Nina Meinke verteidigt erfolgreich ihren IBF-Titel gegen Dyana Vargas

Nina Meinke vereint erfolgreich den IBF und IBO-Titel in Hamburg über Dyana Vargas.

Bei der Ringside Zone Gala Night in Hamburg bleibt Weltmeisterin Nina Meinke siegreich. Zudem gab es mehrere Schwergewichtssiege auf der Undercard.

Am gestrigen Freitag lud die aufstrebende Ringside Zone zu ihrer zweiten Veranstaltung ein. Nach einem verheißungsvollen Auftakt im Juli in Heidelberg fand nun ein Pre-Event in der Fischauktionshalle in Hamburg statt, ehe es im Mai mit einer größeren Veranstaltung in Mannheim weitergeht. In einem exklusiven Dinner-Rahmen bekamen die Zuschauer neben Fine Dining auch neun explosive Boxkämpfe geboten, live auf Bild+.

Im Hauptkampf stand die Berlinerin Nina Meinke (21-3), die nach einem Bandscheibenvorfall im vergangenen Jahr erstmals wieder in den Ring zurückkehrte. Sie stellte sich der Dominikanerin Dyana Vargas (20-3-1) in einem WM-Kampf über 12×3 Minuten. Neben der Verteidigung ihres IBF-Titels, den sie vor eineinhalb Jahren in Hamburg gewann, ging es zudem um den vakanten IBO-Titel, den zuvor Boxstar Amanda Serrano hielt.

Im Kampf zeigte sich früh, dass Meinke die schnellere Boxerin war. Immer wieder etablierte sie ihren Jab und setzte Vargas damit unter Druck, wodurch sie deren Rhythmus brach. Vargas wirkte häufig zu statisch und versuchte vergeblich, über Konter zu punkten – was gegen die taktisch sehr klug boxende Meinke nur selten gelang. Bereits in der dritten Runde trat Nasenbluten bei Vargas auf, dennoch ging der Kampf über die volle Distanz von zwölf Runden. Am Ende erhielt Meinke den völlig verdienten einstimmigen Punktsieg (120-108, 2x 119-109) zugesprochen und triumphierte erneut in Hamburg.

„Es war ein hartes Jahr“, so Meinke sichtlich emotional nach dem Kampf. Ein Schlüssel zum Sieg über die lange Distanz war ihre starke Konstitution: „Ich habe mich topfit gefühlt nach der Rückenoperation.“

Peter Kadiru siegt einstimmig nach Punkten

Peter Kadiru bezwingt Mauricio Nicolas Barragan nach Punkten.

Auf der Undercard fanden zahlreiche Schwergewichtskämpfe statt. Darunter auch das Duell des Hamburgers Peter Kadiru (22-1), der sich mit einem Sieg für einen größeren Titelkampf im Mai empfehlen wollte. Er traf auf den Uruguayer Mauricio Nicolas Barragan (20-6), der aus dem Cruisergewicht aufstieg. Keine unlösbare Aufgabe für Kadiru – jedoch auch keine gänzlich einfache, wie sich zeigte.

Barragan versteckte sich nicht und suchte aktiv den Schlagabtausch. Immer wieder brachte er harte Powerpunches, die er mit voller Wucht schlug. Kadiru war entsprechend gewarnt, sich keinen entscheidenden Treffer einzufangen, der schnell zu einer Überraschung hätte führen können. Der Hamburger zeigte sich dessen bewusst und boxte zunächst sehr sicherheitsorientiert aus der Distanz. Vor allem mit vielen Jabs zum Körper punktete er konstant und sicherte sich so nahezu alle Runden.

Ab Runde fünf wurde Kadiru mutiger und erhöhte den Druck. In Runde sechs musste Barragan erstmals zu Boden, ebenso in der achten und letzten Runde. Dennoch hielt der Uruguayer bis zum Schluss durch, sodass Kadiru einen ungefährdeten einstimmigen Punktsieg mit 2x 79-71 und 80-71 einfuhr.

