Kevin Boakye und Helmut Ofori boxen am Samstag in Hamburg

Geballte hanseatische Power am Samstag bei Boxen im Norden mit Kevin Boakye und Helmut Ofori.
Fotos: Torsten Helmke

Bei der Kult-Veranstaltung „Boxen im Norden“ finden am 3. Oktober neben zahlreichen Titelkämpfen auch spannende Duelle mit Lokalmatadoren statt.

Am 3. Oktober wird der Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Für Boxsportfreunde bedeutet dieser Tag aber zugleich auch immer interessantes Profiboxen. „Boxen im Norden“ ist die Kult-Veranstaltung in Hamburg und hat sich seit Jahren als feste Institution im Boxen etabliert. Promoter Thomas Nissen überzeugt die Zuschauer mit einer interessanten Mischung aus musikalischen Darbietungen, erstklassigen Kämpfen und einer pickepackevollen, lauten Großen Freiheit 36 direkt auf der Reeperbahn, die dem Boxen noch einmal einen ganz eigenen Charme verleiht.

Eine weitere Besonderheit von „Boxen im Norden“ sind die festen Terminierungen. Stehen bei anderen Promotions die Kampfdaten lange nicht fest, so können sich die Boxsportfreunde exakt zweimal im Jahr auf die Veranstaltung in der Hansestadt freuen: einmal am 1. Mai und dann am 3. Oktober. Dies führt zu Planungssicherheit und zugleich entwickelt man damit ein wiederkehrendes Muster, das im Gedächtnis bleibt.

Promoter Thomas Nissen verspricht einen vollen Abend mit Kämpfen auf Augenhöhe

Promoter Thomas Nissen
© Torsten Helmke

Auch bei der kommenden Veranstaltung am Samstag wird sportlich einiges geboten. So stehen neben vier WBF-Titelkämpfen auch sechs weitere Duelle an, die insbesondere mit spannenden Lokalmatadoren besetzt sind.

„Die Fans können wie immer erwarten, dass es laut, eng und voll wird. Wir werden ein super Showprogramm haben“, sagte Promoter Thomas Nissen mit Blick auf Samstag und versprach: „Wir werden nur gute Gegner nehmen und Kämpfe auf Augenhöhe präsentieren.“

Hamburg statt Las Vegas für Kevin Boakye

Boxen: Boxen im Norden, Hamburg, 03.10.2024
Kevin Boakye (GER) – Florian Wildenhof (GER)
© Torsten Helmke

Eine der spannendsten Personalien Hamburgs ist dabei Kevin Boakye (5-0). Der renommierte Amateurboxer konnte bislang jeden Profikampf vorzeitig gewinnen und sich somit international einen hervorragenden Ruf erarbeiten. Dies führte zu einem Signing in Übersee, wo er auch bei Dana Whites Zuffa Boxing vorgesehen ist. Nach zwei Kämpfen in Mexiko und zuletzt einem in Kanada ist Boakye heiß darauf, endlich wieder in seiner Hansestadt zu kämpfen.

„Es freut mich riesig, nach genau zwei Jahren wieder in meiner Heimatstadt boxen zu können – schließlich habe ich hier meinen Lebensmittelpunkt. Ich denke, das wird ein spannender Abend mit guten Kämpfen und einer noch besseren Performance von mir!“, gab Boakye hochmotiviert auf Boxen1-Nachfrage an.

Sein kommender Kampf ist auf sechs Runden im Halbschwergewicht angesetzt. Hierfür misst sich Boakye mit dem ehemaligen WBO-Juniorenweltmeister Shaun Cooper (13-9). Der Brite stellt keine Laufkundschaft dar und gilt als tougher Mann. Er blickt auf einen großen Erfahrungsschatz zurück und stellte sich bereits zahlreichen Weltklasseboxern auf der Insel. Folglich dürfte Boakye einiges investieren müssen, um den sechsten vorzeitigen Sieg nachzulegen – was aber auch gewünscht ist.

