Naoya Inoue bezwingt einstimmig Junto Nakatani im Giganten-Duell

Naoya Inoue bezwingt auch Landsmann Junto Nakatani.

Im Mega-Duell vor 55.000 Zuschauern in Tokio behält Inoue die Oberhand und sichert sich einen knappen einstimmigen Punktsieg.

Solche Kämpfe gibt es nicht häufig, aber ein- bis zweimal im Jahr kommt es zu Duellen, die über allem stehen. Ein solcher Big Fight war am heutigen Samstag im Tokyo Dome in der japanischen Hauptstadt zu sehen. Dort traf P4P-Superstar Naoya Inoue (33-0) um sämtliche Titel im Superbantamgewicht auf seinen Landsmann Junto Nakatani (32-1). Ein echter Traumkampf der Superlative, da beide Boxer nicht nur zur Weltklasse zählen, sondern auch echte P4P-Relevanz besitzen. Für Inoue sollte es einer der härtesten Kämpfe seiner Karriere werden – und schließlich auch einer der bedeutendsten.

Taktischer Beginn mit zwei verschiedenen Kampfhälften

Wie so häufig bei großen Kämpfen auf Eliteniveau war die Vorfreude riesig, das Geschehen zunächst jedoch etwas verhalten. Beide Boxer waren sichtlich bemüht, keine Fehler zu machen, und begegneten sich mit großem Respekt. Nakatani präsentierte sich in einem sehr weiten Stand und lauerte auf einzelne Potshots, um blitzschnell seine Konterfähigkeiten auszuspielen. Da beide Boxer unterschiedliche Auslagen hatten, war das anfängliche Positionsspiel im Ring umso wichtiger.

Es gab nur wenige klare Aktionen in den ersten Runden, und Inoue verstand es mit seiner Erfahrung meist, die ein bis zwei präzisen Treffer zu setzen, die den Unterschied ausmachten. Nakatani feuerte einige harte Konter ab, die jedoch nur knapp ihr Ziel verfehlten. Dennoch musste man davon ausgehen, dass er die ersten Runden überwiegend abgab.

Spannung in der Schlussphase – einstimmiger Punktsieg

Compubox-states: Inoue vs. Nakatani.

Ab der vierten Runde wurde Nakatani mutiger und fand spätestens in den mittleren Runden richtig in den Kampf. Insbesondere die Runden acht bis zehn gehörten ihm klar, während Inoue zwischenzeitlich zu schwächeln schien. Würde der P4P-Gigant tatsächlich seine erste Niederlage kassieren? Immer wieder blickte er auf die Uhr und wirkte konditionell angefasst. In der zehnten Runde kam es jedoch zu einem unabsichtlichen Kopfstoß, der bei Nakatani einen Cut verursachte.

Der Kampf ging in die entscheidende Phase, und Inoue drehte in Runde elf nochmals auf. Er konnte Nakatani erstmals sichtbar verletzen. Der Cut machte Nakatani zunehmend zu schaffen, sodass er sich mehr auf die Defensive konzentrierte und mehrere Treffer einstecken musste. Der Tokyo Dome stand, und beide Männer gaben in der Schlussphase nochmals alles – doch keiner konnte sich entscheidend absetzen.

So ging ein spannender, aber taktisch geprägter Kampf über die volle Distanz, der besonders in der Schlussphase an Intensität gewann. Laut Compubox traf Inoue 140-mal, Nakatani kam auf 120 Treffer. Dieses enge Ergebnis spiegelte sich auch auf den Punktzetteln wider: Inoue erhielt einen knappen, aber verdienten einstimmigen Punktsieg mit 115-113 und 2x 116-112.

Der P4P-König bleibt unangefochten – wie geht es weiter?

Behält sämtliche Gürtel: Naoya Inoue

Insgesamt war es die erwartete schwierige Aufgabe für Inoue. Er konnte seinen gefährlichen Landsmann bezwingen, wurde jedoch insbesondere in der Schlussphase so stark gefordert wie selten zuvor. Allenfalls der erste Kampf gegen Nonito Donaire (43-10) bot eine vergleichbare Gegenwehr.

Dennoch bleibt Inoue ungeschlagen und das Maß aller Dinge im Superbantamgewicht. Wie seine Zukunft aussieht, bleibt offen. Grundsätzlich scheint er diese Gewichtsklasse nahezu durchgespielt zu haben, ein Aufstieg ins Federgewicht wäre denkbar – auch wenn er dort physisch an Grenzen stoßen dürfte.

Realistischer erscheint aktuell ein Duell mit Landsmann Tenshin Nasukawa (7-1), der enorme Popularität genießt. Dieses Aufeinandertreffen könnte in Japan erneut alle Rekorde sprengen. Auch ein möglicher Kampf gegen Jesse „Bam“ Rodriguez (23-0) wäre denkbar, insbesondere wenn internationale saudische Investoren daran Interesse zeigen. Die finale Karrierephase des Champions bleibt also hochspannend.

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