
Der britische Boxsport bekommt eine neue Gewichtsklasse. Ab dem 1. Januar 2027 führt das British Boxing Board of Control das sogenannte Light Cruiserweight mit einem Limit von 187 Pfund ein. Damit soll die große Lücke zwischen Halbschwergewicht und Cruisergewicht geschlossen werden.
BBBofC schließt Lücke zwischen Halbschwer- und Cruisergewicht
Zwischen dem Halbschwergewicht mit maximal 175 Pfund (79,4 kg) und dem Cruisergewicht mit 200 Pfund (90,7 kg) liegen derzeit 25 Pfund. Genau dort setzt die neue Gewichtsklasse an.
Das British Boxing Board of Control bestätigte, dass das Light Cruiserweight künftig ein Limit von 187 Pfund beziehungsweise rund 84,8 kg haben wird. Die Klasse soll zunächst bei regionalen und nationalen Meisterschaften in Großbritannien Anwendung finden.
„Das British Boxing Board of Control wird mit Wirkung zum 1. Januar 2027 eine neue Meisterschafts-Gewichtsklasse einführen“, teilte der Verband mit.
Weiter heißt es: „Die neue Gewichtsklasse wird zwischen dem derzeitigen Halbschwergewicht mit 12 Stone 7 Pfund und dem Cruisergewicht mit 14 Stone 4 Pfund angesiedelt. Das Light Cruiserweight erhält ein Meisterschaftslimit von 13 Stone 5 Pfund (187 Pfund) und schließt damit die derzeit größte Gewichtslücke zwischen zwei Klassen im Boxsport.“
Vorgesehen ist die neue Division zunächst für Area-, English-, Celtic- und British-Titel.
Neue Option für Boxer zwischen 79 und 91 Kilogramm
Sportlich ist die Einführung durchaus nachvollziehbar. Boxer, denen das Limit des Halbschwergewichts zunehmend schwerfällt, mussten bislang direkt ins Cruisergewicht aufsteigen. Dort treffen sie unter Umständen auf Gegner, die deutlich größer und körperlich stärker sind.
Mit einem Limit von rund 84,8 kg entsteht nun zumindest auf britischer Ebene eine zusätzliche Möglichkeit für Athleten, die sich genau zwischen beiden etablierten Gewichtsklassen bewegen.
Auf internationaler Ebene dürfte die Situation allerdings komplizierter bleiben. Die großen Weltverbände erkennen eine Gewichtsklasse bei 187 Pfund bislang nicht einheitlich an. Sollte ein britischer Boxer später um internationale Titel kämpfen wollen, müsste er daher weiterhin entweder das Halbschwergewichts- oder das Cruisergewichtslimit einhalten.
Gewichtsklassen bleiben international ein Flickenteppich
Die Einführung erfolgt in einer Phase, in der die Gewichtsklassenstruktur im Profiboxen ohnehin nicht einheitlich geregelt ist. Der WBC erkennt beispielsweise seit 2020 das Bridgerweight zwischen Cruiser- und Schwergewicht an. Andere große Verbände haben sich diesem Modell bislang nicht dauerhaft angeschlossen. Selbst die WBA, die die Klasse einst eingeführt hat, hat sich von dieser wieder abgewendet.
Gerade darin liegt jedoch ein wichtiger Unterschied zur britischen Neuerung. Das BBBofC versucht mit dem Light Cruiserweight zunächst nicht, eine weitere weltweit gültige Gewichtsklasse zu etablieren. Stattdessen beschränkt sich die Einführung auf britische und regionale Meisterschaftstitel.
Für Boxer auf der Insel eröffnet sich damit ab dem 1. Januar 2027 eine zusätzliche Titelchance. Ob das Light Cruiserweight langfristig auch außerhalb Großbritanniens eine Rolle spielen wird, bleibt abzuwarten. Sinnvoll wäre es jedoch, in Anbetracht der großen Spanne zwischen Halbschwer- und Cruisergewicht, durchaus.














