Michel Dobler vor Bewährungsprobe am 10. Oktober in Aschersleben

Sind ein starkes Duo: Michel Dobler und Trainer Dirk Dzemski.
© Team SES / P. Gercke

Bei der kommenden SES-Veranstaltung in Aschersleben wird neben drei Titelkämpfen auch das deutsche Schwergewicht Michel Dobler zu sehen sein.

Am 10. Oktober lädt SES Boxing zur nächsten großen Kampfnacht nach Aschersleben ein – live im MDR. Im Hauptkampf steht Lokalmatador Julian Vogel (19-0-2), der um gleich zwei Juniorenweltmeistertitel (IBF + WBO) im Superweltergewicht gegen den Franzosen Bakari Diallo (13-2) antreten wird. Ein spannender Titelkampf, der in einer hoffentlich ausverkauften Ballhaus Arena mit Hilfe des treuen Anhangs positiv für den Lokalmatadoren ausgehen soll – so der skizzierte Plan im Vorfeld.

Aber nicht nur der Hauptkampf ist sehenswert, auch zahlreiche Duelle auf der Undercard versprechen einiges. Beispielsweise wird das Thüringer Schwergewicht Michel Dobler (7-0) zurückkehren. Dobler blickt auf eine starke Amateurlaufbahn zurück, haderte aber lange Zeit mit dem Sprung in den Profibereich, da er sich auch auf das Lehramt konzentrierte. Schließlich konnte er von SES überzeugt werden und gab im April vergangenen Jahres sein Profidebüt in Potsdam. Seitdem folgten weitere sechs Siege, und Dobler zeigt sich bereit für den ersten größeren Titelkampf. Zuvor soll er sich in Aschersleben jedoch einer unbequemen Generalprobe stellen.

Srdan Govedarica stoppte bereits einen deutschen Hoffnungsträger

Boxen: Agon Fightnight, Berlin, 14.09.2024
Alexander Müller vom Berge (GER) – Srdan Govedarica (SRB)
© Torsten Helmke

Dobler trifft in einem Kampf über acht Runden auf den Bosnier Srdan Govedarica (14-12), der insbesondere in Deutschland kein Unbekannter ist. Govedarica stoppte beispielsweise im September 2024 den zuvor ungeschlagenen Alexander Müller vom Berge in Berlin, der ebenso wie Dobler als starker Amateurboxer hierzulande galt. Zuletzt konnte man Govedarica im Kampf um den BDB-International-Titel in Mannheim sehen, wo er sich in der sechsten Runde vor rund 5.000 Zuschauern im Hauptkampf vorzeitig gegen Emanuel Odiase geschlagen geben musste.

Govedarica gilt mit zwei Metern als groß gewachsen und bringt über 120 Kilogramm auf die Waage, was ihn zu einer imposanten Erscheinung macht. Zugleich ist er für einen offensiven Kampfstil bekannt, der vielleicht technisch nicht der sauberste ist – was im Profibereich aber durchaus gefährlich sein kann.

„Ich habe mir die Kämpfe gegen Alexander und Emanuel angeschaut und bin natürlich gespannt, in was für einer Verfassung er in den Ring steigen wird. Boxerisch finde ich ihn auf jeden Fall ganz gut, da er weiß, wie er sich auch den Aktionen seines Gegners entziehen kann. Er stürmt gern mit Aktionen rein, die gefährlich werden können, und scheint auch eine ordentliche Schlagkraft zu besitzen. Von dem, was ich gesehen habe, könnte er vielleicht sogar der bisher gefährlichste Gegner für mich sein“, schätzte Dobler seinen kommenden Gegner auf Boxen1-Nachfrage ein.

Die Erfahrungen aus dem Sparringcamp mit Moses Itauma sollen helfen

Michel Dobler beim Sparring mit Moses Itauma und Nelvie Tiafack.

Im Sommer wurde Dobler nach England eingeladen, wo er als Sparringspartner von Moses Itauma diente, der sich auf den Weltmeisterschaftskampf mit Filip Hrgovic vorbereitete. Kein Zufall, denn die Wege von Itauma und Dobler kreuzten sich auch schon mehrfach im olympischen Boxen, wo sie gegeneinander gekämpft hatten. Für Dobler war das Wiedersehen im Sparring eine weitere interessante Erfahrung, die er gerne wahrnahm.

„Bei Moses konnte ich auf jeden Fall lernen, dass manchmal weniger mehr ist. In den ersten beiden Sparrings habe ich viele unnötige Bewegungen und Reaktionen gemacht, die mich nicht nur Kraft gekostet haben, sondern mich auch immer wieder in Gefahr gebracht haben. Ich habe versucht, mir von seinem Boxstil ein bisschen was abzuschauen, da ich sowohl seine Verteidigung als auch seine Bewegungsabläufe effizient und schwer zu knacken finde. Seine Coolness ist echt unübertroffen, genauso wie sein Auge und sein Auffassungsvermögen“, so Dobler über das britische Top-Talent.

Zuletzt erwies sich Dobler, der von Trainer Dirk Dzemski betreut wird, als fokussiert und schlagstark und sicherte sich fünf vorzeitige Siege in Serie. Gegen den ungestümen und gefährlichen Govedarica könnte er erstmals auch wirklich in der Defensive gefragt sein, wo sauberes und diszipliniertes Boxen in Aschersleben umso wichtiger erscheint.

„Durch das Trainingslager und auch durch die Wettkampfvorbereitung kann ich sehr gut einschätzen, wo mein aktueller Stand ist. Boxerisch werde ich Srdan auf jeden Fall überlegen sein. Wenn ich mein Tempo und meine Gelassenheit mit in den Ring nehme, werde ich seine Angriffe kommen sehen und den Kampf bestimmen können. Ich erwarte auf keinen Fall, dass der Kampf innerhalb von zwei oder drei Runden vorbei sein wird, da er sich nicht so schnell geschlagen geben wird. Mein Ziel wird jedoch sein, den Kampf klar zu gewinnen und, wenn möglich, auch vorzeitig zu beenden“, so Dobler abschließend.

Insgesamt drei Titelkämpfe erwarten die Boxsportfreunde in Aschersleben

Die kommende SES Box-Gala 10. Oktober in Aschersleben.

Neben dem Hauptkampf von Julian Vogel und dem Schwergewichtsduell von Michel Dobler werden bis zu acht weitere Profiboxkämpfe in der Ballhaus Arena in Aschersleben zu sehen sein. Artur Reis (16-1) steigt nach seinem umstrittenen Punktsieg gegen den Polen Mateusz Tryc zurück ins Supermittelgewicht ab. Dort trifft er auf den Italiener Ismail Airoud (12-1) um den vakanten WBC-International-Silver-Titel. Airoud kommt aus einem starken Sieg gegen den Schweizer Faton Vukshinaj und möchte nun auch in Aschersleben überzeugen.

Der erst 16-jährige Arminius Rolle (6-0) greift nach seinem ersten Titel und bewirbt sich um den BDB-International-Titel im Superleichtgewicht. Der Stralsunder Max Suske (13-2) kehrt im Supermittelgewicht zurück und vieles mehr.

Tickets für die SES-Box-Gala sind ab 40,50 Euro auf Eventim noch verfügbar.

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