zaky steigern kann.