Oleksandr Usyk kann durch Sieg über Tony Bellew zum Boxer des Jahres werden

Der Kampf des uneingeschränkten Cruisergewichts-Champions und Gewinner der Muhammad Ali Trophy Oleksandr Usyk vs Tony Bellew, inclusive der Rahmenkämpfe der Veranstaltung aus der Manchester Arena zu Manchester, wird am kommenden Samstag den 10. November in Deutschland ab 19:00 Uhr live auf DAZN gezeigt werden. Usyk verteidigt dabei seinen WBC, IBF, WBO, WBA Super-Champion und den Ring Magazine Gürtel

Am nächsten Samstag verteidigt der Ukrainer in Manchester alle seine WM Titel gegen Bellew

Oleksandr Usyk könnte am kommenden Wochenende, wenn er in der Manchester Arena auf den einheimischen WBC Ex-Weltmeister Tony Bellew trifft, um mehr kämpfen als dass er seine vielen Cruisergewichts-WM-Gürtel verteidigt. Usyk könnte sich mit einem eindrucksvollen Sieg über Tony Bellew zum erfolgreichsten Boxer des Jahres 2018 küren.

Usyk hat in diesem Jahr Mairis Briedis im Halbfinale und Murat Gassiev im Finale der World Boxing Super Series im Cruisergewicht besiegt. Ein Sieg gegen den Veteranen und WBC Ex-Weltmeister und zweimaligen David-Haye-Bezwinger Tony Bellew würde Usyk für das Jahr 2018 einen 3: 0-Rekord gegen die drei besten Boxer seiner Gewichtsklasse bescheren, was schwer zu toppen wäre.

Wenn Usyk auch seinen dritten Kampf in diesem Jahr gewinnt, wovon ja fast schon auszugehen ist, dann gibt es keinen anderen Boxer der so klar seine Gewichtsklasse dominiert hat wie es der uneingeschränkte Weltmeister aller Verbände im Cruisergewicht getan hat.

Canelo Alvarez hat zwar im September dieses Jahres den wohl wichtigsten Sieg des Jahres 2018 – mit einer 2:1 Punktentscheidung über Gennady Golovkin – errungen, aber es war doch ein umstrittenes Urteil und auch sein angekündigter Kampf am 15. Dezember gegen Rocky Fielding macht ihn, selbst im Falle des erwartenden Sieges, damit nicht zu einem legitimer Kandidat für den Titel Boxer des Jahres 2018.

Der wohl pound4pound Nr. 1 Boxer Vasyl Lomachenko kann auch mit einem starken Jahr abschließen, wenn er am 8. Dezember auch noch Jose Pedraza besiegen wird, nachdem er im Mai des Jahres Jorge Linares schon vorzeitig gestoppt hatte, aber Linares und Pedraza sind keine so starke und gefährliche Gegner wie dies Briedis, Gassiev im Falle von Usyk waren bzw. Bellew ist.

Obwohl die beiden zur Zeit besten Schwergewichtler – Anthony Joshua und Deontay Wilder – zwar immer wieder große Töne spucken und auch wenn Wilder Tyson Fury, wie von den meisten Experten erwartet, am 1. Dezember besiegen würde, wird keiner dieser beiden auch nur annähernd ein so gutes Jahr wie Usyk gehabt haben.

Usyks Rekord wird im Jahre 2018: 2: 0 (3: 0, wenn er Tony Bellew besiegt) sein.

Das Positivste am WBSS Turnier um die Muhammad Ali Trophy ist, dass sich dabei die Teilnehmer verpflichten, sich einem Elitegegner nach dem anderen zu stellen, was der talentierte Ukrainer dieses Jahr auch überzeugend getan hat. Was bei Usyks Siegen über die beiden Top-Boxer seiner Gewichtsklasse noch besonders zu beachten ist, ist dass er seiner beiden Gegner jeweils in deren „Wohnzimmer“ besiegt hat, was seine Leistung besonders beeindruckend macht.

Oleksandr Usyk (15-0-0, 11 KO-Siege) hat im Januar dieses Jahres in Riga, Lettland, der Heimatstadt von Mairis Briedis, den damals noch unbesiegten Letten besiegt. Er  verteidigte mit diesem Sieg seinen WBO Titel und gewann den WBC-Titel von Briedis noch dazu. Dieser Gegner war sicherlich der schwerste und stärkste Boxer in dieser Gewichtsklasse.

Usyk holte sich im Kampf gegen den gegen den bis dahin ebenfalls noch ungeschlagenen Russen Gassiew, in dessen Heimatland die beiden restlichen Gürtel der vier großen Weltverbände (IBF und der WBA). Gassiev kam von einem beeindruckenden KO-Sieg über den starken Yuniel Dorticos ins Finale nach Moskau und wurde von einem hoch überlegenen Usyk regelrecht dominiert.

Nun kommt es am nächsten Samstag zum Kampf gegen Tony Bellew in Manchester, England, was wiederum im Heimatland seines Gegners ist. Der 35-jährige Bellew, der David Haye im Schwergewicht gleich zwei Mal hintereinander vorzeitig  gestoppt hat und in zehn aufeinanderfolgenden Kämpfen ungeschlagen ist und der seinen WBC-Titel (den Usyk jetzt trägt) ungeschlagen zurück gegeben hat um ins Schwergewicht aufzusteigen, ist zur Zeit mit Sicherheit auf dem Höhepunkt seiner Karriere.

Wenn Usyk ihn auch noch besiegen kann, würde dies ein ganz besonderes Jahr für ihn abschließen und es würde den Ukrainer eindeutig und sicher unbestritten zum Fighter des Jahres 2018 machen.