
Anthony Cacace hat sich in Dublin den WBA-Titel im Superfedergewicht gesichert. Der Nordire setzte sich in einem engen, taktisch geprägten Duell gegen Jazza Dickens nach Punkten durch.
Cacace vs. Dickens: Enges Gefecht zweier Routiniers
Vor emotionaler Kulisse in der 3Arena in Dublin hat Anthony Cacace (25-1, 9 KOs) einen weiteren Meilenstein seiner Karriere erreicht. Der Boxer aus Belfast setzte sich gegen den Briten Jazza Dickens (36-6, 15 KOs) einstimmig nach Punkten durch und krönte sich damit zum dreifachen Titelträger, nachdem er bereits die Titel der IBO und IBF gewann.
Die Punktrichter werteten den Kampf mit 115-113, 116-112 und 116-113 zugunsten von Cacace. Das Duell zweier erfahrener Profis entwickelte sich über weite Strecken zu einem taktisch geprägten Kampf, der zwar selten in offene Schlagabtausche ausartete, dafür aber immer wieder spannende Momente bot.

Bereits in der Anfangsphase versuchten beide Boxer, das Tempo hochzuhalten und sich über Finten sowie schnelle Aktionen Vorteile zu erarbeiten. Cacace wirkte körperlich etwas stärker und konnte früh erste klare Treffer landen.
Dickens, der seit 2011 im Profilager aktiv ist und zuletzt nach seinem Überraschungssieg über Albert Batyrgaziev in der Türkei vom Interims- zum regulären WBA-Titelträger aufgestiegen war, bewegte sich in den ersten Runden gut und setzte immer wieder Akzente aus der Rechtsauslage.

Doch in der fünften Runde gelang Cacace ein wichtiger Moment: Ein harter Treffer brachte Dickens sichtbar in Schwierigkeiten. In der Folge musste der Liverpooler mehrfach klammern und sich verteidigen, während sich zudem eine Schwellung um seinem linken Auge bildete.
Cacace nutzte diese Phase, um mehr Kontrolle über das Geschehen zu übernehmen. Dickens versuchte mit tiefem Oberkörper und weiten Haken den Rhythmus zu brechen, doch der Nordire boxte nun selbstbewusster und fand immer wieder mit präzisen rechten Händen sein Ziel.
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Im weiteren Verlauf gelang Dickens noch einmal eine starke Phase. In der neunten Runde kam es zu einem Zusammenstoß mit den Köpfen, bei dem Cacace eine Platzwunde an der Stirn erlitt und kurzzeitig angeschlagen wirkte. Dickens setzte sofort nach und brachte den Favoriten in Bedrängnis.
Der Brite schöpfte daraus neue Hoffnung und versuchte, in den letzten Runden noch einmal Druck aufzubauen. Cacace startete zwar offensiv in die Schlussphase, musste aber feststellen, dass Dickens weiterhin beweglich blieb und viele Angriffe ins Leere laufen ließ. Beide Boxer hatten im Verlauf des Kampfes ihre starken Momente, doch keiner konnte dauerhaft dominieren. Am Ende reichte Cacace’ kontrollierter Auftritt, um die Punktrichter zu überzeugen.
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Der Nordire zeigte sich nach dem Kampf selbstkritisch, betonte aber auch seine Qualität: Selbst an einem „nicht perfekten Abend im Ring“ könne er noch einen WM-Titel gewinnen. Für Cacace setzt sich damit seine starke Spätphase der Karriere fort. In seinen letzten Kämpfen hatte er bereits Siege über Leigh Wood, Josh Warrington und Joe Cordina gefeiert, nun folgt mit dem Gewinn des WBA-Titels im Superfedergewicht der nächste große Erfolg. Bei der WBA dürfte nun als nächstes AGON Sports Moussa Gholam (26-1, 17 KOs) als Pflichtgegner warten.














