„Ich kämpfe für meinen toten Trainer“
Exklusivinterview von unserer Boxing.pro-Mitarbeiterin Sandy Spiess
Der 28-Jährige in Köln lebende Konni Konrad boxt im Halbschwergewicht. Seine fast makellose Kampfbilanz enthält 21 Kämpfe, davon 20 Siege (10 K.O.) und nur 1 Niederlage. Seit Mai 2013 gehört er zur Boxpromotion des IBF-Weltmeisters und Promoters Felix Sturm. Seither hat Konni „Koko“ Konrad 2 Kämpfe erfolgreich bestritten.

Rückblick: Sein letzter Kampf war im Dezember 2013, den Gegner Leo Tchoula bezwang er nach 5 Runden harter Arbeit durch TKO in Runde 5. Eigenes Resümee:
„Es gibt immer etwas zu verbessern, man macht immer irgendwelche Fehler. Ich habe mir den Kampf angeschaut und analysiert, ich habe daraus gelernt. Dennoch bin ich mit dem Ergebnis zufrieden, ich habe schließlich auch vorzeitig gewonnen. Der Einstieg in den Kampf war gut. Ich habe etwas länger für den vorzeitigen Sieg gebraucht, aber habe ihn bis dahin dennoch sauber ausgeboxt.“
Der nächste Kampf

Konni Konrad wird eine auf 12 Runden angesetzte Pflichtverteidigung bestreiten. Für ihn geht es um die Verteidigung seines „WBA International light heavyweight title“. Für dieses Match musste kurzfristig ein anderer Gegner engagiert werden: „Ich musste leider kurzfristig den Gegner wechseln, da der ursprünglich angedachte Gegner sich die Hand gebrochen hat. Somit musste ich mit der Analyse und der Strategievorbereitung noch mal von vorne beginnen.“
Als kommende Aufgabe wird Konni Konrad nun den Franzosen Mehdi Amar (31) vor die Fäuste bekommen. Seine Kampfbilanz beinhaltet bisher 32 Kämpfe, davon 27 Siege (15 K.O.), 4 Niederlagen (1 K.O.) und 1 Unentschieden. „Ich habe mir zusammen mit meinem Trainer seine Boxrec-Seite und Videos von seinen Kämpfen angeschaut. Ich freue mich auf den Kampf“. Der aus der Analyse entstandene Schlachtplan lautet: „Mein Gegner wird versuchen mich auf Distanz zu halten und mit langen Händen zu arbeiten. Mein Ziel ist es das zu unterbrechen, im Infight zu arbeiten, nach vorne marschieren und ihn mit Konterschlägen zu überraschen. Ich möchte ihn vorzeitig runter bekommen und vorzeitig siegen!“. Die Mission und klares Ziel: „ich will unbedingt Weltmeister werden!“
Die Vorbereitungen

In Gedenken an den toten Trainer

Sein ehemaliger Trainer & Ex-Boxweltmeister Stefan Raaff (45) wurde am Abend des 10. Dezember 2012 heimtückisch erschossen. Für Konni Konrad war er nicht nur Trainer und Mentor, sondern auch Entdecker seines Talents, der dem jugendlichen Konni Konrad eine Perspektive abseits der Straße bot. „Er hat mich damals entdeckt und gefördert. Ich bin als Jugendlicher im Jugendzentrum abgehangen. Er kam zu uns und hat uns zum Training in ein Kampfsportzentrum eingeladen. Meine Schwester, meinen Bruder und mich. Wir sind hin gegangen, und es hat uns gefallen. Er hat uns damit von der Straße weg geholt. Ein halbes Jahr lang durfte ich regelmäßig trainieren, dann bekam ich bereits meinen ersten Boxkampf. Stefan Raaff hat mich auch bei meinen Amateurkämpfen begleitet. Ich habe auch verschiedene Meisterschaften mitgemacht und gewonnen“. Seinen nächsten Kampf widmet er daher dem für ihn besonderen Menschen. „ Ich bin ihm sehr dankbar für das was er für mich und meine Familie gemacht hat, für die gemeinsame Zeit in meiner Jugend und meine Karriere. Stefan Raaff war ein toller Mensch! Ich möchte ihm meinen Kampf widmen, damit er nicht vergessen wird!“
Das langfristige sportliche Ziel lautet für Konni Konrad wie bereits erwähnt ganz klar Weltmeisterschaft. „Ich möchte mich die Ranglisten hochboxen und eine WM-Chanche bekommen. Ich möchte Weltmeister werden, auch für meinen toten Trainer Stefan Raaff!
Eine Bitte an die Fans

„Ich werde für Serbien und Bosnien kämpfen. Ich möchte allen Familien die von den schweren Überflutungen und Erdrutschen in Bosnien, Serbien und Kroatien betroffen sind viel Glück wünschen! Auch wenn viele Ihre Häuser und Grundstücke verloren haben, hoffe ich sehr dass alle, durch unsere Unterstützung gemeinsam alles wieder aufbauen können. Deshalb rufe ich jeden auf der helfen will und davon mitbekommen hat, dass ihr so viel spendet wie ihr könnt. Kleidung, Nahrung und Medikamente werden sehr dringend gebraucht. Die Bosnische Gemeinde Köln hat einen Sammelpunkt, wo alle Sachen sortiert werden und per LKW nach Bosnien, Serbien und Kroatien verschickt werden.
Die Sachen können bei dieser Adresse abgegeben werden:
Vogelsangerstraße 210
in 50825 Köln
Vielen Dank an Konni Konrad für das freundliche Interview mit Boxing.pro