Emanuel Odiase muss erstmals über die volle Distanz von acht Runden gehen

Punktsieg für Emanuel Odiase über Kostiantyn Dovbyshchenko.

Ein Abend voller Erkenntnisse bot sich auch für das aufstrebende Heidelberger Schwergewicht Emanuel Odiase (10-0), der auf den enorm toughen Kostiantyn Dovbyshchenko (10-20-1) traf. Dovbyshchenko wies zwar zahlreiche Niederlagen auf, jedoch gegen absolute Topgegner, gegen die er konstant über die Distanz ging – selbst gegen jemanden wie Moses Itauma. Von daher stellte der Ukrainer einen guten Test dar, um Odiase Runden zu geben und ihn auf eine längere Distanz vorzubereiten.

Im Kampf zeigte sich der deutlich größere Odiase angriffsfreudig und bestimmte das Geschehen von Beginn an. Immer wieder setzte er Dovbyshchenko unter Druck, der sich jedoch beweglich und defensiv kompakt präsentierte. Dadurch gelang es Odiase nur selten, seinen Kontrahenten ernsthaft in Bedrängnis zu bringen – mit Ausnahme einiger Momente, etwa in Runde fünf.

Der insgesamt einseitige Kampf nahm in der achten und letzten Runde noch einmal Fahrt auf. Dovbyshchenko ging nun selbst nach vorne und suchte den offenen Schlagabtausch, wodurch es zu einem intensiven Finish kam, das die Zuschauer begeisterte. Am Ende erhielt Odiase den einstimmigen Punktsieg (3x 80-72) zugesprochen und empfiehlt sich damit für einen größeren IBF-Titelkampf im Mai in Mannheim.

Nächster vorzeitiger Erfolg für Viktor Jurk

Viktor Jurk stoppt Emilio Ezequiel Zarate.

Das Flensburger Schwergewicht Viktor Jurk (13-0) begab sich in der Vorbereitung in die USA, wo er im Februar auch einen kleineren Stay-busy-Kampf in Atlantic City bestritt. Mit den frischen Eindrücken wollte er nun in Hamburg erneut seine Schlagstärke unter Beweis stellen. Dies sollte gegen den Argentinier Emilio Ezequiel Zarate (21-24-3) gelingen, der mit einer gemischten Kampfbilanz nach Deutschland anreiste.

Jurk begann von Beginn an explosiv und schlug wuchtige Haken, die durchaus gefährlich waren. In der zweiten Runde fing er Zarate geschickt ab und schickte ihn zu Boden. Dieser stand zwar noch einmal auf, doch das Handtuch wurde von seiner Ecke umgehend geworfen. Für Jurk war es der fünfte vorzeitige Sieg in Folge, und er scheint bereit für seinen ersten größeren Test.

Alexander Okafor empfiehlt sich für die Deutsche Meisterschaft

Alexander Okafor stoppt Ibrahim Yildirim.

Das Halbschwergewicht Alexander Okafor (3-0) gilt als aufstrebendes Prospect in Deutschland und verpasste die Olympianorm für Paris nur knapp. Infolgedessen entschied er sich für den Profibereich und scheint in der Ringside Zone einen passenden Partner gefunden zu haben.

In Hamburg traf er im dritten Profikampf auf Ibrahim Yildirim (12-8), der als klarer Außenseiter in das Duell ging. Yildirim konnte technisch nicht mit Okafor mithalten, überzeugte jedoch durch Kampfgeist und hielt mutig dagegen. Okafor begann zunächst kontrolliert, erhöhte jedoch ab der zweiten Runde den Druck. In der dritten Runde schickte er Yildirim zweimal zu Boden, ehe in der vierten Runde ein weiterer Niederschlag folgte. Daraufhin warf die Ecke das Handtuch.

Okafor sicherte sich damit seinen dritten Profisieg und ist bereit für einen Kampf um die Deutsche Meisterschaft (BDB) im Mai in Mannheim gegen Elija Ülküseven (8-0).

