Osleys Iglesias gewinnt vorzeitig die IBF-Weltmeisterschaft!

Ist neuer IBF-Weltmeister: Osleys Iglesias.

Der kubanische Überflieger zwingt in Kanada Pavel Silyagin zur vorzeitigen Aufgabe und krönt sich zum IBF-Weltmeister.

Am Donnerstag lud die größte Promotion Kanadas, Eye of the Tiger, zum Kampfabend in das Casino Montréal ein, live auf DAZN. Sechs Kämpfe wurden geboten, darunter eine IBF-Weltmeisterschaft im Supermittelgewicht. Der in Berlin lebende Osleys Iglesias (15-0) hielt bereits den IBO-Titel und wollte nun endgültig seinen internationalen Durchbruch mit dem Gewinn des IBF-Titels feiern. Ihm gegenüber stand der Russe Pavel Silyagin (16-1-1), der als ungeschlagener Mann nach Kanada reiste und als starker Techniker galt.

Iglesias zwingt Silyagin zur Aufgabe

Osleys Iglesias trifft Pavel Silyagin.

Der Kampf begann sehr vielversprechend für Iglesias, der von Georg Bramowski trainiert wird. Bereits in der ersten Runde kam er mit harten Aktionen durch und brachte Silyagin zum Wackeln. Zudem zeichnete sich früh eine Blessur am Auge ab – ungünstiger hätte der Kampf für die russische Seite kaum beginnen können. Doch Silyagin überstand die schwierige Anfangsphase, bewegte sich viel im Ring und konnte so den Offensivdruck von Iglesias teilweise etwas abschwächen. Eigene klare Treffer landete er jedoch nur äußerst selten, wodurch sämtliche Runden an Iglesias gingen.

Es war ein technisch ansprechendes Duell um die Weltmeisterschaft, jedoch kein besonders spannendes. Iglesias punktete mit seinem harten Jab und konnte allein über diesen nahezu alle Runden für sich entscheiden. Besonders gefährlich wurde der Kubaner, wenn Silyagin selbst nach vorne ging und von ihm abgefangen wurde.

Insgesamt präsentierte sich Iglesias an diesem Abend weltmeisterlich. Er variierte im gesamten Kampf überzeugend: mal zum Kopf, dann zum Körper; mal ging er nach vorne, mal ließ er den Gegner kommen und agierte aus der Distanz mit dem Jab. Alles funktionierte gegen Silyagin, der schließlich nach der achten Runde aufgab.

Ein Weltmeister, der gemieden wird

Mit diesem überzeugenden Sieg hat sich Iglesias seinen WM-Traum erfüllt, doch angesichts seiner Fähigkeiten sind weitere ambitionierte Ziele durchaus realistisch. Er verfügt über das Potenzial, die Nummer eins der Gewichtsklasse zu werden. Die entscheidende Frage ist jedoch, ob sich die anderen Topboxer – rund um Canelo – dem brandgefährlichen Kubaner stellen werden oder eher einen Bogen um ihn machen. Letzteres erscheint aktuell wahrscheinlicher, solange kein großer Geldgeber wie aus Saudi-Arabien entsprechende Kämpfe ermöglicht.

Biyarslanov zeigt Defensivschwächen – umstrittenes Urteil im Duell Santana vs. Thonson

Arthur Biyarslanov stoppt Jimerr Espinosa.

Im Co-Main-Event tat sich Arthur Biyarslanov (21-0) im Superleichtgewicht überraschend schwer mit Jimerr Espinosa (17-3-1), konnte diesen jedoch in der siebten Runde vorzeitig stoppen. Zwar schickte er Espinosa mehrfach zu Boden, wurde jedoch selbst mehrfach hart angeschlagen. Defensiv wird sich Biyarslanov für die Weltspitze deutlich steigern müssen.

Für den Aufreger des Abends sorgte der Leichtgewichtskampf zwischen Luis Santana (16-0) und Chann Thonson (18-2). Santana begann druckvoll, musste jedoch in Runde vier zu Boden. In der Folge dominierte Thonson das Geschehen, indem er Santana im Rückwärtsgang mit dem Jab ausboxte. Dennoch erhielt Santana am Ende einen zweifelhaften geteilten Punktsieg.

Alexandre Gaumont (14-1) tat sich im Mittelgewicht ebenfalls schwer und musste gegen Luka Lozo (16-5-2) in der zehnten Runde zu Boden. Am Ende reichte es dennoch zu einem knappen einstimmigen Punktsieg. Leila Beaudoin (14-2) und Erik Israyelyan (5-0) feierten hingegen souveräne Siege.

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