„Den Hamburger Fans muss ein Fest geboten werden – dafür stehe ich schließlich“, sagte Boakye gegenüber Boxen1 mit Blick auf die kommende sportliche Aufgabe.

Helmut Ofori stellt sich dem renommierten Roberto Arriaza

Helmut Ofori
© Torsten Helmke / Markus Kaben

Ebenfalls eine tolle Personalie aus Hamburg mit viel Amateurerfahrung ist Helmut Ofori (3-0). Die stets lächelnde Frohnatur entschied sich mit fast 30 Jahren noch für den Sprung in den Profibereich und hat seitdem drei Siege eingefahren. Nachdem er sich zuletzt im Juni bereits dem unangenehmen Robin Zamora stellte, erwartet Ofori der nächste Latino mit Qualität. In einem Kampf über vier Runden im Supermittelgewicht lautet sein Gegner nämlich Roberto Arriaza (21-19).

Arriaza stand schon in zahlreichen Titelkämpfen und lieferte sich im Januar 2020 in Hamburg eine denkbar knappe Schlacht um den IBO-Titel mit Sebastian Formella. Seitdem ging seine Karrieretendenz jedoch bergab, und Arriaza sammelte eine Niederlage nach der nächsten, wobei er häufiger auf der ein oder anderen Fiesta anzutreffen war. Dennoch sei gesagt, dass viele Niederlagen gegen international renommierte Boxer erfolgten und teilweise wirklich eng ausfielen. So konnte man beispielsweise bei seinem Kampf mit Simon Zachenhuber im Mai 2024 nur einen relativ kleinen sportlichen Unterschied ausmachen.

Im vergangenen Jahr sicherte sich Arriaza zudem zwei Siege über zuvor ungeschlagene Männer in Deutschland und unterstrich damit seine Gefährlichkeit. Entsprechend ist Ofori gewarnt, der seiner Heimatstadt dennoch eine großartige Show liefern möchte.

„Ich freue mich wieder sehr, dort zu kämpfen. Das ist eine echte Kult-Veranstaltung! Eine Veranstaltung, die einfach zu Hamburg dazugehört. Mich freut es riesig, dort wieder mein Können zu zeigen und den Leuten den Spaß am Boxen näherzubringen“, so Ofori gegenüber Boxen1.

Ammar Riad Abduljabbar gibt sein Comeback nach 2,5 Jahren

Ammar Riad Abduljabbar greift wieder an.
Foto: Team SES / P. Gercke

Auch ein größeres Comeback steht in Hamburg bevor. Ammar Riad Abduljabbar (2-1) zählte zu den renommiertesten Amateurboxern des Landes und repräsentierte Deutschland bei den Olympischen Spielen in Tokio, wo er im Viertelfinale gegen den späteren Finalisten Muslim Gadzhimagomedov ausschied. Im Nachgang entschied sich Riad, seine Profilaufbahn zu forcieren, musste jedoch im zweiten Profikampf eine vorzeitige Niederlage gegen den Kolumbianer Julio Cesar Calimeno hinnehmen. Ein Schock, der seine Profilaufbahn ins Wanken brachte.

Nach einigen internationalen Kämpfen im Amateurbereich möchte es der inzwischen 30-jährige Riad noch einmal bei den Profis wissen und greift in einem Cruisergewichtskampf über vier Runden wieder in Hamburg an. Hierfür stellt er sich dem Ungarn Andras Komjathi (6-4), der sämtliche Siege vorzeitig einfuhr und ebenfalls auf etwas Amateurerfahrung zurückblickt.

Für Riad könnte dies eine der letzten Chancen im Profibereich bedeuten, und deshalb gilt umso mehr: Verlieren verboten! Durch seine hervorragende Grundausbildung gilt er jedoch als gesetzter Favorit in diesem Duell.

