
Beim Kampf um die reguläre WBA-Weltmeisterschaft müssen sich Kubrat Pulev und Trainer Ulli Wegner krachend geschlagen geben.
Am Freitag fand im Duty Free Tennis Stadium in Dubai ein großes Box-Event statt. Die IBA lud zur inzwischen 13. IBA-Pro-Veranstaltung ein, bei der neben eigenen semiprofessionellen IBA-Titelkämpfen auch regulär sanktionierte Profikämpfe stattfanden. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand dabei der Hauptkampf um den regulären WBA-Titel im Schwergewicht.
Kubrat Pulev (32-4) gewann diesen Titel vor einem Jahr in Bulgarien nach Punkten gegen Mahmoud Charr (34-5) und wollte nun mit 44 Jahren seine erste Titelverteidigung bestreiten. Gegen den ehemaligen Cruisergewichts-Weltmeister Murat Gassiev (33-2) suchte der ehemalige Sauerland-Schützling Pulev die Unterstützung seines früheren Trainers Ulli Wegner. Der erfahrene Meistertrainer, der zuletzt immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, sagte seine Unterstützung zu und begab sich vermutlich auf eine seiner letzten großen boxerischen Missionen.
Im Kampf selbst kam Pulev sehr gut hinein, zeigte lockeres Boxen über die Außenbahn und beschäftigte sowie punktete den plattfüßigen Gassiev nach Belieben aus. Dieser fand zunächst überhaupt nicht in den Kampf, landete ab Runde drei zumindest eine Handvoll Treffer, wenngleich diese kaum ausreichten, um Runden zu gewinnen – doch bei Gassiev bedeutet das nicht viel.
Eine harte Hand bringt das unheilvolle Ende für Pulev

Wer sich boxerisch mehr von Gassiev versprochen hatte, dürfte seine letzten Kämpfe nicht gesehen haben. Selbst gegen Michael Wallisch gab er zahlreiche Runden ab, ehe sich der Favorit mit seiner Power durchsetzen konnte. Pulev wurde von Runde zu Runde gefühlt mutiger, brachte schöne 1-2-Kombinationen und beschäftigte den statischen Gassiev durchgehend, während dieser seinerseits die harten Einzelmomente suchte.
Zu Beginn der sechsten Runde fand Gassiev dann überraschend genau einen solchen Moment und beendete damit den gesamten Titelkampf. Ein satter linker Haken schlug spektakulär auf den Kinnwinkel von Pulev ein, der krachend zu Boden ging. Zwar lächelte der Bulgare nach einigen Sekunden und versuchte aufzustehen, doch er war stark benommen und schaffte es nicht mehr. Ein echter One-Punch-Knockout, der Gassievs enorme Schlagstärke abermals demonstrierte.
Für Pulev und Wegner war es ein bitterer Abend, denn boxerisch bestimmten sie in den ersten fünf Runden den Kampf. Doch ein einzelner Moment – insbesondere im Schwergewicht – kann im Kampfsport das Ende einläuten. Trotz des starken Knockouts konnte Gassiev insgesamt nicht wirklich überzeugen. Ein Rematch gegen Usyk erscheint daher nur wenig reizvoll. Vermutlich wird man den regulären WBA-Titel zunächst verteidigen und anschließend auf eine Aufstufung zum WBA-Superchampion warten.















Ulli Wegner 😂😂😂