Felix Langberg setzt sich mit einem Leberhaken vorzeitig durch

Felix Langberg stoppt Djuar El Scheich.

Auch das Schwergewicht Felix Langberg (18-2) war in Hamburg im Einsatz und traf auf Djuar El Scheich (23-3-1). Beide Boxer verfügen über eine hohe KO-Quote, sodass ein vorzeitiges Ende durchaus zu erwarten war. El Scheich ist kein filigraner Techniker, konnte in früheren Kämpfen jedoch zumindest mit Offensivdruck in den Anfangsrunden überzeugen – davon war in Hamburg allerdings wenig zu sehen.

Langberg übernahm von Beginn an die Kontrolle und boxte sehr locker. Er setzte konsequent seinen Jab ein und variierte zwischen Kopf und Körper. El Scheich wirkte unbeweglich, fand kaum Zugriff und konnte keine eigenen Aktionen initiieren. Ab der zweiten Runde ließ seine Mobilität weiter nach, und er wurde zunehmend in die Ringecke gedrängt, wo er in der Doppeldeckung Treffer einstecken musste. Langberg hatte leichtes Spiel, und phasenweise erinnerte der Kampf an ein Sandsacktraining.

Die unzufriedene Ecke von El Scheich machte ihrem Ärger Luft und forderte ihren Schützling nach der dritten Runde zu mehr Aktivität auf – andernfalls würde man den Kampf abbrechen. Dazu kam es jedoch nicht mehr, da Langberg in Runde vier mit einem sehenswerten und wuchtigen Leberhaken den Knockout erzielte.

Ein Schlüssel zum Sieg war für Langberg das richtige Lesen seines Gegners: „Ich habe rechtzeitig am Gesichtsausdruck gesehen, wann er kommen und angreifen möchte“, erklärte er nach dem Kampf. „Ich habe sehr variabel geboxt und bin seiner Angriffslust zuvor gekommen“, so ein zufriedener Langberg gegenüber Boxen1.

Am 15. Mai geht es weiter: Ringside Series 2026 – Night of the Heavyweights

Ringside Zone präsentiert am 15.05.2026 in der SAP Arena in Mannheim: Night of the Heavyweights

Insgesamt ging ein interessanter und ansprechender Abend in der Fischauktionshalle über die Bühne. Neben neun Profiboxkämpfen wurden hochwertige Speisen serviert und zahlreiche Unterhaltungselemente geboten. Die Moderation war gelungen, und mit Experten wie Ulli Wegner, Sven Ottke und Axel Schulz war auch fachlich prominente Unterstützung vor Ort. Die Location hinterließ ebenfalls einen exklusiven Eindruck.

Allerdings muss man auch festhalten, dass die Kämpfe sportlich nur begrenzt ausgeglichen waren. Eine Boxveranstaltung steht und fällt letztlich mit dem Matchmaking – und in dieser Hinsicht unterschied sich die Fightcard kaum von anderen deutschen Promotions, obwohl man einen neuen und ambitionierteren Weg einschlagen möchte.

Ein Grund für das eher konservative Matchmaking dürfte sein, dass am 15. Mai bereits das nächste große Event geplant ist – vor bis zu 13.000 Zuschauern in der SAP Arena in Mannheim. Dort sollen hochklassige Titelkämpfe stattfinden, zudem wird das Profidebüt von Ringlife (Edmon Avagyan) erwartet. In diesem Kontext diente die Veranstaltung in Hamburg gewissermaßen als Generalprobe.

Es bleibt spannend rund um die Ringside Zone, die im Mai beweisen muss, dass sie neben einem hochwertigen Rahmenprogramm auch Tickets in großem Umfang verkaufen kann.

Der Ticketverkauf für die „Ringside Series 2026: Night of the Heavyweights“ ist bereits gestartet. Tickets sind ab 29 Euro erhältlich.

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