Liam Wilson siegt erneut in einer Schlacht gegen Youssef Dib!

Das Rematch zwischen Liam Wilson und Youssef Dib.

In einem sehr harten und unterhaltsamen Kampf in Australien bleibt Liam Wilson erneut erfolgreich, muss dabei aber alles im Ring lassen.

Am heutigen Samstag fand eine interessante Freiluftveranstaltung im South Bank Piazza in South Brisbane, Australien, statt. Die Ace Boxing Group lud in Kooperation mit No Limit Boxing zum Kampfabend ein, der auf Fox Sports Australia übertragen wurde. Insgesamt fünf Kämpfe wurden ausgetragen, wobei der Hauptkampf mit Spannung erwartet wurde, da der erste Kampf als eines der Highlights des australischen Boxjahres 2024 galt.

Liam Wilson und Youssef Dib liefern sich eine echte Schlacht!

Liam Wilson vs. Youssef Dib ll

Im Juli letzten Jahres standen sich bereits Liam Wilson (15-3) und Youssef Dib (21-3) gegenüber. In einem ausgeglichenen Leichtgewichtskampf konnte sich damals Wilson in der siebten Runde vorzeitig durchsetzen. Es war eines der Box-Highlights des Jahres 2024 in Australien, weshalb das Publikum nun mit Spannung auf das Rematch wartete. Doch diesmal sahen die Zuschauer einen von Beginn an drückend überlegenen Wilson, der Dib in den ersten beiden Runden jeweils zu Boden schlug. Ein vorzeitiges Ende schien greifbar.

Doch Dib gab nicht auf und kam in der dritten Runde stark zurück. Fortan entwickelte sich eine brachiale Schlacht, in der beide Kämpfer konstant ihre Momente hatten. Besonders beeindruckend war das natürlich seitens Dib, der bereits wie der sichere Verlierer aussah und dann plötzlich mehrere harte Runden für sich entscheiden konnte. Der Eindruck verstärkte sich noch dadurch, dass Wilson in der zweiten Kampfhälfte konditionell zu schwächeln begann. Könnte Dib den Kampf noch drehen und vielleicht das spektakulärste Comeback des Jahres hinlegen?

Zwischenzeitlich kam es zu bösem Blut zwischen beiden Boxern, was in Runde 9 in einem absichtlichen Tiefschlag von Wilson gipfelte. Er feierte sich sogar danach, woraufhin der Ringrichter sofort einen Punkt abzog – der Tiefpunkt eines ohnehin hitzigen Gefechts. In der zehnten Runde feuerten beide Kämpfer noch einmal alles heraus, und spätestens zu diesem Zeitpunkt stand das Publikum Kopf. Sie erlebten zehn brutal geführte Runden, in denen sich beide Boxer nichts schenkten. Am Ende war die Hypothek von zwei frühen Niederschlägen jedoch zu groß für Dib, der einstimmig nach Punkten verlor (95-92, 96-91, 96-91). Dennoch können beide Boxer stolz auf ihre Leistung sein. Sie gaben alles im Ring und lieferten den Fans ein echtes Spektakel.

John Mannu stoppt Jalen Tait vorzeitig

John Mannu

Auch das Co-Mainevent wurde mit Spannung erwartet. In einem IBF-Titelkampf im Superleichtgewicht trafen John Mannu (15-1-1) und Jalen Tait (16-2) aufeinander. Experten prognostizierten einen völlig offenen Kampf, was sich auch in den Wettquoten widerspiegelte – beide Boxer wurden mit einer Quote von 1,95 bewertet, eine im Boxsport enorm seltene Ausgangslage.

Doch im Ring zeigte sich ein völlig anderes Bild. Beide Boxer kämpften aus der Rechtsauslage, und während Tait versuchte, den Kampf aktiv zu gestalten, wurde er immer wieder von Mannu geschickt ausgekontert. Mannu nutzte sein Timing perfekt und erwischte Tait bereits in der ersten Runde mit einem harten Treffer, der ihn ins Wanken brachte. Zudem erlitt Tait frühzeitig einen Cut. Obwohl er weiterhin versuchte, technisch zu überzeugen, agierte er in seinen Offensivaktionen zu offen.

