Mikhalkin neuer IBO-Weltmeister / Hammer mit schwachem Sieg

Igor Mikhalkin ist neuer IBO-Weltmeister im Halbschwergewicht / Foto: BDB - Bund Deutscher Berufsboxer e.V Facebookseite
Igor Mikhalkin ist neuer IBO-Weltmeister im Halbschwergewicht / Foto: BDB – Bund Deutscher Berufsboxer e.V. Facebookseite

Auf der Undercard zur IBO International und WBO Europameisterschaft im Cruisergewicht zwischen Mario Daser und Ola Afolabi, konnten die EC-Boxer Igor Mikhalkin und Christian Hammer weitere Erfolge einfahren. So gab es nach einem Kampf im Halbschwergewicht den ersten Weltmeister aus Erol Ceylans EC Boxpromotion.

Igor Mikhalkin krönt sich zum ersten EC-Boxweltmeister

In einem auf 12 Runden angesetzten Gefecht im Halbschwergewicht, kam es zum Aufeinandertreffen zwischen Igor Mikhalkin und dem Südafrikaner Thomas Oosthuizen. Für Thomas Oosthuizen, der zuletzt in Deutschland als Gegner von Jürgen Brähmer im Gespräch war, jedoch durch persönliche Probleme absagen musste, war dies der zweite Kampf in diesem Jahr. Erst Ende April bestritt der 29-jährige Halbschwergewichtler einen Aufbaukampf gegen Said Mbelwa, welchen er in Runde 3 durch KO bezwingen konnte.

Jetzt, nur drei Wochen später, sollte es für beide in der Rechtsauslage Boxenden um den vakanten IBO Weltmeistertitel im Halbschwergewicht gehen. Mikhalkin begann das Gefecht aus der Ringmitte und konnte bereits in der ersten Runde mit schnellen Händen und sauberen Meidbewegungen glänzen sowie erste wichtige Treffer beim Südafrikaner landen.

In Runde zwei nahmen dann Beide weiter Fahrt auf und zeigten Boxen auf einem hohen Tempo. Wirkungstreffer musste man jedoch weiter vermissen. Obwohl Mikhalkin einige Probleme hatte, an Oosthuizen im Infight zu kommen, brachte er dennoch einige Jabs ins Ziel. Letztendlich war es jedoch der Südafrikaner, der in dieser Runde der dominantere Boxer war. Das auf hohem Tempo basierende Duell nahm seinen Lauf, ehe Mikhalkin mit einer schnellen Aktion in die sechste Runde startete. Spätestens ab dann kam der gebürtige Russe immer mehr durch und riss das Ruder nun endgültig an sich.

Mit schnellen Händen, setzte Mikhalkin „Tommy Gun“ weiter zu und erzielte erste klare Wirkungstreffer. Auch im siebten Durchgang konnte der Boxer aus dem Hause ECB weiter aus der Ringmitte agieren und seine Dominanz durchsetzen. Durch einen unbeabsichtigten Kopfstoß, öffnete sich bei Igor Mikhalkin ein kleiner Cut am linken Auge, der ihn jedoch im Laufe des weiteren Gefechts vor keine Probleme stellen sollte.

Foto: BDB - Bund Deutscher Berufsboxer e.V Facebookseite
Foto: BDB – Bund Deutscher Berufsboxer e.V Facebookseite

Während Ex-EBU-Europameister Mikhalkin weiter aufdrehte und mit sauberen Körpertreffern und Haken fleißig Punkte sammelte, baute Oosthuizen nun konditionell ab. Auch in der neunten Runde setze sich Mikhalkin mit zahlreichen Jabs klar durch. In den letzten beiden Runden war beim Russen kaum Müdigkeit zu spüren. Während Oosthuizen, der nach Punkten nicht mehr gewinnen konnte, nun voll auf Knockout setzen musste, boxte Mikhalkin seinen Stiefel weiter um nach 12 Runden einstimmig zu siegen.

Die Punktrichter werteten den Kampf mit 118-109, 118-110 und 118-110 Punkten. Igor Mikhalkin gewinnt damit nicht nur seinen zweiten größeren Titel als Profi, sondern ist mit dem Gewinn des IBO WM-Titels auch der erste Weltmeister aus dem Hause ECB. Nach dem Kampf wurde ECB Promoter Erol Ceylan – zurecht – von BDB Präsident Thomas Pütz als Promoter des Jahres ausgezeichnet.

Trotz Sieg: Hammer mit schwacher Vorstellung

Mit 120 kg stieg WBO-Europameister im Schwergewicht Christian Hammer gegen den Algerier Zine Eddine Benmakhlouf (22-5(1)-1, 12 KOs) in den Ring. Für Benmakhlouf, der eigentlich im Cruisergewicht zuhause ist, war dies die erste Titelchance in der „Königsklasse“, nachdem er bereits um die unbedeutenden Titel der WBF und WBU (Interconti) boxte.

Hammer, ehemaliger Juniorenweltmeister bei den Amateuren, begann den Kampf direkt in der Doppeldeckung, während sein algerischer Widersacher das Gefecht wesentlich aktiver eröffnete und mit ersten Schlägen agierte. Gegen Ende der ersten Runde kam Hammer dann das erste mal durch.

Benmakhlouf, der zuletzt 2013 gegen Roy Jones Jr und 2016 gegen Taylor Mabika jeweils nach Punkten verlor, war auch in Runde 2 weiter der aktivere der beiden Boxer. Zwar kam Hammer wieder gegen Ende der Runde mit Wirkungstreffern durch, jedoch musste er auch einige Konterfreffer nehmen.

Während Benmakhlouf der mit Abstand schnellere der beiden Schwergewichtler war, konnte Hammer weiterhin nicht wirklich überzeugen. Schon in Runde 3 schien es, als hätte er erste Konditionsprobleme. Hammer zeigte weiter wenige Aktionen, stattdessen wirkte er mehr und mehr müde.

Ab der 6. Runde, verlor der Kampf dann auf beiden Seiten an „Geschwindigkeit“. Dennoch gelang es Hammer gegen Ende der 6. Runde einen Knockdown und damit eine 10-8 Runde zu erzielen – eine wichtige Runde für den EC-Schwergewichtler. Zu Beginn der 7. Runde legte Hammer wieder los und suchte direkt die Aktion. Er stellte den Algerier an den Seilen, um ihn dort mit Schlägen einzudecken, wovon jedoch wenige ihr Ziel fanden.

Schließlich in der 10. und letzten Runde, konnte der Algerier nochmal aufdrehen. Christian Hammer hingegen fand wenig Mittel um großartig überzeugen zu können, sicherte sich jedoch nach dem Ende dieses auf 10 Runden angesetzten Fights den Sieg durch eine einstimmige Punktentscheidung. Mit knappen 96-94 und 2x 96-93 konnte ein schwerfälliger Hammer, der in einer vergleichsweise schlechten Form und mit 6-8 kg zu viel auf den Rippen auftrat, seinen WBO-EM Titel verteidigen. Dieser Sieg sollte ihn nun weiter an einen möglichen WM-Kampf herangeführt haben, überzeugend war er jedoch gewiss nicht.

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