
Das Top-Prospect Itauma stoppt mühelos einen über den Zenit hinaus befindlichen Whyte – sportlich sagt das wenig aus.
Am Samstag fand in Riad, Saudi-Arabien, das nächste große PPV-Event im Boxen statt. Der Ort hat sich in den letzten Jahren mit Hilfe von Turki Al-Sheikh schnell zum Epizentrum großer Profibox-Events entwickelt. Entsprechend gespannt blickte man in der ruhigen Sommerflaute nun erneut nach Riad – wenngleich der Hauptkampf im Vorfeld einige Fragen aufwarf. Er stellte zwar ein britisches Generationenduell im Schwergewicht dar, den großen PPV-Charakter konnte er jedoch nicht verkörpern. Diesen Eindruck bestätigte der Kampf dann leider sehr deutlich.
Itauma stoppt Whyte mühelos in Runde 1

Der erst 20-jährige Moses Itauma (13-0) wird aktuell im Schwergewicht so stark gehypt wie kein zweiter. Das zeigte sich auch daran, dass der junge Brite bereits diesen PPV-Hauptkampf in Riad erhielt. Anstatt großer Namen wie Fury oder Joshua stand also ein Talent im Ring, das sich noch immer mehr oder weniger in der Aufbauphase seiner Karriere befindet.
Damit der Kampf dennoch verkäuflich und sportlich halbwegs interessant wirkte, stellte Promoter Frank Warren ein Stallduell auf die Beine – ein echtes Generationenduell. Auf der Gegenseite stand der 37-jährige Dillian Whyte (31-4), der viele Jahre in der Weltspitze boxte und in der Vergangenheit sogar eine große WM-Chance bekam. Zwar hatte Whyte in seinen letzten Kämpfen absolut nicht mehr überzeugen können, dennoch war man gespannt, wie er sich 2025 gegen das hungrige Talent schlagen würde. Auf der Waage präsentierte er sich in physisch guter Verfassung – doch das half ihm im Kampf nicht viel.
Besonders ausführlich kann man über den Kampf selbst kaum schreiben: Whyte wackelte schon in der ersten Runde und musste zu Boden. Zwar stand er noch einmal wackelig auf, doch der Ringrichter brach das Duell nach etwa zwei Minuten ab. Die Erwartungen an Whyte waren im Vorfeld zwar bereits gering, da er beispielsweise im Dezember gegen Ebenezer Tetteh sehr schwach aussah – aber dass er überhaupt nichts gegen Itauma zeigen konnte, hatten wohl selbst die größten Pessimisten nicht erwartet.
It’s scary how quick Moses Itauma is developing. Measured, but deadly. And when he becomes king, he’ll rule for a very long time. #ItaumaWhyte
pic.twitter.com/Py6C2zQ1pP— Gorilla Productions (@GPboxing) August 16, 2025
Fragwürdiger PPV-Hauptkampf
Am Ende läuft der Hype-Train um Itauma weiterhin rasant. Einen wirklich sportlich kniffligen Test im Ring musste er bislang nicht bestehen; vielmehr hat er mit Gegnern wie Demsey McKean oder nun auch Whyte vermeintlich solide Prüfungen glanzvoll gemeistert. In Wahrheit muss man hier jedoch eher die Matchmaker loben, die Itauma durch clevere Ansetzungen glänzen lassen. Whyte war an diesem Abend eine Personalie, die zwar einen bedeutenden Namen besaß, diesen aber sportlich längst nicht mehr rechtfertigen konnte.
Fragwürdig bleibt, dass dieser Kampf als Hauptkampf eines größeren PPV-Events in Riad verkauft wurde – zusätzlich zum aktiven DAZN-Abo für 20 €. Die Saudis um Turki Al-Sheikh wollen das Profiboxen zwar teilweise revolutionieren, doch schien dieses Modell dafür kaum geeignet. Im normalen Abo im Vereinigten Königreich hätte der Kampf sicher mehr Sinn ergeben. So jedoch wirkte das teure Main Event wie ein schlechtes Investment.














