Pacheco geht schwer zu Boden, steht wieder auf und kämpft Sadjo in einem harten Kampf nieder um am Ende nach Punkten zu gewinnen

Diego Pacheco gewann gegen Kevin Lele Sadjo, trotz Niederschlagt, nach harten 12 Runden einstimmig nach Punkten. Foto: Cris Esqueda/Matchroom Boxing.

Diego Pacheco fordert Jaime Munguia heraus; Cordina entscheidet den Leichtgewichts-Ausscheidungskampf gegen Flores, weitere Kämpfe der Fightcard

Im Supermittelgewicht musste Diego Pacheco zum ersten Mal in seiner Karriere einen Niederschlag hinnehmen und kämpfte hart, um schließlich einen einstimmigen Punktsieg gegen Kevin Lele Sadjo zu erringen, der ihm im Hauptkampf der Matchroom Boxing-Veranstaltung auf DAZN am gestrigen Samstagabend in der ‚Adventist Health Arena’ in Stockton, Kalifornien, USA, große Probleme bereitete.

Am Ende setzte sich Pacheco mit 117:110, 116:111 und 115:112 klar durch, aber es war kein leichter Sieg.

Der Kampf war geprägt von eher einem Ringkampf statt einem Boxkampf, ewiges  Festhalten und unsauberen Nahkämpfen, als der 1,73 Meter große Sadjo sich immer wieder seinen Weg in den 1,93 Meter großen Pacheco bahnte.

In der sechsten Runde erlitt Pacheco durch einen versehentlichen Kopfstoß eine Platzwunde und schien danach frustriert darüber zu sein, wo bei gerade er keine sauberen Schläge landen konnte.

Diego Pacheco vs. Kevin Lele Sadjo. Foto: Cris Esqueda/Matchroom Boxing.

Nach einer Minute in der achten Runde landete Sadjo einen sauberen linken Haken, der Pacheco zu Boden warf und ihm zudem eine Platzwunde über dem rechten Auge zufügte.

Er landete zwar mehrere saubere Treffer in dieser Runde, aber Pacheco behielt die Nerven und überstand die erste wirkliche Krise seiner Karriere.

Der inzwischen schon 36-jährige Sadjo (26-1-0, 23 KO-Siege), ein gebürtiger Kameruner, der in Frankreich lebt, hatte zwar immer wieder punktuelle Erfolge, aber Pacheco beendete den Kampf sehr stark, unter anderem mit einer ganz starken 11. Runde, in der er Sadjo mit einer kurzen harten Rechten traf.

„Es war definitiv der Kampf, den ich erwartet hatte“, sagte Pacheco, der nach der Entlassung seines alten Trainers Jose Benavidez Sr. seinen ersten Kampf unter seinem neuen Cheftrainer Omar Villanueva bestritt. „Sadjo ist nicht umsonst hier. Er ist ein großartiger Boxer. Heute Abend habe ich bewiesen, dass ich für Größeres geschaffen bin und dass ich immer auf jeden Kampfstil vorbereitet bin.“

Diego Pacheco hatte eine harte Zeit. Er wurde in Runde 8 von Kevin Lele Sadjo, zum ersten Mal in seiner Laufbahn, zu Boden geschlagen, aber er stand wieder auf und gewann den Kampf dann doch noch klar und einstimmig nach Punkten..

„Er kam oft mit dem Kopf voran. Sein Kopf lag auf meiner Brust, deshalb war es etwas schwierig für mich, im Kampf zu agieren. Meine Ecke hat mich durch den Kampf geführt, wir haben sehr gute Anpassungen vorgenommen und damit den Sieg errungen.“

Den Niederschlag in der achten Runde nahm der 24-jährige Pacheco (25-0-0, 18 KO-Siege) aus Los Angeles, USA, im Nachhinein gelassen hin.

„Das gehört zum Sport dazu“, sagte er. „Mir ist das zwar bisher noch nie passiert, aber ich habe mich mental immer darauf vorbereitet. Ich wusste, dass es eines Tages passieren könnte, und er hat mich eben gut erwischt, als ich gerade zuschlagen wollte. Ich war nicht verletzt oder angeschlagen. Ich war nur kurz aus dem Gleichgewicht und bin zu Boden gegangen. Aber ich bin sofort wieder aufgestanden und habe weitergekämpft.“

„Ich wusste, dass die Runden knapp waren und ich musste mich etwas steigern, und genau das habe ich auch getan.“

Matchroom Boxing-Promoter Eddie Hearn sagte, dass Pacheco trotz seiner eher mäßigen Leistung immerhin etwas gezeigt habe, indem er den Kampf durchgestanden hat.

Der klare, einstimmige und stolze Sieger des Kampfes Diego Pacheco. „Der Kampf, der mich am meisten interessiert, ist der gegen Jaime Munguia. Er ist ein großartiger Boxer, ein großartiger mexikanischer Krieger, und ich glaube, genau diesen Kampf brauche ich, um wirklich den Durchbruch zu schaffen“, sagte Pacheco. Foto: Cris Esqueda/Matchroom Boxing.