In Runde 3 kam es dann, wie es kommen musste: Mannu schlug erneut präzise in eine Aktion von Tait hinein und schickte ihn mit einem krachenden Treffer zu Boden. Zwar stand Tait noch einmal auf und versuchte weiterzukämpfen, doch wenig später sprang der Ringrichter folgerichtig dazwischen und beendete das ungleiche Duell. Damit feierte Mannu einen starken und vorzeitigen Sieg, mit dem vorab wohl nur die wenigsten gerechnet hatten.

Jack Bowen punktet Abilkhaiyr Shegaliyev aus

Jack Bowen vs. Abilkhaiyr
Shegaliyev

Im Supermittelgewicht wollte sich Jack Bowen (11-1) seinen elften Profisieg sichern. Im September 2022 musste er überraschend eine Niederlage gegen den ehemaligen IBO-Titelträger Renold Quinlan (17-16) hinnehmen, konnte seitdem jedoch drei solide Siege einfahren. Nun traf er auf den Kasachen Abilkhaiyr Shegaliyev (9-2-1), der zum ersten Mal in Australien antrat und seine Chance nutzen wollte.

Doch im Kampf selbst dominierte Bowen von Beginn an. Er setzte konsequent seinen Jab ein und punktete damit kontinuierlich. Shegaliyev blieb hingegen zu passiv und agierte insgesamt zu verhalten. Nur selten verkürzte er entschlossen die Distanz oder brachte sich in eine vorteilhafte Position – ein gefundenes Fressen für Bowen, der das Geschehen kontrollierte.

In der zweiten Kampfhälfte wurde der Kampf etwas offener, und beide Boxer landeten einzelne harte Treffer. Dennoch blieb Bowen in jeder Runde überlegen und sicherte sich einen ungefährdeten Sieg über die Distanz.

Das sahen auch die Punktrichter so: Sie werteten den Kampf einstimmig mit 3× 80-72 für Bowen. Shegaliyev konnte dem Australier boxerisch nicht das Wasser reichen und investierte zu wenig in die Offensive, um den Sieg mit nach Hause zu nehmen.

Brianna Harrison ist neue australische Superfliegengewichtsmeisterin

Brianna Harrison

Das australische Frauenboxen auf nationaler Ebene zählt zu den großen Attraktionen des Sports. Immer wieder liefern sich die Athletinnen harte, sehenswerte Kämpfe – so auch an diesem Samstag beim Titelkampf im Superfliegengewicht. Titelverteidigerin Nicila Costello (5-5-1) verteidigte erstmalig jenen Titel und galt als knapper Außenseiter gegen Herausforderin Brianna Harrison (3-1).

Von Beginn an gingen beide Boxerinnen ein enorm hohes Tempo. Harrison zeigte sich technisch versierter, hatte jedoch Schwierigkeiten mit der hohen Aggressivität von Costello. Überraschenderweise landete Costello immer wieder ihre weit geschlagene rechte Hand, obwohl Harrison diese eigentlich gut hätte erkennen müssen. Doch ab der zweiten Runde wurde Harrison selbst aktiver und nutzte ihre technische Überlegenheit auch im Infight gekonnt aus. Trotzdem schenkten sich beide Damen nichts und lieferten einen packenden Kampf. Besonders in den Runden fünf und sieben konnte Costello stark zurückkommen, sodass die Entscheidung letztlich in der Schlussrunde fallen musste.

In Harrisons Ecke war man sich der Bedeutung der finalen Runde bewusst – Trainer und Boxerin schrien sich gegenseitig lautstark an. Angetrieben von dieser Motivation stürmte Harrison auf Costello los, um sich den Titel unbedingt zu sichern. Nach weiteren intensiven zwei Minuten war klar, dass Harrison diesen Kampf knapp für sich entscheiden würde. Die Punktrichter sahen es ebenso und werteten den Kampf einstimmig mit 77-75, 78-74 und 79-73 für Harrison – wobei die letzte Wertung zu deutlich ausfiel.