Alexander Pavlov blüht in einer neuen Gewichtsklasse auf

Alexander Pavlov
Foto: Torsten Helmke

Alexander Pavlov (24-6) zählt zum Stamminventar bei „Boxen im Norden“ und war bereits auf vielen vorherigen Veranstaltungen als Boxer aktiv. Der ehemalige IBF-Intercontinental-Titelträger zählte im Mittelgewicht zu den stärksten Männern des Landes. Nach zwei bitteren Niederlagen beschloss Pavlov im gestandenen Alter von Ende 30, sich noch einmal neu zu erfinden, und wechselte gleich zwei Gewichtsklassen nach unten ins Weltergewicht. Mit Erfolg: Seitdem folgten zwei vorzeitige Siege, darunter im letzten Kampf der WBF-Titelerfolg.

Der Siegeszug von Pavlov im Weltergewicht soll fortgeführt werden, und am Samstag trifft er auf den Venezolaner Nestor Gonzalez (30-11). Einen ehemaligen nationalen Meister, der sich 2019 nur knapp nach Punkten in Argentinien um die IBF-Juniorenweltmeisterschaft geschlagen geben musste.

Seitdem folgten jedoch zahlreiche Niederlagen, und Gonzalez ist etwas zum Journeyman verkommen. Ob er diesen Status durchbrechen und ausgerechnet gegen Pavlov seinen ersten Sieg seit fast zwei Jahren einfahren kann, bleibt fraglich.

Viktor Temirov vor Pflichtaufgabe in Hamburg

Gilt als aufstrebender Mann mit viel Potential, Viktor Temirov.

Im Mittelgewicht begeistert Viktor Temirov (11-0) seit Jahren die Boxsportfreunde in Deutschland. Der Kasache schlug beispielsweise die hochgeschätzten Muzamiru Kakande und Domenik Arnold und konnte sich so in die Top 100 bei BoxRec vorarbeiten. Die Erwartungshaltung bei Temirov ist groß, der mit seinen 25 Jahren als großes Talent gilt.

Ein gewisses Talent konnte man auch seinem kommenden Gegner Jonny Sanchez (20-14) nachsagen. Der ehemalige Olympiateilnehmer von Peking blickte auf eine gute Amateurlaufbahn zurück, hat sich inzwischen bei den Profis jedoch als Journeyman erwiesen. Mit fast 40 Jahren erscheint es nahezu undenkbar, dass er Temirov wirklich gefährlich werden könnte.

Zahlreiche WBF-Titelkämpfe in den Hauptkämpfen

Boxen: Boxen im Norden, Hamburg, 01.05.2024
Benedikt Volland (GER) – Dennis Krieger (GER).

Zu den Hauptkämpfen sei erwähnt, dass vier WBF-Weltmeisterschaften anstehen. Im Main Event wird die schwedische Ex-Weltmeisterin Mikaela Lauren (33-9-1) auf die gefährliche Mexikanerin Karla Ramos Zamora (12-11-2) treffen. Für die inzwischen 50-jährige Lauren verspricht das Duell mit Zamora äußerst knifflig zu werden.

Der ehemalige Deutsche Meister (BDB) Denis Krieger (18-13-2) sicherte sich zuletzt vier Siege in Folge und möchte seinen Siegeszug am Samstag mit dem Gewinn der WBF-Weltmeisterschaft im Superweltergewicht gegen den Bosnier Dorde Krsmanovic (9-2-1) krönen. Der Zwei-Meter-Hüne Steve Robinson (8-3) steht vor einem WBF-Bridgerweight-Titelkampf mit dem Kolumbianer Francisco Cordero (48-26). Im Halbschwergewicht messen sich David Kerkmann (33-5) und Taylor Friedrich (9-0) um den WBF-Titel.

Ein gesonderter Artikel hierzu folgt in den kommenden Tagen auf Boxen1.

Nur noch wenige Tickets verfügbar

Die Veranstaltung beginnt am Samstag, den 3. Oktober, um 15:30 Uhr in der Großen Freiheit 36 auf der Hamburger Reeperbahn. Es wird ein ausverkauftes, lautes Haus erwartet. Nur noch wenige Tickets stehen hierfür auf Eventim zur Verfügung.

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