„Niemand will oder wollte gegen Sadjo kämpfen. Er ist ein Albtraum. Pacheco ging zu Boden, kam aber wieder zurück. Er hätte Sadjo in der zweiten Hälfte des Kampfes beinahe noch gestoppt. Er hat daraus viel gelernt“, sagte Hearn. „Ich denke, er kann noch besser sein. Das weiß er auch, aber manchmal braucht man solche Abende, an denen man am Ende als Sieger hervorgeht. Ein schwächerer Kämpfer, ein Mann mit weniger Herz und weniger Können hätte heute Abend verloren.“

Und nun geht es weiter, und Pacheco und Hearn wollen einen großen Kampf. Am liebsten wäre ihnen ein Kampf gegen Jaime Munguia.

„Der Kampf, der mich am meisten interessiert, ist der gegen Jaime Munguia. Er ist ein großartiger Boxer, ein großartiger mexikanischer Krieger, und ich glaube, genau diesen Kampf brauche ich, um wirklich den Durchbruch zu schaffen“, sagte Pacheco. „Ich weiß, dass sich alle Fans diesen Kampf in Los Angeles wünschen würden.“

Hearn sagte, Munguia sei ihre erste Wahl und er glaube, dass der Kampf zustande kommen könne.

„Er braucht jetzt diesen großen Kampf. Wenn man zu Boden geht, entscheiden sich manchmal diese Top-Leute, die den Kampf vorher vielleicht abgelehnt hätten, plötzlich doch dafür gegen ihn anzutreten – wohl auch hoffentlich nun auch Hamzah Sheeraz und insbesondere Jaime Munguia.“

„Das wäre ein Kampf, der ein ganzes Stadion in Los Angeles füllen würde. Genau so einen Kampf wollen wir. Munguia hat seine Lehrzeit inzwischen hinter sich. Jetzt ist es an der Zeit, alles auf eine Karte zu setzen und gegen Diego Pacheco anzutreten.“

Die Vorkämpfe

Der 34-jährige ehemalige zweifache IBF-Junioren-Leichtgewichts-Weltmeister Joe Cordina (19-1,0, 9 KOSiege), aus Wales, reiste in die Heimatstadt seines Gegners Gabriel Flores Jr. und gewann dort einen WBO-Leichtgewichtstitel-Ausscheidungskampf klar nach Punkten.

Cordina, der in der sechsten Runde wegen eines Schlags hinter den Kopf einen Punkt abgezogen bekam, gewann mit 117-110, 115-112 und einem überraschend knappen 114-113.

Joe Cordina (rechts) und Gabriel Flores Jr. Foto: Cris Esqueda/Matchroom Boxing.  .

setzte Flores während des gesamten Kampfes unter Druck, setzte ihm zeitweise schwer zu und brachte sich in Position für einen Titelkampf gegen den  25-jährigen, frischgebackenen Titelträger Abdullah Mason. Flores (27-3-0, 8 KO-Siege), musste mit dieser Niederlage seine Siegesserie, von sechs gewonnenen Kämpfen in Folge, beenden.

Der 24-jährige Junior-Weltergewichtler Ernesto „Tito“ Mercado (18-0-0, 17 KO-Siege) aus Pomona, Kalifornien, USA, hat sich mit einem einseitigen Sieg gegen den 32-jährigen bisherigen Top-Boxer Antonio Moran (31-8-1, 21 KO-Siege), aus Mexiko, scheinbar vom Nachwuchstalent zum ernstzunehmenden Herausforderer entwickelt.

Mercado schickte ihn schon in der ersten Runde zu Boden und schlug ihn in der sechsten Runde gleich zweimal nieder, um ihn nach 2 Minuten und 37 Sekunden auszuknocken. Moran hatte zuvor nur zweimal durch KO verloren und zwar gegen zwei Ausnahmeboxer wie Devin Haney und Andy Cruz.

Joe Cordina vs. Gabriel Flores Jr.

„Ich bin bereit für einen Top-Gegner“, sagte Mercado. „Dieser Kampf war wichtig. Ich bin geduldig und konzentriert geblieben und habe es leicht aussehen lassen.“

Die ehemalige WBC-Weltmeisterin im Federgewicht der Frauen, die 30-jährige australische Linksauslegerin Skye Nicolson (15-1, 3 KO-Siege), boxte gegen die ehemalige Bantamgewichts-Weltmeisterin Yuliahn Luna (28-5-1, 4 KO-Siege) aus México. Die 31-jährige Skype Nicolson boxte die Mexikanerin klar aus und sicherte sich den vakanten WBC-Interimstitel im Superbantamgewicht mit 98-92, 98-92 und 97-93 Punkten. Es war Nicolsons zweiter Kampf seit ihrem Wechsel ins Superbantamgewicht (55,3 Kilo).

Quelle: Dan Rafael.

Diego Pacheco vs. Kevin Lele Sadjo – Die Highlights des Kampfes auf Video

Joe Cordina vs. Gabriel Flores Jr. – Highlights des Kampfes

Skye Nicolson vs. Yuliahn Luna – Highlights des Kampfes

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