Kokain, Haschisch und Marihuana von der NADA und der WADA in der wettkampffreien Zeit nicht verboten

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Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA, englisch World Anti-Doping Agency) ist eine internationale Organisation mit Sitz in Montreal, die weltweit Maßnahmen gegen Doping im Leistungssport organisiert. Die WADA sorgt für die Kontrolle der Sportler während der Trainingsphasen und während der Wettkämpfe. Dazu dienen angemeldete ebenso wie überraschend angesetzte Besuche an den Trainingsorten oder zu Hause bei den Athleten.

Untersuchungsmethoden sind Urintests, Bluttests und andere medizinisch angezeigte Maßnahmen. In insgesamt 34 autorisierten WADA-Labors werden die doppelt erhobenen Proben (A- und B-Probe) auf verbotene Substanzen (beispielsweise EPO) oder Methoden (zum Beispiel Blutdoping) untersucht.

Grundlage dieser Bestrebungen ist der WADA-Code und die jährlich aktualisierte Verbotsliste (Prohibited List). Diese Verbotsliste gilt weltweit und für alle Sportarten, die dem Welt-Anti-Doping-Code (WADC) unterliegen.

Anti-Doping-Regeln

Die WADA verfolgt eine rigorose Null-Toleranz-Haltung gegenüber Doping. Die derzeitigen Anti-Doping-Regeln sehen vor, dass Athleten sieben Tage die Woche eine Stunde lang für unangemeldete Kontrollen verfügbar sein müssen. Ferner müssen sie verbindlich drei Monate im Voraus festlegen, wo sie wann auffindbar sind. Die Kontrolleure sind angehalten, im Zweifelsfalle, also auch bei kleinen Formal-Fehlern gegen den Athleten zu entscheiden. Drei Verstöße binnen 18 Monaten gelten als positive Dopingprobe und ziehen eine automatische Sperre nach sich.

Kritik

Die Reaktionen seitens der Athleten auf die harte WADA-Linie sind sehr verschieden. Insbesondere vom Fußball wird die WADA hart kritisiert.

Unisono beschreiben die Fußballorganisationen FIFA (Weltfußballverband), UEFA (europäischer Fußballverband) und der DFB die WADA-Methoden als übertrieben. FIFA-Präsident Sepp Blatter bezeichnete die Überwachung als „Hexenjagd“ und halten die Dopingtestpflicht während eines Urlaubes als „inakzeptabel“. Dieses Urteil wurde auch im Namen der UEFA gefällt, und auch DFB-Präsident Theo Zwanziger nannte die WADA-Maßnahmen „übertrieben“. Wada-Sportdirektor David Howman reagierte auf diese Äußerungen „entsetzt“ und drohte mit einem Olympiaausschluss für die Sportart Fußball.

Tennisspieler Rafael Nadal, Ex-Fußballer Michael Ballack und Stabhochspringer Danny Ecker kritisierten diese Regelungen scharf. „Wir fühlen uns durch die Meldepflicht wie Kriminelle. Das ist Verfolgungswahn und nicht fair […] Ich bin der Erste, der einen fairen und vollkommen sauberen Wettbewerb will [… Aber] Es ist besonders im Tennis oft sehr schwierig zu sagen, wo man sich am nächsten Tag aufhält“, schimpfte Nadal im Januar 2009.

Die WADA gibt allerdings zwei verschiedene Verbotslisten vor und unterscheidet hierbei zwischen Substanzen und Methoden, die zu allen Zeiten verboten sind (in und außerhalb von Wettkämpfen) und zwischen im Wettkampf verbotene Wirkstoffe und Methoden.

Hier die aktuelle Verbotsliste der WADA:

Verbotene Substanzen und Methoden

Zehn verschiedene Substanzklassen (S0 bis S9), drei Arten von verbotenen Methoden (M1 bis M3) sowie zwei Substanzklassen (P1, P2), die nur in bestimmten Sportarten verboten sind, stehen auf der weltweit gültigen Verbotsliste der Welt Anti-Doping Agentur (WADA). Welche Substanzen und Methoden auf die Verbotsliste aufgenommen werden, entscheidet ein Gremium der WADA, besetzt mit internationalen Experten: die sogenannte List Expert Group. Dabei werden Substanzen und Methoden nach drei Kriterien beurteilt: ob sie leistungssteigernd wirken, ob sie die Gesundheit schädigen und ob sie dem Geist des Sports widersprechen. Die Verbotsliste wird einmal jährlich überarbeitet. In Ausnahmefällen, wenn aktuelle und dringende Hinweise eines Missbrauchs vorliegen, kann sie auch vor Ablauf eines Jahres geändert werden. Sie enthält alle Wirkstoffe und Methoden, die verboten sind. Dabei ist die Verbotsliste aufgeteilt in Substanzen und Methoden, die jederzeit verboten sind, Substanzen, die nur im Wettkampf verboten sind und Substanzen, die nur in einigen Sportarten verboten sind.

