Marcos Nader über Bruder Daniel: „Will ihn damit nach Tod weiterleben lassen“

Marcos und Daniel Nader

Am 6. November 2024 trauerte die Boxwelt über den Tod von Daniel Nader. Mit nur 42 Jahren verlor er den Kampf gegen die Nervenkrankheit MSA. Rund eineinhalb Jahre später stellte sein jüngerer Bruder Marcos mit dem „Daniel Nader Memorial“ eine neue Boxveranstaltung auf die Beine, die einen der größten Förderer des österreichischen Boxsports ehren soll.

„Ich wollte dieses Event unbedingt machen, weil Daniel sehr, sehr viel für den österreichischen Boxsport gemacht hat. Nicht nur, dass wir immer wieder für Überraschungen gut und bei einigen Gewichtsklassen vorne dabei sind, sondern er war auch federführend, dass in Österreich eine ordentliche sowie fundierte Trainerausbildung stattfindet. Das soll geehrt werden,“ unterstreicht Marcos Nader die Arbeit seines Bruders.

Also hat er sein Anliegen beim Wiener Boxverband angesprochen. Einstimmig wurde beschlossen, dass das Turnier fortan jährlich stattfindet. Im kommenden Jahr als ein Internationales. Bei der Feuertaufe diesen Samstag werden einerseits 14 heimische olympische Boxer gegen eine Auswahl aus Bayern, andererseits mit Bounce-Newcomer Ricardo Dieguez, Bob Anthony Agyei und Howig Grigorjan auch drei Profikämpfe a sechs Runden geboten.

Hingegen verzichten müssen die Fans auf WBF-Weltmeisterin Michaela Kotaskova. Als Main
Event geplant, steht sie nach dem WBO-WM-Kampf gegen Chantelle Cameron kurz vor einem weiteren internationalen Top-Kampf. Wie Boxen1 erfuhr verbietet dieser Vertrag vorherige Boxkämpfe. Auch Mobin Kahraze, der zweite WBF-Weltmeister im Bounce-Stall, wird fehlen: „Ich will auch gar nichts Großes, dafür gibt es die Bounce Fight Night.“
Wenngleich die Gala für Marcos Nader eine Herzensangelegenheit ist, soll es nicht allzu emotional werden: „Es werden natürlich auch Videos von großen Boxern abgespielt, denen Daniel zu Medaillen verholfen hat. Aber solche Events sind immer stressig für mich, da wird wenig Zeit für Emotionalität bleiben. Eventuell dann beim Revue passieren lassen.“ Sein Ziel: „Wenn Kinder wissbegierig sind, fragen sie, wer dieser Mann auf den Videos ist. Ich will ihn damit weiterleben lassen.“

Kurios ist der Veranstaltungsort mit dem Tennisclub La Ville in Wien. Möglich gemacht hat das Raimund Stefanits, der sich über einen Kontakt bei Nader gemeldet hat. „Zuerst habe ich mich gefragt, was das für ein Verrückter ist? Warum will der Boxen in einer Tennishalle veranstalten“, lacht der ehemalige IBF-Champion: „ Aber in Wien ist es relativ schwierig, gute Orte zu finden. Und da wir immer wieder Locations suchen, haben wir uns dann zusammengesetzt. Ein super Mann mit Handschlagqualität. Und weil Daniel wochenlang in stinkenden Trainingshallen gecoacht hat, passt das ganz gut.“

Die nächste hauseigene Bounce Fight Night wird’s übrigens im November mit einer „Mörder-Fightcard“ geben. Edin Avdic soll seinen IBF- sowie WBA-Gürtel verteidigen. Neben Kotaskova und Kahraze wird Stefan Nikolic (boxte im November 2024 gegen Roman Fress um den WBC- Internationaltitel, Anm.) nach seiner Operation wegen Vorhofflimmerns sein Ring-Comeback geben. Zudem soll ein Boxer aus dem Nationalteam nach rund 120 olympischen Kämpfen sein Profi-Debüt geben. Und Mansur Elsaev (verlor bei der letzten Fight Night um den WM-Titel der WBF am Heumarkt gegen Kahraze nach Punkten) will auch wieder ins Rampenlicht.

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