Marco Huck-Comeback am Samstag: Ansage an Kabayel & Itauma?

Am Samstag gibt Marco Huck sein Comeback in Halle (NRW) und möchte noch in diesem Jahr wieder Weltmeister werden. Foto: Konstantinos Sarigiannidis

Der legendäre Ex-Weltmeister Huck gibt sein Comeback in Halle (NRW), live auf DAZN. Im Nachgang möchte er den ein oder anderen Hype beenden.

Es ist Fightweek! Deutschlands Boxlegende Marco Huck (43-5-1) will es mit 41 Jahren noch einmal wissen und kehrt in den Ring zurück. Huck begeisterte über viele Jahre hinweg ein Millionenpublikum und gilt gemeinsam mit Johnny Nelson als Rekordhalter im Cruisergewicht für die meisten WM-Titelverteidigungen in der Geschichte. Selbstverständlich schlägt ein Comeback eines derart erfolgreichen Boxers hohe Wellen.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass seit seiner Niederlage im September 2017 gegen den P4P-Boxer Oleksandr Usyk sportlich nicht mehr viel von Huck kam. Seit rund anderthalb Jahren blieb er zudem ohne Kampf, möchte nun aber noch einmal zur großen Attacke blasen. Dies geschieht auch verbal im Vorfeld, denn Huck ließ es sich nicht nehmen, neben forschen sportlichen Zielen auch den ein oder anderen Seitenhieb zu verteilen.

Huck trifft auf den tschechischen Meister Pejsar

Vaclav Pejsar demolierte Dmitry Kudryashov in Russland und verlor dennoch.

Huck boxt am Samstag in der Heristo-Arena in Halle (NRW), wo sein weltmeisterlicher Run einst begann. Im August 2009 wurde er dort WBO-Weltmeister mit einem Sieg über Victor Emilio Ramirez. Es wird entsprechend eine emotionale Rückkehr für Huck, die zugleich aber auch den Startschuss für ein neues, hoffentlich erfolgreiches Kapitel markieren soll.

Er trifft nun auf den amtierenden tschechischen Cruisergewichtsmeister Václav Pejsar (26-22). Ein Aufbaugegner mit gemischter Kampfbilanz, den es allerdings nicht zu unterschätzen gilt. Pejsar ist durchaus eine sportliche Wahl und präsentierte sich zuletzt gut in Schuss, was der Titelgewinn im vergangenen November in Prag unter Beweis stellte. Zudem gilt Pejsar als harter Fighter, der bereits mit zahlreichen Topmännern über die Runden ging – unter anderem mit dem deutsch-türkischen WM-Contender Hüseyin Cinkara, der als gefährlicher Puncher bekannt ist und Pejsar in zehn Runden nicht stoppen konnte.

Entsprechend unwahrscheinlich erscheint es, dass Huck bei seinem Comeback den Tschechen mit Leichtigkeit in die Knie zwingt. Stattdessen darf man von einem unterhaltsamen und harten Kampf ausgehen, in dem sich beide Männer nichts schenken werden. Für Huck ist der Sieg keineswegs garantiert, und er muss unter Beweis stellen, dass er auch im Jahr 2026 noch einen tschechischen Meister über zehn Runden bezwingen kann.

Huck möchte den ein oder anderen Hype beenden

Marco Huck möchte bei seiner Rückkehr einige Hypes beenden.

Wenn es nach Huck geht, soll Pejsar nur eine kleine Zwischenstation darstellen. In einem kürzlich erschienenen Interview gab Huck an, dass er noch „einige Kämpfe“ in diesem Jahr plane. Zudem erklärte er selbstbewusst, dass er noch in diesem Jahr wieder Weltmeister werden wolle. Ein enorm forsches Ziel, das womöglich auch unrealistisch anmutet. Doch im Boxen ist eine Weltmeisterschaft stets auch eine Frage der Definition: Handelt es sich um einen kleineren Weltverband, um einen Interims-Titel oder vielleicht um einen Vorstoß in das schwächer besetzte Bridgergewicht?

Viele Optionen bieten sich grundsätzlich an, doch Huck muss zunächst unter Beweis stellen, dass seinen Worten auch Taten folgen. Er muss aktiv bleiben, verletzungsfrei durch das Jahr kommen und am Samstag selbstverständlich den nicht ungefährlichen Pejsar bezwingen – andernfalls erledigen sich sämtliche WM-Ambitionen bereits im Ansatz.

Wie ernst Huck sein Comeback meint, zeigte ein Posting vor einigen Tagen. Darauf präsentierte er sich gemeinsam mit dem Berliner Schwergewichtstalent Eyman Chamdid. Dazu kommentierte Huck mit einer Aussage, die aufhorchen ließ: „Einige, die momentan in der Szene so gehypt werden, sollten sich warm anziehen …“

Huck zeigt sich also angriffslustig, auch im Vorfeld des Kampfes. Doch wen könnte er damit meinen? Neben Usyk genießen aktuell insbesondere zwei Boxer einen enormen Hype im Schwergewicht: zum einen das junge britische Talent Moses Itauma, zum anderen Deutschlands Schwergewichtsstar Agit Kabayel. Könnte Huck bereits einen der beiden ins Visier genommen haben? Durchaus möglich – doch zunächst muss er am Samstag gegen Pejsar ein erfolgreiches Comeback feiern.

Sparringpartner Eyman Chamdid zeigte sich schon beeindruckt vom Ex-Weltmeister: „Marco Huck ist im Sparring extrem fokussiert und körperlich stark. Man spürt jede Aktion, seine Power ist real!“, so das Talent aus Berlin.


Huck-Comeback live auf DAZN – Tickets auf Eventim

Am Samstag live auf DAZN: Huck vs. Pejsar

Ob Huck bei seinem Comeback-Versuch tatsächlich noch einmal international ganz oben angreifen kann, wird sich maßgeblich am 14. Februar in der Heristo-Arena in Halle (NRW) zeigen. Tickets sind bei Eventim ab 16 Euro erhältlich. Neben Huck werden zahlreiche weitere Boxer im Einsatz sein, darunter bekannte Namen wie Bujar Tahiri (21-0) oder der Lucas-Browne-Bezwinger Arman Khudoyan (7-0).

Der Streamingdienst DAZN wird ab 16 Uhr live übertragen. Alternativ besteht zudem die Möglichkeit, die Veranstaltung per PPV über Fight24 zu verfolgen.

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1 Kommentar

  1. Mal schön auf dem Teppich bleiben Muamar.
    Kabayel und Itauma sind definitiv zu stark.
    Entweder Profilneurose oder Geld knapp.
    Ansonsten für mich nicht nachvollziehbar mit 41 noch ein Comeback zu starten.

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