Cruisergewichtler Floyd Masson bezwingt einen zähen Austine Nnamdi

Floyd Masson vs. Austine Nnamdi

Den Auftakt der Fox-Übertragung lieferte das international renommierte Cruisergewicht Floyd Masson (15-2). Der ehemalige IBO-Titelträger hatte seinen letzten Kampf in Polen nur hauchdünn nach Punkten gegen Mateusz Masternak (49-6) verloren und wollte nun mit einem Sieg zurück auf die Erfolgsspur. Sein Gegner war der Nigerianer Austine Nnamdi (11-5), der sich jedoch als harte Nuss erwies.

Der Kampf begann verhalten, mit einem beweglichen Masson, der auf Konterchancen lauerte, während Nnamdi sich taktisch anpasste und nicht ungestüm nach vorne stürmte. Ab der dritten Runde nahm die Intensität jedoch zu. Masson erlitt einen Cut am Auge und wirkte phasenweise angeschlagen. In Runde vier drehte Nnamdi auf und setzte dem Australier zunehmend zu, wodurch sich das Tempo des Kampfes deutlich erhöhte. Es kam zu intensiven Schlagabtauschen, bei denen Masson am Ende die bessere Physis bewies. In der achten Runde brachte er Nnamdi mit einem harten Treffer ins Wanken, doch der Nigerianer blieb auf den Beinen.

Trotz der Niederlage lieferte Nnamdi eine starke Leistung ab. Zwar verlor er die meisten Runden, doch er zeigte enormen Widerstand gegen einen international erfahrenen Gegner. Gegen viele andere Cruisergewichtler hätte seine Performance wohl für einen Sieg gereicht – doch nicht gegen Masson. Dieser gewann letztlich verdient mit 2× 79-73 und 80-72 und träumt nun wieder von großen Kämpfen.

Keith Thurman und Tim Tszyu erleben eine starke Veranstaltung

Keith Thurman und Tim Tszyu kommentierten das Event.

Insgesamt wurde den Zuschauern in Australien eine hochklassige Boxveranstaltung geboten, die auch die Weltklasseboxer Keith Thurman (30-1) und Tim Tszyu (24-2) vor Ort begeisterte. Beide waren als Experten am Mikrofon im Einsatz und kommentierten das Geschehen. Die Veranstaltung diente zudem als Plattform, um das bevorstehende PPV-Event zu bewerben.

Hannoveraner Besir Ay bestreitet das Co-Main-Event des australischen PPV-Events!

Möchte am 12. März seine große Gelegenheit in Australien nutzen: Besir Ay gegen Michael Zerafa.

Der ehemalige Weltmeister Keith Thurman wird am Mittwoch, den 12. März, in Sydney, Australien, den Hauptkampf eines 70-Dollar-PPV-Events bestreiten. Er trifft im Superweltergewicht auf Brock Jarvis (22-1).

Besondere Aufmerksamkeit gilt jedoch auch dem Co-Main-Event: Der Hannoveraner Besir Ay (19-1) träumt von einem großen internationalen Sieg. Der ehemalige deutsche Meister (BDB) im Mittelgewicht wird um den WBO-Intercontinental-Titel gegen den erfahrenen Australier Michael Zerafa (32-5) kämpfen.

Zerafa hatte im März letzten Jahres die Chance, in Las Vegas um die WBA-Weltmeisterschaft gegen Erislandy Lara (31-3-3) zu boxen, musste sich jedoch frühzeitig geschlagen geben. Mit einem Sieg über den Deutschen mit kurdischen Wurzeln möchte er sich erneut für internationale Topkämpfe empfehlen. Doch Ay ist sich der Tragweite dieser Gelegenheit bewusst – und will mit einem Ausrufezeichen auf der internationalen Bühne für Aufsehen sorgen.

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