Inhalt der Verbotsliste:

Substanzen und Methoden, die zu allen Zeiten verboten sind (in und außerhalb von Wettkämpfen)

S0. Nicht zugelassene Substanzen
Dies sind Substanzen, die zurzeit nicht durch eine staatliche Gesundheitsbehörde für die therapeutische Anwendung beim Menschen zugelassen sind.
S1. Anabole Substanzen
Die „klassischen“ Anabolika sind sogenannte Steroidhormone (kurz: Steroide), die strukturell vom Sexualhormon Testosteron abgeleitet sind. Beispiele für diese Gruppe sind, neben den Steroiden Testosteron, Nandrolon und Stanozolol, auch Clenbuterol, das eine anabole Wirkung aufweist.
S2. Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika
Eines der bekanntesten Mittel aus dieser Gruppe ist Epo (Erythropoetin), ein körpereigenes Hormon, das in der Niere gebildet wird und die Aufgabe hat, die Produktion roter Blutkörperchen zu stimulieren. Weitere Beispiele für Substanzen aus Gruppe S2. sind CERA, hGH, LH, Xenon.
S3. Beta-2-Agonisten
Beta-2-Agonisten sind in Arzneimitteln zur Behandlung von Asthma enthalten. Beispiele sind Fenoterol, Reproterol, Vilanterol.
S4. Hormone und -Stoffwechsel-Modulatoren
Zu dieser Gruppe gehören Insulin, Aromatase-Hemmer, selektive Estrogen-Rezeptor-Modulatoren und andere anti-estrogene Substanzen.
S5. Diuretika und Maskierungsmittel
Diuretika sind Substanzen, die auf die Niere einwirken und zu einer vermehrten Harnausscheidung führen. Beispiele sind Furosemid, Hydrochlorothiazid und Probenecid.
M1. Manipulation von Blut und Blutbestandteilen
Als Manipulation von Blut und Blutbestandteilen sind u.a. Bluttransfusion, Blutplasmaspende und Dialyse verboten.
M2. Chemische und physikalische Manipulation
Darunter fallen z.B. die chemische Manipulation von Proben, der Urinaustausch oder intravenöse Infusionen. M3. Gendoping
Zu Gendoping gehören die Übertragung von Erbinformation und Anwendung von normalen und genetisch veränderten Zellen.

Im Wettkampf verbotene Wirkstoffe und Methoden

S6. Stimulanzien
Stimulanzien sind Aufputschmittel, die sowohl die körperliche als auch psychische Leistungsfähigkeit kurzfristig verbessern können. Beispiele sind Amphetamine, Ephedrin, Kokain, Methylphenidat.
S7. Narkotika
Narkotika haben stark schmerzlindernde Wirkungen. Hierzu gehören u.a. Fentanyl, Morphin, Oxycodon. S8. Cannabinoide Cannabinoide sind Substanzen, die aus Hanf extrahiert oder künstlich hergestellt werden und den Wirkstoff Tetrahydocannabinol (THC) beinhalten. Beispiele sind Haschisch, Marihuana.
S9. Glucocorticoide
Glucocorticoide werden in Medikamenten gegen Asthma, Allergien und Entzündungen eingesetzt. Zu den Glucocorticoiden gehören z.B. Dexamethason, Hydrocortison und Prednisolon. Bei bestimmten Sportarten verbotene Wirkstoffe
P1. Alkohol
Alkohol ist neben alkoholischen Getränken auch in einigen pflanzlichen Arzneimitteln zu finden und nur in einigen Sportarten im Wettkampf verboten.
P2. Beta-Blocker
Beta-Blocker sind in Medikamenten gegen Bluthochdruck, Migräne und Herzkrankheiten enthalten und nur in bestimmten Sportarten verboten.

 Das heißt, dass zum Beispiel die bekannten Drogen wie Kokain, Haschisch und Marihuana nur im Wettkampf verboten sind. Was bedeutet, dass Kokain, Haschisch und Marihuana bei der WADA in der wettkampffreien Zeit nicht auf der Verbotsliste steht.

Kokain, Haschisch und Marihuana bei der NADA und der WADA in der wettkampfreien Zeit nicht verboten

Bei der freiwilligen Anti-Doping-Administration VADA gilt Kokain allerdings als verbotene Substanz, bei der Welt-Antidoping-Agentur ist sie in wettkampffreien Zeiten erlaubt. Das heißt also, dass alle Olympia-Sportler in Ihrer Freizeit bzw. in ihrer wettkampffreien Zeit Drogen konsumieren könnten ohne dass sie mit einer Sanktion rechnen müssten, auch wenn diese Drogen bei einer unangemeldeten Kontrolle festgestellt würden. Das Olympische Komitee (IOC) arbeitet übrigens ausschließlich mit der WADA zusammen. Für die deutsche nationale Anti Doping Agentur NADA gelten übrigens die gleichen Vorgaben wie sie auch für die WADA gelten.