
Der Deutsche Boxsport-Verband setzt ein deutliches Zeichen und verpflichtet mit Humberto Horta Dominguez einen der renommiertesten Trainer des olympischen Boxens. Der 59‑jährige Kubaner soll den Nationalkader neu ausrichten und Deutschland wieder näher an die internationale Spitze führen.
Der Neue ist da: Mit Humberto Horta Dominguez hat der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) einen der erfahrensten und erfolgreichsten Trainer des olympischen Boxens an seine Spitze geholt. Seit dem 1. Februar 2026 verantwortet der 59‑jährige Kubaner den deutschen Nationalkader – ein Mann, der in mehr als drei Jahrzehnten internationaler Arbeit zahlreiche Weltmeister und Olympiamedaillengewinner entwickelt und geformt hat, teilte der DBV am Dienstag mit.
Horta Dominguez prägte über Jahre das kubanische Erfolgsmodell, bevor er seine Expertise nach Russland, Aserbaidschan und zuletzt Frankreich brachte. Die Liste der Top-Athleten, die unter seiner Anleitung zu olympischen Titelträgern wurden, liest sich wie ein Who’s who des modernen Amateurboxens: Yan Barthelemy, Guillermo Rigondeaux, Odanier Solis, Robeisy Ramirez, Roniel Iglesias, Emilio Correa, Yudel Johnson, Yordenis Ugas, Lázaro Álvarez und Erislandy Álvarez – Namen, die für technische Brillanz, taktische Reife und internationale Dominanz stehen.
Nun soll diese Erfahrung dem deutschen Boxen zugutekommen. Am neuen DBV‑Zentrum in Heidelberg übernimmt Horta Dominguez die sportliche Gesamtverantwortung für den Nationalkader. Dort, wo der Verband seine Strukturen zunehmend bündelt, soll er nicht nur Talente formen, sondern „nachhaltige Hochleistungsstrukturen“ etablieren – ein Auftrag, der weit über das Tagesgeschäft hinausreicht.
Der neue Cheftrainer selbst zeigt sich hochmotiviert. Die ersten Gespräche mit Verband, Trainerteam und Athletinnen und Athleten seien „sehr gut und fruchtbar“ gewesen, sagt er. Man stehe am Beginn eines neuen olympischen Zyklus, und er wolle seine internationale Erfahrung einbringen, „um uns Schritt für Schritt näher an die Medaillenränge zu führen“.
Auch DBV‑Präsident Farid Vatanparast macht keinen Hehl daraus, welche Bedeutung dieser Personalentscheidung zukommt. Die Auswahl sei groß gewesen, die Entscheidung am Ende einstimmig. Horta Dominguez bringe genau die Kompetenz mit, die nötig sei, um das deutsche Boxen wieder dort zu platzieren, „wo wir einst einmal waren“. Für die Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles formuliert der Verband klare Erwartungen: Mit dem neuen Konzept und diesem Cheftrainer sollen Medaillen wieder realistische Ziele sein.
Deutschlands aktuell erfolgreichste olympische Boxerin, Leonie Müller‑Ayee, sieht in der Verpflichtung ebenfalls ein starkes Signal. „Ein Cheftrainer aus der kubanischen Schule – besser kann es für uns nicht laufen“, sagt die Halbmittelgewichtlerin (-70 kg) gegenüber Boxen1.com. Von den Besten lerne man am meisten, betont sie. Müller‑Ayee ist entschlossen, gemeinsam mit Horta Dominguez die ambitionierten Ziele anzugehen und den Weg Richtung olympisches Edelmetall einzuschlagen. Konsequent.














